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			{"id":20026,"date":"2022-10-27T21:51:21","date_gmt":"2022-10-27T19:51:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/?p=20026"},"modified":"2023-08-24T12:29:13","modified_gmt":"2023-08-24T10:29:13","slug":"mit-sklaven-goettern-munterkeit-wie-man-sich-auf-italienisch-so-verabschieden-kann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/?p=20026","title":{"rendered":"Mit Sklaven, G\u00f6ttern, Munterkeit &#8211; Wie man sich (auf Italienisch) so verabschieden kann"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<table class=\" alignright\" style=\"height: 24px;width: 49.92%;border-collapse: collapse\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 100%;text-align: left border-color: #ffffff !important\">Dieser Beitrag wurde anl\u00e4sslich der Abschiedsvorlesung des Verfassers geschrieben (<span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span> M\u00fcnchen, 2.11.2022).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h1>1. Sozialisation und Interesse<\/h1>\n<p>Nach 27 Jahren darf man in die Kiste der Moralisten greifen; allerdings m\u00f6chte ich nicht gleich die franz\u00f6sische Klassik bem\u00fchen \u2013 bei Fran\u00e7ois de La Rochefoucauld findet sich ja bekanntlich eine Maxime f\u00fcr jeden Zweck \u2013 , sondern zu den Frankfurtern gehen, nicht zu Adorno und den <em>Minima moralia <\/em><sup id=\"rf1-20026\"><a href=\"#fn1-20026\" title=\"Vgl. das Kapitelchen &lt;em&gt;Les Adieux&lt;\/em&gt; in Bibl:Adorno 2003, 290 f.: &quot;Der Abschied ist veraltet, [...] \u00bbO Abschied, Brunnen aller Worte\u00ab, aber er ist versiegt, und nichts kommt heraus als bye, bye oder ta, ta.&quot; \u2013 Diese kulturpessimistisch verengte Sicht wird der anthropologischen und interkulturell weithin selbstverst\u00e4ndlichen Bedeutung des Abschieds nicht gerecht.\" rel=\"footnote\">1<\/a><\/sup>, sondern zu den Maxima\u00a0 der Neuen Frankfurter Schule, genauer zu F.W. Bernstein, der uns den folgenden Sinnspruch mitgegeben hat:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-20529 size-full\" src=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/elche-1.jpg\" alt=\"\" width=\"1276\" height=\"893\" srcset=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/elche-1.jpg 1276w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/elche-1-300x210.jpg 300w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/elche-1-1024x717.jpg 1024w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/elche-1-150x105.jpg 150w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/elche-1-768x537.jpg 768w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/elche-1-624x437.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 1276px) 100vw, 1276px\"><\/p>\n<p style=\"padding-left: 200px;text-align: right\">(Textquelle <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/zum-tod-von-f-w-bernstein-die-groessten-kritiker-der-elche-100.html\" target=\"_BLANK\">&lt;F.W. Bernstein<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Elch#\/media\/Datei:Alaskan_moose_pair_(6862339335).jpg\" target=\"_BLANK\">Hintergrundbild<\/a>)<\/p>\n<p>Meine gr\u00f6\u00dfte Kritikerin ist meine Frau Nora, denn sie hat auch Romanistik und Germanistik studiert und wei\u00df, wovon sie spricht. Ihre Fundamentalkritik lautet: Ihr macht doch immer nur dasselbe. Das stimmt nat\u00fcrlich. Gemeint <span style=\"font-size: 1rem\">ist <\/span><span style=\"font-size: 1rem\">damit<\/span><span style=\"font-size: 1rem\">\u00a0<\/span><span style=\"font-size: 1rem\">\u00a0in meinem Fall speziell die Dialektologie, die mich in der Tat seit je sehr stark interessiert hat. Aber die ganze Wahrheit\u00a0 steckt in der Kritik nun doch nicht, da ich dreimal wissenschaftlich sozialisiert worden bin:<\/span><\/p>\n<ol>\n<li>w\u00e4hrend des Studium und bis zur Promotion in Freiburg;<\/li>\n<li>w\u00e4hrend der Lehre und bis zur Habilitation in Mainz;<\/li>\n<li>durch Projektkooperation und bis heute hier in M\u00fcnchen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ich bin also von der <strong>Johannes Gutenberg<\/strong>-Universit\u00e4t\u00a0 zur Universit\u00e4t M\u00fcnchen gewechselt, die zwar nicht <strong>Tim Berners-Lee<\/strong>-Universit\u00e4t hei\u00dft, die aber im Hinblick auf die Entwicklung, die ich hier genommen habe, eigentlich genauso hei\u00dfen sollte. Denn inzwischen bin ich zutiefst davon \u00fcberzeugt, dass f\u00fcr die Publikation und Analyse des Wissens das Internet genutzt werden sollte \u2013 und nicht mehr Gutenbergs Druck papierener B\u00fccher. Fr\u00fcher wurden die Ergebnisse der Forschung als Objekt in die Bibliothek gestellt; heute holen wir die Bibliotheken in die\u00a0 Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung (durch virtuelle Einbindung).<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund hat sich nun auch die Art und Weise, wie man sich mit Dialekten und empirischen sprachlichen Daten \u00fcberhaupt befassen muss, grunds\u00e4tzlich und wirklich radikal ge\u00e4ndert.\u00a0 Die Sprachwissenschaften bewegen sich in die Digital Humanities, und genau dort \u2013 jenseits der Gutenberg-Galaxis (<span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"vglDOT\">vgl.<\/span> <span class=\"bibl\" data-bibl=\"mcluhan1962\">McLuhan 1962<\/span>) \u2013 sind wir mit unseren M\u00fcnchner Projekten seit wenigen Jahren angekommen.\u00a0 Daher, so lautet die zum Anlass passende Botschaft, kann ich mich hier und heute entspannt\u00a0 aus der Lehre verabschieden. Was das bedeutet zeigt sich im Folgenden, ohne dass ich ins Detail zu gehen brauche.<\/p>\n<h1>2. Abschiedsgr\u00fc\u00dfe aus der italienischen\u00a0 und r\u00e4toromanischen Dialektlandschaft<sup id=\"rf2-20026\"><a href=\"#fn2-20026\" title=\"F\u00fcr die Diskussion einiger Gru\u00dftypen danke ich Beatrice Colcuc und Noemi Piredda.\" rel=\"footnote\">2<\/a><\/sup><\/h1>\n<p>Eine bedeutende und alles andere als vollst\u00e4ndig ausgewertete Quelle der traditionellen Dialektforschung sind die so genannten Sprachatlanten; der Prototyp, der Sprach- und Sachatlas Italiens (<span class=\"bibl\" data-bibl=\"ais\">AIS<\/span>, digital als <span class=\"bibl\" data-bibl=\"navigais\">NavigAIS<\/span>) ist dem Italienischen und R\u00e4toromanischen gewidmet. Er umfasst <span style=\"font-size: 1rem\">1681 Karten und 20 Konjugationstabellen aus den lokalen Dialekte von 416 Orten. Die<\/span> Karten sind \u00fcberwiegend dem Wortschatz und einigen grammatischen Formen (der Morphologie) gewidmet. Einzelne dokumentieren aber auch ritualisierte Verwendungen aus dem Bereich der Pragmatik, wie zum Beispiel den GRUSS (<a href=\"https:\/\/navigais-web.pd.istc.cnr.it\/index.htm?map=738\" target=\"_BLANK\">AIS 738 BUON GIORNO!<\/a>) und insbesondere den ABSCHIEDSGRUSS (<a href=\"https:\/\/navigais-web.pd.istc.cnr.it\/index.htm?map=739\" target=\"_BLANK\">AIS 739 ADDIO!<\/a>). Obwohl die Daten mit einem Fragebuch erhoben wurden, repr\u00e4sentieren sie die gesprochene Alltagssprache; sie unterscheiden sich daher grunds\u00e4tzlich von den Gr\u00fc\u00dfen der geschriebenen Sprache (<span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"vglDOT\">vgl.<\/span> dazu <span class=\"bibl\" data-bibl=\"lebsanft1988\">Lebsanft 1988<\/span>), die in weitaus st\u00e4rkerem Ma\u00dfe einer bewusster Stilisierung unterliegen.<sup id=\"rf3-20026\"><a href=\"#fn3-20026\" title=\"Einen \u00dcberblick \u00fcber die italienischen Gru\u00dfformeln gibt Bibl:Canobbio 2011.\" rel=\"footnote\">3<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Zwischen dem gesprochenen GRUSS und ABSCHIEDSGRUSS besteht in mehrfacher Hinsicht eine deutliche Asymmetrie, wie bereits aus der Legende zu AIS 738 hervorgeht: Pragmatisch gesehen wird der GRUSS keineswegs \u00fcberall explizit formuliert und dar\u00fcber hinaus finden sich viel weniger Varianten in der Formulierung. Die Asymmetrie wurde den Autoren des Atlas offensichtlich erst durch die Erhebung bewusst. In rein <span style=\"font-size: 1rem\">formaler Hinsicht deutet sich allerdings insofern\u00a0<\/span><span style=\"font-size: 1rem\">auch<\/span><span style=\"font-size: 1rem\">\u00a0<\/span><span style=\"font-size: 1rem\">Symmetrie an, als gelegentlich identische Formen f\u00fcr beide Funktionen verwendet werden (z.B. <\/span><em style=\"font-size: 1rem\">ciao<\/em><span style=\"font-size: 1rem\">, P 173).<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_20595\" style=\"width: 348px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-20595\" class=\"wp-image-20595 \" src=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/ais738_leg.jpg\" alt=\"\" width=\"338\" height=\"533\" srcset=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/ais738_leg.jpg 372w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/ais738_leg-190x300.jpg 190w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/ais738_leg-95x150.jpg 95w\" sizes=\"auto, (max-width: 338px) 100vw, 338px\"><p id=\"caption-attachment-20595\" class=\"wp-caption-text\">AIS 738, Legende<\/p><\/div>\n<p>Hier besch\u00e4ftigt uns jedoch der deutlich interessantere ABSCHIEDSGRUSS. Auf der eigentlichen Karte sieht man das Netz der Erhebungsorte (rote Ziffern) und daneben den jeweils erhobenen Sprachbeleg.<\/p>\n<div id=\"attachment_20607\" style=\"width: 939px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-20607\" class=\"wp-image-20607 size-full\" src=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/ais739_nw.jpg\" alt=\"\" width=\"929\" height=\"926\" srcset=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/ais739_nw.jpg 929w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/ais739_nw-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/ais739_nw-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/ais739_nw-768x766.jpg 768w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/ais739_nw-624x622.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 929px) 100vw, 929px\"><p id=\"caption-attachment-20607\" class=\"wp-caption-text\">AIS 739 ADDIO! \u2013 nordwestlicher Ausschnitt<\/p><\/div>\n<p>Eine digitale Version derselben Karte existiert im <span class=\"bibl\" data-bibl=\"navigais\">NavigAIS<\/span>; sie wird im folgenden eingeblendet. Wie man sieht leistet sie jedoch keine strukturierte Erfassung der sprachlichen Daten:<iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/navigais-web.pd.istc.cnr.it\/index.htm?map=739\" width=\"800\" height=\"400\"><\/iframe><\/p>\n<p>Im Gegensatz zum <span class=\"bibl\" data-bibl=\"navigais\">NavigAIS<\/span> wurden im Projekt VerbaAlpina die sprachlichen Daten einer Auswahl von Karten in tiefenstrukturierter Weise in eine relationale Datenbank \u00fcberf\u00fchrt, so dass sie durch neue Daten erg\u00e4nzt, weitergehend analysiert und erschlossen werden k\u00f6nnen: Die von uns retrodigitalisierten Daten entsprechen \u2013 mit anderen Worten \u2013 den FAIR-Kriterien (<span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"vglDOT\">vgl.<\/span> <span class=\"bibl\" data-bibl=\"krefeldl\u00fccke2020a\">Krefeld\/L\u00fccke 2020a<\/span>). Nach der Digitalisierung, die im Fall dieser Art von Sprachkarten weitestgehend manuell erfolgen muss, pr\u00e4sentiert sich etwa der nordwestliche Ausschnitte aus AIS 739 nun so, dass die Verbreitung zusammengeh\u00f6riger Formen vom Nutzer schnell erfasst werden kann:<\/p>\n<p><\/p><div id=\"attachment_20610\" style=\"width: 975px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-20610\" class=\"wp-image-20610 size-full\" src=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/ais739_nw_va.jpg\" alt=\"\" width=\"965\" height=\"795\" srcset=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/ais739_nw_va.jpg 965w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/ais739_nw_va-300x247.jpg 300w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/ais739_nw_va-150x124.jpg 150w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/ais739_nw_va-768x633.jpg 768w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/ais739_nw_va-624x514.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 965px) 100vw, 965px\"><p id=\"caption-attachment-20610\" class=\"wp-caption-text\">AIS 739 ADDIO! \u2013 nordwestlicher Ausschnitt in der interaktiven Version von VerbaAlpina (<a target=\"_BLANK\" href=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/?page_id=133&amp;db=221&amp;tk=4284\">interaktives Original<\/a>)<\/p><\/div>Hier eine direkte Einblendung derselben Karte:\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de?page_id=133&amp;db=xxx&amp;tk=4430\" width=\"800\" height=\"400\"><\/iframe><\/p>\n<p>Sowohl f\u00fcr den\u00a0GRUSS\u00a0 wie f\u00fcr den ABSCHIEDSGRUSS werden in aller Regel\u00a0hochgradig konventionalisierte Ausdr\u00fccke gebraucht, es handelt sich ja ebenso frequente wie stereotype Situationen. Warum also zeigt sich im Fall des\u00a0 ABSCHIEDSGRUSSES soviel mehr Variation? Vorbehaltlich einer genaueren Untersuchung l\u00e4sst sich vermuten, dass die ganz konventionelle Formulierung im Fall des Abschieds mit eine st\u00e4rkeren (sprachlich impliziten) Emotion (<span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"vglDOT\">vgl.<\/span> <span class=\"bibl\" data-bibl=\"pustka2015\">Pustka 2015<\/span>, Kap. 2) verbunden ist.<\/p>\n<p>Die vom <span class=\"bibl\" data-bibl=\"ais\">AIS<\/span> gelieferten Daten sind zweifellos <span style=\"font-size: 1rem\">verl\u00e4sslich, aber unvollst\u00e4ndig.\u00a0<\/span>Es ist damit zu rechnen, dass zwischen den unterschiedlichen Ausdrucksm\u00f6glichkeiten (den Varianten) semantische Unterschiede bestehen; sie wurden jedoch nicht systematisch abgefragt und nur gelegentlich spontan von den Informant:innen ge\u00e4u\u00dfert und notiert, wie aus der Legende hervorgeht. Diese Orte mit entsprechenden Kommentaren liegen zwar nicht alle im Alpengebiet, aber die Bemerkungen sind durchaus verallgemeinerungsf\u00e4hig. Folgende Parameter zur eventuellen Differenzierung des Abschiedsgru\u00dfes lassen sich ableiten:<\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none\">\n<ul>\n<li>die Vertrautheit der Person, von der man sich verabschiedet; <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"vglDOT\">vgl.<\/span> den Kommentar zu<br>\nP 159 (Isola Sant'Antonio) \"1 bei Personen die man duzt, 2 bei Personen, die man mit Sie anredet\";<br>\nP 942 (Santo Lussurgiu) \"Auch <em>re\u03b3ala\u03b4\u00edkke<\/em> bei Personen, die man duzt, <em>regala\u03b4e\u0254<\/em><span style=\"font-size: 1rem\"><em>kke<\/em> bei Personen, die man mit Sie anredet\";<\/span><\/li>\n<li>das Alter der Person, die sich verabschiedet und der sprachlichen Form, die er benutzt; <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"vglDOT\">vgl.<\/span> den Kommentar zu<br>\nP 328 (Tramonti di Sotto) \"nur Suj. braucht noch 2, er \u00fcbersetzt ihn mit \u2018con Dio\u2019\";<\/li>\n<li>der soziale Status der implizierten Personen; <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"vglDOT\">vgl.<\/span> den Kommentar zu<br>\nP 246 (Bergamo) \"2 zum Freund, 3 zum Vorgesetzten, sozial H\u00f6hergestellten\";\"<\/li>\n<li>die (In)Formalit\u00e4t und Bedeutung der Situation; <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"vglDOT\">vgl.<\/span> den Kommentar zu<br>\nP 29 (Santa Maria, GR) \"2 im Gespr\u00e4ch\"<br>\nP 542 (Montecatini) und P 550 (Castagneto Carducci) \"2 wenn der Abschied f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit oder definitiv gilt\";<br>\nP 310 (Piazzola), wo neben den anscheinend synonymen Formen <em>addio, ciao, allegri<\/em> noch <em>evviva<\/em> (\"wenn zwei aneinander vor\u00fcbergehen\" ) und zwei weitere Formen belegt sind\u00a0 <em>salute<\/em> (\"beim Begegnen\") gebraucht werden.2.1. Verbreitung<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die dokumentierten Typen sind in ganz unterschiedlicher Ausdehnung verbreitet; manche finden sich grosso modo im gesamten Gebiet (so vor allem <em>addio, ciao, salutare<\/em>), andere sind dagegen nur kleinr\u00e4umig anzutreffen (so <em>raccomandare, sani, tanquier<\/em><sup id=\"rf4-20026\"><a href=\"#fn4-20026\" title=\"Bei diesem Wort scheint es sich um einen Germanismus zu handeln, der etymologisch zu deu. &lt;em&gt;danken&lt;\/em&gt;, eng. &lt;em&gt;to thank&lt;\/em&gt; usw. geh\u00f6rt; die Bedeutung \u2018Abschiedsgru\u00df\u2019 passt zur Bedeutung\u00a0 &#039;sich gegen jmdn. freundlich erzeigen, jmdm. Wohlwollen erweisen, jmdm. willfahren&#039;, die vom Bibl:AWB an erster Stelle f\u00fcr ahd. &lt;em&gt;thank\u00f4n&lt;\/em&gt; genannt wird; Link.\" rel=\"footnote\">4<\/a><\/sup>, <em> vossignoria<\/em> u.a.). N\u00fctzlich f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der verbreitung eines Form kann es sein, als Layer eine historische Karte zu unterlegen; diese Option bietet VerbaAlpina ebenfalls; dazu muss der auf der <a href=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/?page_id=133&amp;db=221\" target=\"_BLANK\">interaktiven Kafrte<\/a> das folgende Icon angeklickt werden:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-23637 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/layer.jpg\" alt=\"\" width=\"68\" height=\"69\"><\/p>\n<p>Die Verbreitung soll jedoch hier nicht weiter kommentiert werden. Wir wollen uns vielmehr auf die Motivation der Formeln konzentrieren.<\/p>\n<h2>2.2. Motivation<\/h2>\n<p>Die dokumentierten Gru\u00dfformeln haben zwar alle die Funktion den Abschied auszudr\u00fccken, aber viele von ihnen \u00fcbermitteln zudem andere Informationen, meistens gute W\u00fcnsche, die man der Person, von der man sich verabschiedet, mit auf den Weg gibt, oder aber Ergebenheits- und Unterwerfungserkl\u00e4rungen. Diese\u00a0 Motivation der Gru\u00dfformeln l\u00e4sst sich oft nur noch mit ein wenig Recherche rekonstruieren: F\u00fcr die Sprecher:innen selbst sind sie wohl oft ganz oder teilweise unmotiviert geworden und auf den Vollzug des Abschiedsrituals reduziert. Aber in historischer Perspektive lassen sich drei Motivationsgruppen unterscheiden.<\/p>\n<p>(1) Eine erste Klasse ist aus der christlichen Tradition des Untersuchungsraums hervorgegangen; in diesen Abschiedsgr\u00fc\u00dfen wird die verabschiedete Person Gottes Schutz anempfohlen. Zu dieser Gruppe geh\u00f6rt der auf der Karte am st\u00e4rksten belegte Typ <em>adieu<\/em> \/ <em>addio. <\/em>Der\u00a0<span class=\"bibl\" data-bibl=\"deli\" data-hasqtip=\"1180\" aria-describedby=\"qtip-1180\">DELI<\/span>, 19 weist darauf hin, dass es sich um eine Verk\u00fcrzung des Ausdrucks <em>(vi raccomando \/ vi affido) a Dio <\/em>'ich empfehle Euch \/ ich vertraue Euch Gott an') handelt. Eine alternative K\u00fcrzung um den zweiten Teil k\u00f6nnte im friaulischen Abschiedsgru\u00df <em>mandi <\/em>aus\u00a0<em>(vi) raccomando (a Dio) <\/em>vorliegen, denn im Friaulischen endet die erste Person auf<em> -i. <\/em><\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 72px\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 24px\">\n<td style=\"width: 50%;text-align: right;height: 24px\">zugrunde liegender Ausdruck<\/td>\n<td style=\"width: 50%;height: 24px\">gebrauchte Kurzform<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 24px\">\n<td style=\"width: 50%;text-align: right;height: 48px\" rowspan=\"2\"><em><strong><span style=\"color: #0000ff\">vi raccomando<\/span> <span style=\"color: #339966\">a Dio<\/span><\/strong><\/em><\/td>\n<td style=\"width: 50%;height: 24px\"><span style=\"color: #339966\"><strong><span style=\"color: #333333\">&gt;<\/span> <em><span style=\"color: #0000ff\">mandi<\/span><\/em><\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 24px\">\n<td style=\"width: 50%;height: 24px\"><strong style=\"color: #339966\"><span style=\"color: #333333\">&gt;<\/span> addio<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Auch das b\u00fcndnerromanische Verb <a href=\"https:\/\/pledarigrond.ch\/rumantschgrischun?searchPhrase=pertgirar\" target=\"_BLANK\"><em>pertgirar<\/em><\/a> 'beh\u00fcten, besch\u00fctzen' ist in der \u00e4hnlichen Verbindung 'beh\u00fcte Dich Gott!' belegt. Semantisch genauso motiviert ist ferner der nur in zwei Orten Graub\u00fcndens belegte Typ <em>piatigot<\/em>, in dem jemand aus Bayern oder \u00d6sterreich leicht das bairische <em>pf\u00fcati<\/em> ('beh\u00fcte Dich Gott!') wiedererkennt. Es handelt sich in Graub\u00fcnden jedoch um eine Entlehnung aus dem Schweizerdeutschen ins Romanische; \u00fcberhaupt darf man sagen, dass Abschiedsgr\u00fc\u00dfe \u2013 wie im \u00dcbrigen Gr\u00fc\u00dfe \u00fcberhaupt \u2013 schnell in andere Sprachen entlehnt werden. Man beachte, dass einer der beiden Orte, wo diese Entlehnung belegt ist, <a href=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de?page_id=133&amp;db=212&amp;tk=4439\" target=\"_BLANK\">Sils im Domleschg<\/a>, inzwischen den Sprachwechsel zum Deutschen vollzogen hat.<\/p>\n<p>Aber auch unabh\u00e4ngig von dergleichen Sprachgrenzkonstellationen ist die Entlehnung von Gru\u00dfformen weit verbreitet; man denke an den in vielen Sprachen verbreitetetn Typ von <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"deuDOT\">deu.<\/span> <em>hallo<\/em> (en. <em>hello, <\/em>span. <em>hola<\/em> usw.; <span class=\"bibl\" data-bibl=\"dwds\">DWDS<\/span>, <a href=\"https:\/\/www.dwds.de\/wb\/hallo\" target=\"_BLANK\">Link<\/a>)<em>,<\/em> s\u00fcdwestdeutsch\/alemannisch <em>sali <\/em>(&lt; <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"fraDOT\">fra.<\/span><em> salut),<\/em> norddeutsch <em>tsch\u00fcs(s)<\/em> bzw. rheinisch <em>tsch\u00f6<\/em> (&lt; <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"fraDOT\">fra.<\/span> aus <em>adieu ; <\/em><span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"vglDOT\">vgl.<\/span> <a href=\"https:\/\/www.dwds.de\/wb\/Tsch%C3%BCs\" target=\"_BLANK\"> <span class=\"bibl\" data-bibl=\"dwds\">DWDS<\/span>, [[Link<\/a>) oder aber an das rezente <em>ciao<\/em> (<span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"vglDOT\">vgl.<\/span> <a href=\"https:\/\/www.dwds.de\/wb\/ciao\" target=\"_BLANK\"> <span class=\"bibl\" data-bibl=\"dwds\">DWDS<\/span>, [[Link<\/a>), das sich aus dem Italienischen heraus verbreitet.<\/p>\n<p>(2) Mit diesem italienischen Abschiedsgru\u00df sind wir in der zweiten Klasse, der Gruppe der sozial motivierten Formen, angelangt. Der Typ <em>ciao<\/em> geht wohl auf eine venezianische Variante von <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"itaDOT\" data-hasqtip=\"1178\"><span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"itaDOT\">ita.<\/span><\/span>\u00a0<em>schiavo<\/em> 'Sklave' zur\u00fcck (<span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"vglDOT\">vgl.<\/span> <span class=\"bibl\" data-bibl=\"canobbio2011\">Canobbio 2011<\/span>). Das Wort hat einen kulturgeschichtlich interessanten Entlehnungsweg hinter sich, der unmittelbar zum byzantinisch-griechischen \u03a3\u03ba\u03bb\u03ac\u03b2\u03bf\u03c2 'Kriegsgefangener, Sklave' f\u00fchrt. Das Wort wird als R\u00fcckbildung aus \u03a3\u03ba\u03bb\u03b1\u03b2\u03b7\u03bd\u03cc\u03c2 (<em>sklavin\u00f3s<\/em>) 'Slawe' interpretiert, der Selbstbezeichnung der Slawen, mit denen die Byzantiner in fortw\u00e4hrende milit\u00e4rische Auseinandersetzungen verwickelt waren (<span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"vglDOT\">vgl.<\/span> <span class=\"bibl\" data-bibl=\"few\">FEW<\/span> <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"sDOTvDOT\">s.v.<\/span> <a href=\"https:\/\/lecteur-few.atilf.fr\/index.php\/page\/lire\/e\/102891\" target=\"_BLANK\">*<em>slov\u0113nin\u016d<\/em><\/a>). \u00dcber die mittellateinische Form <em>sclavus<\/em> ist es auch in andere romanische und nicht romanische Sprachen vermittelt worden (<span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"vglDOT\">vgl.<\/span> zum <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"DeuDOT\">Deu.<\/span> <a href=\"https:\/\/www.dwds.de\/wb\/Sklave\" target=\"_BLANK\"> <span class=\"bibl\" data-bibl=\"dwds\">DWDS<\/span>, [[Link<\/a>).<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 1rem\">Die sich verabschiedende Person versichert also die Person, von der sie sich verabschiedet, ihrer Unterw\u00fcrfigkeit, jedenfalls solange, wie die Ausgangsbedeutung 'Sklave' noch existierte. Damit entspricht <em>ciao!<\/em> semantisch genau dem s\u00fcddeutschen \/ \u00f6sterreichischen <em>servus!,<\/em> das ja in der lateinischen Grundform ebenfalls soviel wie 'Sklave' bedeutet (<span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"vglDOT\">vgl.<\/span> <span class=\"bibl\" data-bibl=\"georges\">Georges<\/span> <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"sDOTvDOT\">s.v.<\/span> <a href=\"http:\/\/www.zeno.org\/nid\/20002646870\" target=\"_BLANK\"><em>servus<\/em><\/a>). Mit der habsburgischen Verwaltung hat sich dieser Gru\u00df weithin im Gebiet der \u00d6sterreichisch-Ungarischen Monarchie verbreitet und wurde in andere Sprache entlehnt (<span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"vglDOT\">vgl.<\/span> ungar. <em>szervusz,<\/em> rum. <em>servus).<\/em><\/span><\/p>\n<p>\u00c4hnlich motiviert sind die beiden Belege von piem. <em>cer\u00e9a \/ ser\u00e9ya<\/em>, die wohl als Kurzformen des Typs <em>vossignoria<\/em> (<em>vostra signoria<\/em>) 'Euere Herrschaft' (<span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"vglDOT\">vgl.<\/span> <span class=\"bibl\" data-bibl=\"nuovodemauro\">Nuovo De Mauro<\/span> <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"sDOTvDOT\">s.v.<\/span> <a href=\"https:\/\/dizionario.internazionale.it\/parola\/vossignoria\" target=\"_BLANK\"><em>vossignoria<\/em><\/a>) zu verstehen sind.<sup id=\"rf5-20026\"><a href=\"#fn5-20026\" title=\"F\u00fcr diesen Hinweis danke ich Gianmario Raimondi.\" rel=\"footnote\">5<\/a><\/sup><\/p>\n<p>(3) Ferner gibt es als dritte Klasse die essentiell zwischenmenschlichen Gr\u00fc\u00dfe, jenseits von Religion und gesellschaftlicher Hierarchie. Sie bestehen oft ebenfalls darin, der verabschiedeten Person etwas Gutes, vor allem Gesundheit zu w\u00fcnschen <em>state bene<\/em> 'gehabt Euch wohl', sani '(bleibt) gesund', usw. Die sich verabschiedende Person kann sich jedoch auch in den Wunsch einschlie\u00dfen indem man die Hoffnung auf ein gemeinsames Wiedersehen ausdr\u00fcckt (<em>au revoir <\/em>'bis zum Wiedersehen'<em>,\u00a0 arrivederci '<\/em>bis wir uns wiedersehen') oder indem das Verb <em>salutare<\/em> in der ersten Person Plural gebraucht wird ('wir gr\u00fc\u00dfen'; P 846, 875, 896).<\/p>\n<p>In ihrer elementaren Form vollzieht man den Abschiedsgru\u00df jedoch rein performativ, indem man ein Wort ausspricht, das keinerlei andere Bedeutung hat.\u00a0 Dies leistet in den rom. Sprachen der Typ <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"fraDOT\">fra.<\/span> <em>saluer <\/em>\/ it. <em>salutare<\/em> 'gr\u00fc\u00dfen' usw., der \u00fcbrigens sowohl f\u00fcr den Begegnungs- als auch f\u00fcr den Abschiedsgru\u00df steht:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px\"><b>salutare<\/b><sup>2<\/sup>\u00a0v. tr. [<span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"latDOT\">lat.<\/span>\u00a0<i>sal\u016btare<\/i>\u00a0\u00abaugurare salute\u00bb, der. di\u00a0<i>salus -utis<\/i>\u00a0\u00absalute\u00bb]. \u2013\u00a0<b>1. a.<\/b> Rivolgere a una persona, nell'incontrarla o nell'accomiatarsi da lei, gesti o parole di saluto [...] (<a href=\"https:\/\/www.treccani.it\/vocabolario\/salutare2\" target=\"_BLANK\">Treccani<\/a>)<\/p>\n<p>Auch das lateinisches Ursprungsverb des Typs <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"fraDOT\">fra.<\/span> <em>saluer <\/em>\/ it.<em> salutare<\/em> hatte bereits beide Bedeutungen (<span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"vglDOT\">vgl.<\/span> <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"latDOT\">lat.<\/span> <a href=\"http:\/\/www.zeno.org\/nid\/20002629844\" target=\"_BLANK\"><em>salutare<\/em><\/a>). Dieses Verb ist eine delokutive Ableitung\u00a0 aus <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"latDOT\">lat.<\/span> <em>salus<\/em>; 'Wohlbefinden': Offensichtlich wurde die Bezeichnung des Gr\u00fc\u00dfens aus dem Inhalt des Wunsches ('Wohlbefinden') abgeleitet, der als Gru\u00df ge\u00e4u\u00dfert wurde. Jemandem Wohlbefinden zu w\u00fcnschen erweist also gewisserma\u00dfen\u00a0 als protypischer Abschiedsgru\u00df.<\/p>\n<p>Im Unterschied zum rom. Typ kann <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"deuDOT\">deu.<\/span> <em>gr\u00fc\u00dfen\u00a0<\/em> dagegen ausschlie\u00dflich f\u00fcr den Begegnungsgru\u00df gebraucht werden; f\u00fcr den Abschiedsgru\u00df gibt es gar kein performatives Verb.<\/p>\n<p>Man beachte schlie\u00dflich, dass die nicht sprachlichen Ausdrucksmittel des Gru\u00dfes (Winken, Umarmen, K\u00fcssen usw.), die den Sprechakt begleiten oder auch ersetzen k\u00f6nnen, auf der hier ausgewerteten Karte (AIS 739) nicht thematisiert werden; ihre Selbstverst\u00e4ndlichkeit zeigt sich sprachlich zum Beispiel in der Tatsache, dass die rum. Entwicklung von <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"latDOT\">lat.<\/span> <em>salutare<\/em>, rum. <em>a<\/em> [[<em>s\u0103ruta<\/em><br>\n|https:\/\/dexonline.ro\/definitie\/s%C4%83ruta]] nicht mehr \u2018gr\u00fc\u00dfen\u2019, sondern \u2018k\u00fcssen\u2019 bedeutet.<\/p>\n<h1>3. Performative Aneignung<\/h1>\n<p>Jeder Fremdspracherwerb, den wir alle vollkommen zu Recht f\u00fcr einen gro\u00dfen Wert halten, ist eine Art von intellektueller und kultureller Aneignung (engl. <em>appropriation<\/em>)<em>,<\/em> die aber gerade nicht im ideologisch verengten Sinne einer destruktiven Enteignung zu sehen ist, sondern als positive Teilnahme an einer Kulturtechnik und den damit verbundenen Werten. Genau in diesem Sinn m\u00f6chte ich mir nun abschlie\u00dfend die in Klasse (3) pr\u00e4sentierten Gr\u00fc\u00dfe und W\u00fcnsche zu eigen machen und ihnen performativ mitgeben: <em>portez-vous bien <\/em>'halten Sie sich gut (auf den Beinen)' und bleiben Sie <em>allegri<\/em> 'munter'!<\/p>\n<hr class=\"footnotes\"><ol class=\"footnotes\" style=\"list-style-type:decimal\"><li id=\"fn1-20026\"><p><span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VglDOT\">Vgl.<\/span> das Kapitelchen <em>Les Adieux<\/em> in <span class=\"bibl\" data-bibl=\"adorno2003\">Adorno 2003<\/span>, 290 <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"fDOT\">f.<\/span>: \"Der Abschied ist veraltet, [...] \u00bbO Abschied, Brunnen aller Worte\u00ab, aber er ist versiegt, und nichts kommt heraus als bye, bye oder ta, ta.\" \u2013 Diese kulturpessimistisch verengte Sicht wird der anthropologischen und interkulturell weithin selbstverst\u00e4ndlichen Bedeutung des Abschieds nicht gerecht.&nbsp;<a href=\"#rf1-20026\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 1.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn2-20026\"><p>F\u00fcr die Diskussion einiger Gru\u00dftypen danke ich Beatrice Colcuc und Noemi Piredda.&nbsp;<a href=\"#rf2-20026\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 2.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn3-20026\"><p>Einen \u00dcberblick \u00fcber die italienischen Gru\u00dfformeln gibt <span class=\"bibl\" data-bibl=\"canobbio2011\">Canobbio 2011<\/span>.&nbsp;<a href=\"#rf3-20026\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 3.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn4-20026\"><p>Bei diesem Wort scheint es sich um einen Germanismus zu handeln, der etymologisch zu <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"deuDOT\">deu.<\/span> <em>danken<\/em>, <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"engDOT\">eng.<\/span> <em>to thank<\/em> usw. geh\u00f6rt; die Bedeutung \u2018Abschiedsgru\u00df\u2019 passt zur Bedeutung\u00a0 'sich gegen jmdn. freundlich erzeigen, jmdm. Wohlwollen erweisen, jmdm. willfahren', die vom <span class=\"bibl\" data-bibl=\"awb\">AWB<\/span> an erster Stelle f\u00fcr <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"ahdDOT\">ahd.<\/span> <em>thank\u00f4n<\/em> genannt wird; <a href=\"http:\/\/awb.saw-leipzig.de\/cgi\/WBNetz\/wbgui_py?sigle=AWB&amp;lemma=thankon\" target=\"_BLANK\">Link<\/a>.&nbsp;<a href=\"#rf4-20026\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 4.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn5-20026\"><p>F\u00fcr diesen Hinweis danke ich Gianmario Raimondi.&nbsp;<a href=\"#rf5-20026\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 5.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><\/ol><hr><h3>Bibliographie<\/h3><ul><li><b>AIS<\/b> = Jaberg, Karl \/ Jud, Jakob (1928-1940): Sprach- und Sachatlas Italiens und der S\u00fcdschweiz, Zofingen, vol. 1-7<\/li><li><b>AWB<\/b> = Karg-Gasterst\u00e4dt, Elisabeth \/ Frings, Theodor (1952-): Althochdeutsches W\u00f6rterbuch. Auf Grund der von Elias v. Steinmeyer hinterlassenen Sammlungen im Auftrag der S\u00e4chsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Lepzig. <a href=\"http:\/\/awb.saw-leipzig.de\/\">Link<\/a><\/li><li><b>Adorno 2003<\/b> = Adorno, Theodor W. (2003 [1951]): Minima Moralia. Reflexionen aus dem besch\u00e4digten Leben, Frankfurt am Main, Suhrkamp<\/li><li><b>Canobbio 2011<\/b> = Canobbio, Sabina (2011): Formule di saluto, in: Enciclopedia dell'Italiano. <a href=\"https:\/\/www.treccani.it\/enciclopedia\/formule-di-saluto_(Enciclopedia-dell%27Italiano)\/\">Link<\/a><\/li><li><b>DWDS<\/b> = Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (Hrsg.) (2004-): Das Digitale W\u00f6rterbuch der deutschen Sprache, Berlin. <a href=\"http:\/\/www.dwds.de\/\">Link<\/a><\/li><li><b>FEW<\/b> = Wartburg, Walter (1922-1967): Franz\u00f6sisches etymologisches W\u00f6rterbuch. Eine Darstellung des galloromanischen Sprachschatzes , Basel, vol. 20, Zbinden. <a href=\"https:\/\/apps.atilf.fr\/lecteurFEW\/\">Link<\/a><\/li><li><b>Georges<\/b> = Georges, Heinrich (1913-1918): Ausf\u00fchrliches lateinisch-deutsches Handw\u00f6rterbuch. Aus den Quellen zusammengetragen und mit besonderer Bezugnahme auf Synonymik und Antiquit\u00e4ten unter Ber\u00fccksichtigung der besten Hilfsmittel ausgearbeitet, Hannover, Hahnsche Buchhandlung. <a href=\"http:\/\/www.zeno.org\/Georges-1913\">Link<\/a><\/li><li><b>Krefeld\/L\u00fccke 2020a<\/b> = Krefeld, Thomas &amp; L\u00fccke, Stephan (2020): VerbaAlpina going FAIR \u2013 Was ein Projekt zu seiner Nachhaltigkeit beitragen kann (und was nicht), M\u00fcnchen. <a href=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/?p=12908\">Link<\/a><\/li><li><b>Lebsanft 1988<\/b> = Lebsanft, Franz (1988): Studien zu einer Linguistik des Grusses - Sprache und Funktion der altfranz\u00f6sischen Grussformeln, T\u00fcbingen, Niemeyer<\/li><li><b>McLuhan 1962<\/b> = McLuhan, Marshall: The Gutenberg Galaxy, London, Routledge &amp; Kegan Paul<\/li><li><b>NavigAIS<\/b> = Tisato, Graziano : NavigAIS. AIS Digital Atlas and Navigation Software, Padova, Istituto di Scienze e Tecnologie della Cognizione (ISTC) - Consiglio Nazionale delle ricerche (CNR). <a href=\"http:\/\/www.navigais.it\/\">Link<\/a><\/li><li><b>Nuovo De Mauro<\/b> = De Mauro, Tullio (2016): Il Nuovo de Mauro . <a href=\"https:\/\/dizionario.internazionale.it\/\">Link<\/a><\/li><li><b>Pustka 2015<\/b> = Pustka, Elissa (2015): Expressivit\u00e4t. Eine kognitive Theorie angewandt auf romanische Quantit\u00e4tsausdr\u00fccke, Berlin, Erich Schmidt<\/li><\/ul><div id=\"ais\" style=\"display: none;\">Jaberg, Karl \/ Jud, Jakob (1928-1940): Sprach- und Sachatlas Italiens und der S\u00fcdschweiz, Zofingen, vol. 1-7<\/div><div id=\"awb\" style=\"display: none;\">Karg-Gasterst\u00e4dt, Elisabeth \/ Frings, Theodor (1952-): Althochdeutsches W\u00f6rterbuch. Auf Grund der von Elias v. Steinmeyer hinterlassenen Sammlungen im Auftrag der S\u00e4chsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Lepzig\n<br><br>\n<a href=\"http:\/\/awb.saw-leipzig.de\/\">Link<\/a><\/div><div id=\"adorno2003\" style=\"display: none;\">Adorno, Theodor W. (2003 [1951]): Minima Moralia. Reflexionen aus dem besch\u00e4digten Leben, Frankfurt am Main, Suhrkamp<\/div><div id=\"canobbio2011\" style=\"display: none;\">Canobbio, Sabina (2011): Formule di saluto, in: Enciclopedia dell'Italiano\n<br><br>\n<a href=\"https:\/\/www.treccani.it\/enciclopedia\/formule-di-saluto_(Enciclopedia-dell%27Italiano)\/\">Link<\/a><\/div><div id=\"dwds\" style=\"display: none;\">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (Hrsg.) (2004-): Das Digitale W\u00f6rterbuch der deutschen Sprache, Berlin\n<br><br>\n<a href=\"http:\/\/www.dwds.de\/\">Link<\/a><\/div><div id=\"few\" style=\"display: none;\">Wartburg, Walter (1922-1967): Franz\u00f6sisches etymologisches W\u00f6rterbuch. Eine Darstellung des galloromanischen Sprachschatzes , Basel, vol. 20, Zbinden\n<br><br>\n<a href=\"https:\/\/apps.atilf.fr\/lecteurFEW\/\">Link<\/a><\/div><div id=\"georges\" style=\"display: none;\">Georges, Heinrich (1913-1918): Ausf\u00fchrliches lateinisch-deutsches Handw\u00f6rterbuch. Aus den Quellen zusammengetragen und mit besonderer Bezugnahme auf Synonymik und Antiquit\u00e4ten unter Ber\u00fccksichtigung der besten Hilfsmittel ausgearbeitet, Hannover, Hahnsche Buchhandlung\n<br><br>\n<a href=\"http:\/\/www.zeno.org\/Georges-1913\">Link<\/a><\/div><div id=\"krefeldl\u00fccke2020a\" style=\"display: none;\">Krefeld, Thomas &amp; L\u00fccke, Stephan (2020): VerbaAlpina going FAIR \u2013 Was ein Projekt zu seiner Nachhaltigkeit beitragen kann (und was nicht), M\u00fcnchen\n<br><br>\n<a href=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/?p=12908\">Link<\/a><\/div><div id=\"lebsanft1988\" style=\"display: none;\">Lebsanft, Franz (1988): Studien zu einer Linguistik des Grusses - Sprache und Funktion der altfranz\u00f6sischen Grussformeln, T\u00fcbingen, Niemeyer<\/div><div id=\"mcluhan1962\" style=\"display: none;\">McLuhan, Marshall: The Gutenberg Galaxy, London, Routledge &amp; Kegan Paul<\/div><div id=\"navigais\" style=\"display: none;\">Tisato, Graziano : NavigAIS. AIS Digital Atlas and Navigation Software, Padova, Istituto di Scienze e Tecnologie della Cognizione (ISTC) - Consiglio Nazionale delle ricerche (CNR)\n<br><br>\n<a href=\"http:\/\/www.navigais.it\/\">Link<\/a><\/div><div id=\"nuovodemauro\" style=\"display: none;\">De Mauro, Tullio (2016): Il Nuovo de Mauro \n<br><br>\n<a href=\"https:\/\/dizionario.internazionale.it\/\">Link<\/a><\/div><div id=\"pustka2015\" style=\"display: none;\">Pustka, Elissa (2015): Expressivit\u00e4t. Eine kognitive Theorie angewandt auf romanische Quantit\u00e4tsausdr\u00fccke, Berlin, Erich Schmidt<\/div><div id=\"ABR_LMU\" style=\"display: none;\">Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen<\/div><div id=\"ABR_vglDOT\" style=\"display: none;\">vergleiche<\/div><div id=\"ABR_deuDOT\" style=\"display: none;\">Deutsch (ISO 639-3)<\/div><div id=\"ABR_fraDOT\" style=\"display: none;\">Franz\u00f6sisch (ISO 639-3)<\/div><div id=\"ABR_itaDOT\" style=\"display: none;\">Italienisch (ISO 639-3)<\/div><div id=\"ABR_sDOTvDOT\" style=\"display: none;\"><span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"latDOT\">lat.<\/span> <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"sub\">sub<\/span> voce (<span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"deuDOT\">deu.<\/span> unter dem Stichwort)<div id=\"ABR_latDOT\" style=\"display: none;\">Latein (ISO 639-3)<\/div><div id=\"ABR_sub\" style=\"display: none;\">Substantiv<\/div><div id=\"ABR_deuDOT\" style=\"display: none;\">Deutsch (ISO 639-3)<\/div><\/div><div id=\"ABR_DeuDOT\" style=\"display: none;\">Deutsch (ISO 639-3)<\/div><div id=\"ABR_latDOT\" style=\"display: none;\">Latein (ISO 639-3)<\/div><div id=\"ABR_VglDOT\" style=\"display: none;\">Vergleiche<\/div><div id=\"ABR_fDOT\" style=\"display: none;\">Femininum<\/div><div id=\"ABR_engDOT\" style=\"display: none;\">Englisch (ISO 639-3)<\/div><div id=\"ABR_ahdDOT\" style=\"display: none;\">Althochdeutsch (ISO 639-3)<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Dieser Beitrag wurde anl\u00e4sslich der Abschiedsvorlesung des Verfassers geschrieben (LMU M\u00fcnchen, 2.11.2022). 1. Sozialisation und Interesse Nach 27 Jahren darf man in die Kiste der Moralisten greifen; allerdings m\u00f6chte ich nicht gleich die franz\u00f6sische Klassik bem\u00fchen \u2013 bei Fran\u00e7ois de La Rochefoucauld findet sich ja bekanntlich eine Maxime f\u00fcr jeden Zweck \u2013 , sondern [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[1,18],"btdb_keywords":[504,548,578,796,836,798],"coauthors":[83],"class_list":["post-20026","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-va_beitrag","btdb_keywords-ais-atlas","btdb_keywords-digital-humanities","btdb_keywords-geolinguistics","btdb_keywords-greeting","btdb_keywords-philology","btdb_keywords-pragmatics"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20026","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=20026"}],"version-history":[{"count":173,"href":"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20026\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":25868,"href":"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20026\/revisions\/25868"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=20026"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=20026"},{"taxonomy":"btdb_keywords","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fbtdb_keywords&post=20026"},{"taxonomy":"author","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcoauthors&post=20026"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}