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Rätoromanisch  (Zitieren)

Im Einklang mit der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft wird hier der Ausdruck 'Rätoromanisch' für die romanischen Varietäten Graubündens benutzt, die traditionell nicht zum Italienischen gerechnet werden (vgl. Gross 2004 und Liver 2010). Damit soll aber keineswegs die Zusammengehörigkeit dieses Bündnerromanischen mit dem Dolomitenladinischen und Friaulischen im Sinne einer gemeinsamen 'Sprache' behauptet werden; eben für dieses, heute nicht mehr tragbare Konzept wurde der Ausdruck 'Rätoromanisch' im 19. Jahrhundert von der Sprachwissenschaft ursprünglich geprägt. Die Idee als solche hat Graziadio Isaia Ascoli entwickelt und auf Italienisch als 'ladino' bezeichnet.

(auct. Thomas Krefeld)

Tags: Linguistik



Referent  (Zitieren)

Im Dreieck der aufeinander bezogenen sprachwissenschaftlichen Kategorien "Bezeichnung" – "Konzept" – "Referent" bezeichnet letztere die individuelle Substantiierung eines, seinem Wesen nach, stets abstrakten Konzepts, in anderen Worten eine konkrete, individuelle Sache. Bei dem von VerbaAlpina bearbeiteten Material begegnen zumeist Referenten, die eine bildliche Darstellung als Zeichnung oder Fotografie erlauben. Im Vergleich zu Bezeichnungen und Konzepten spielen die Referenten in VerbaAlpina eine untergeordnete Rolle. Vor allem im Rahmen des "Crowdsourcings" werden Abbildungen, meist Fotos, von Referenten gleichsam als 'Hilfsmittel' eingesetzt, um die bisweilen notwendigerweise umständlichen Konzeptbeschreibungen für Informanten schneller erfassbar zu machen.

(auct. Stephan Lücke)

Tags: Linguistik



Relationales Datenmodell  (Zitieren)

Das relationale Datenmodell organisiert Informationen in Gestalt von einer oder mehreren Tabellen. Die Bezeichnung rührt daher, dass Tabellen in der Fachsprache auch als „Relationen“ bezeichnet werden. Die Zeilen einer Tabelle werden auch „Datensatz“ oder „Tupel“ genannt, anstatt von Spalten spricht man auch von „Feldern“, „Attributen“ oder „Eigenschaften“. Eine Tabelle kann, zumindest theoretisch, eine unbegrenzte Anzahl von Zeilen und Spalten besitzen. Eine bestehende Tabelle kann jederzeit sowohl um neue Zeilen wie auch um neue Spalten erweitert werden. Eine Sammlung mehrerer Tabellen kann als Datenbank bezeichnet werden. Für die Verwaltung einer solchen Tabellensammlung/Datenbank werden sog. Datenbankmanagementsysteme (DBMS) wie z. B. MySQL oder PostgreSQL eingesetzt. Die Administration der Daten sowie deren Analyse erfolgt mittels einer spezifischen formalen Sprache, der sog. Structured Query Language (SQL), die speziell für den Einsatz über Daten im relationalen Format entwickelt wurde und unter anderem in einer von der ISO standardisierten Version vorliegt (Wikipedia).
Für die Abbildung von Informationen im relationalen Datenmodell existieren eigene Regeln, die de facto eine Wissenschaft für sich darstellen (z. B. die sog. Normalisierung). Gleichzeitig ist die konkrete Wahl der Modellierung anwendungsabhängig und die Einhaltung bestehender Modellierungsregeln in manchen Fällen aus der Perspektive der Nutzbarkeit und Performanz eher hinderlich. In der Praxis stellt jede Datenmodellierung einen Kompromiss zwischen den Vorgaben des theoretischen Regelwerks, technischen Erfordernissen und Nutzerfreundlichkeit dar. Darüber hinaus kann ein einmal gewähltes Datenmodell jederzeit geändert und an veränderte Erfordernisse angepasst werden.

(auct. Stephan Lücke)

Tags: Linguistik



Repositorien  (Zitieren)

Der Begriff 'Repositorium' ist bislang nicht hinreichend klar definiert, insbesondere die Abgrenzung zum Begriff 'Archiv' ist unscharf. Grundsätzlich versteht man unter Repositorium in der digitalen Welt Speichersysteme, die für die langfristige Bewahrung von Daten gedacht sind. Im wissenschaftlichen Umfeld werden Repositorien zumeist von öffentlich-rechtlichen Institutionen betrieben, bei den zu bewahrenden Daten handelt es sich überwiegend um Forschungsdaten. Wichtigste Eigenschaften eines Repositoriums sind die physische Sicherheit der zu bewahrenden Daten sowie der Erhalt deren Integrität, der unbefristete Bestand der das Repositorium betreibenden Institution, die Dokumentation von Inhalt, Struktur und Kodierung der gespeicherten Daten sowie deren zeit- und ortsunabhängige Verfügbarkeit. Aus Sicht der Geisteswissenschaften spielen derzeit (2016) in Deutschland der Clarin-D-Verbund sowie das Textgrid-Repositorium eine besonders wichtige Rolle.

VerbaAlpina ist bestrebt, jede VA-Version in einem oder mehreren Repositorien abzulegen.

(auct. Stephan Lücke)

Tags: Webseite