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			{"id":9488,"date":"2019-05-02T13:43:39","date_gmt":"2019-05-02T12:43:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/?p=9488"},"modified":"2022-12-13T16:17:26","modified_gmt":"2022-12-13T15:17:26","slug":"konzeption-und-institutionalisierung-des-fdm-aus-der-erfahrung-eines-forschungsprojekts-in-den-digitalen-geisteswissenschaften-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/?p=9488","title":{"rendered":"Konzeption und Institutionalisierung des FDM \u2014 aus der Erfahrung eines Forschungsprojekts in den digitalen Geisteswissenschaften"},"content":{"rendered":"<p><strong>Vorbemerkung<\/strong><\/p>\n<p>Der nachfolgende Text stellt die Ausarbeitung des am 28.3.2019\u00a0auf den <a href=\"https:\/\/www.e-science-tage.de\/de\/programm\">e-Science-Tagen<\/a> in Heidelberg von Stephan L\u00fccke und Martin Spenger gemeinsam\u00a0<a href=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/?p=9178\">gehaltenen Tandem-Vortrags<\/a> dar. Der Text ist die Vorlage der in den Kongressakten publizierten Version (<a href=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/2019-05-03_publikation_escience-tage.pdf\">PDF-Version<\/a>), die inhaltlich identisch ist. Abweichungen k\u00f6nnen h\u00f6chstens hinsichtlich einzelner Verlinkungen bestehen, weswegen bei Zitaten zwischen den beiden Versionen unterschieden werden muss.<\/p>\n<hr>\n<p style=\"text-align: center;\">Stephan L\u00fccke (<span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"ITG\">ITG<\/span>), Martin Spenger (<span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"UB\">UB<\/span> der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span>)<\/p>\n<p>Dieser Beitrag zeigt am Beispiel des Forschungsdatenmanagements an der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span>, wie Wissenschafts- und Infrastrukturpartner erfolgreich zusammenarbeiten k\u00f6nnen. Im Rahmen des Modellprojekts \u201eeHumanities \u2013 interdisziplin\u00e4r\u201c wird die Zusammenarbeit anhand des Pilotpojekts VerbaAlpina verdeutlicht. Der erste Teil des Aufsatzes beschreibt VerbaAlpina und die Besonderheiten aus der Perspektive der digitalen Geisteswissenschaften. Der zweite Teil bringt als Infrastrukturpartner die Universit\u00e4tsbibliothek der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span> ins Spiel. Abschlie\u00dfend folgt ein kurzer \u00dcberblick \u00fcber das Projekt \u201eeHumanities \u2013 interdisziplin\u00e4r\u201c.<\/p>\n<h1>1. Teil: Das Projekt VerbaAlpina (Stephan L\u00fccke)<\/h1>\n<p>Das Projekt <a href=\"http:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\">VerbaAlpina<\/a> (<span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span>) ist ein von der <a href=\"http:\/\/gepris.dfg.de\/gepris\/projekt\/253900505\">DFG gef\u00f6rdertes<\/a> Langfristvorhaben mit einer Perspektive bis 2025 und befindet sich derzeit in der zweiten F\u00f6rderphase, die noch bis zum Herbst\u00a02020 andauert.\u00a0 Es handelt sich um ein\u00a0interdisziplin\u00e4res Projekt\u00a0im Umfeld der Digital Humanities. Der Schwerpunkt des Interesses liegt auf den Sprachwissenschaften, daneben erfolgt jedoch auch eine intensive und streckenweise exemplarische Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der Informationstechnologie. Das von <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> zusammengetragene und analysierte Datenmaterial kann dar\u00fcber hinaus auch f\u00fcr andere Disziplinen wie etwa die Ethnographie, die Arch\u00e4ologie oder auch die Geschichtswissenschaften von Interesse sein. <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> betreibt unter anderem eine intensive Methodenreflexion, die haupts\u00e4chlich in der Rubrik \"Methodologie\" auf der Projektwebseite dokumentiert ist. Zu einigen der im Folgenden thematisierten Punkte finden sie dort ausf\u00fchrlichere Darlegungen, auf die hier generell hingewiesen sei.<\/p>\n<p>Initiatoren und Tr\u00e4ger des Projekts sind Thomas Krefeld vom Romanistischen Seminar der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span> sowie Stephan L\u00fccke von der IT-Gruppe Geisteswissenschaften der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span>. In der laufenden zweiten F\u00f6rderphase verf\u00fcgt <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> \u00fcber je zwei Doktorandenstellen im Bereich der Sprachwissenschaft (einer zust\u00e4ndig f\u00fcr die Romanistik\/Slawistik, der andere f\u00fcr die Germanistik) und in der Informatik (f\u00fcr Datenbank- und Frontendentwicklung). F\u00fcr die umfangreiche Koordinationsarbeit mit den zahlreichen Projektpartnern\u00a0steht eine weitere Doktorandenstelle zur Verf\u00fcgung, deren Inhaberin ihre Doktorarbeit im thematischen sprachwissenschaftlichen Umfeld des Projekts vorbereitet. Unterst\u00fctzt wird das Team durch eine Reihe von Hilfskr\u00e4ften, die vor allem f\u00fcr die strukturierte Datenerfassung eingesetzt werden.<\/p>\n<p>Vorrangiges Ziel von <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> ist die systematische Erfassung und Analyse der im Alpenraum verbreiteten morpholexikalischen Typen, die zur Bezeichnung ausgew\u00e4hlter \"Objekte\" (<a href=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de?page_id=493&amp;db=232&amp;letter=K#37\">Konzepte<\/a>, Begriffe) Verwendung finden oder auch fanden. Vereinfacht gesagt, steht dabei die Frage im Zentrum, welche Konzepte an welchen Orten mit welchen W\u00f6rtern bezeichnet werden. So wird z.B. das Konzept BUTTER (<span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> verwendet zur Bezeichnung der Konzepte stets Versalien, um damit den Unterschied zu den Bezeichnungen\/W\u00f6rtern klar zu machen) in unterschiedlichen Regionen des Alpenraums mit unterschiedlichen morpholexikalischen Typen bezeichnet: In Bayern und \u00d6sterreich herrscht der Typ <em>Butter<\/em> vor, im Alemannischen ist <em>Anke<\/em> weit verbreitet, in Italien nennt man die BUTTER <em>burro<\/em>. <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> ist fokussiert auf die jeweiligen morpholexikalischen Typen, das hei\u00dft, phonetische Variationen werden zwar vielfach dokumentiert, jedoch nicht systematisch erfasst oder gar analysiert. Eine vollst\u00e4ndige Erfassung des morpholexikalischen Materials ist unm\u00f6glich. Daher beschr\u00e4nkt <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> seine Dokumentation und Untersuchung auf typisch alpine Konzeptdom\u00e4nen wie etwa die Almwirtschaft (Schwerpunkt der ersten Projektphase von 2014 bis 2017) oder auch\u00a0Natur und Umwelt (laufende Projektphase) sowie Tourismus (geplant f\u00fcr die Projektphase ab 2020).<\/p>\n<p>Der geographische Rahmen des Untersuchungsgebiets ist aus pragmatischen Gr\u00fcnden auf die Ausdehnung der sogenannten <a href=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de?page_id=493&amp;db=232&amp;letter=A#103\">Alpenkonvention<\/a> festgelegt worden. Als Datengrundlage dienen in erster Linie traditionell in Buchform publizierte sogenannte <a href=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de?page_id=493&amp;db=232&amp;letter=Q#48\">Sprachatlanten<\/a>, die konzeptorientiert (\"onomasiologisch\") in Kartenform die Verbreitung von morpholexikalischen Typen f\u00fcr die Bezeichnung vorgegebener Konzepte pr\u00e4sentieren. Die systematische Erfassung dieser Daten ist kaum automatisierbar und bedeutet einen erheblichen Aufwand an Handarbeit. Die Schwierigkeit liegt dabei weniger im (nicht eingesetzten) OCR-Verfahren, sondern vielmehr an der kartographischen Zuordnung bestimmter Bezeichnungen zu den einzelnen auf den Karten verzeichneten Punkten. Erschwert wird diese automatische Erfassung \u00fcberdies durch die Verwendung von Symbolen auf der Karte, die die Orthographie des\u00a0 entsprechenden Typs also unterdr\u00fccken. Die Daten aus den Sprachatlanten werden erg\u00e4nzt um Daten aus W\u00f6rterb\u00fcchern, die, anders als die Sprachatlanten, von den morpholexikalischen Typen ausgehen und die jeweiligen durch sie bezeichneten Konzepte dokumentieren. Es werden jedoch nur solche W\u00f6rterb\u00fccher ber\u00fccksichtigt, die auch Aufschluss \u00fcber die geographische Verbreitung der jeweiligen Bedeutungen geben. <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> verf\u00fcgt \u00fcber eine gro\u00dfe Anzahl nationaler und internationaler <a href=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/?page_id=185&amp;db=181\" target=\"_BLANK\">Partner<\/a>, die vielfach \u00fcber eigene Sprachdatensammlungen verf\u00fcgen, die nach M\u00f6glichkeit und Eignung ebenfalls in den Datenbestand von <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> \u00fcbernommen werden. In der Summe ergibt sich ein kartierbares Netz der im Alpenraum verbreiteten Bezeichnungen der ausgew\u00e4hlten Konzepte, die auf einer interaktiven <a href=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/?page_id=133&amp;db=xxx\" target=\"_BLANK\">Online-Karte<\/a> pr\u00e4sentiert werden. Ein wesentlicher Mehrwert des Einsatzes der zeitgem\u00e4\u00dfen Online-Medien ist dabei der problemfreie und schnelle Wechsel zwischen der onomasiologischen und der semasiologischen Perspektive.<\/p>\n<p><span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> stellt s\u00e4mtliche von ihm erzeugten Inhalte \u2013 wozu auch alle Softwareentwicklungen geh\u00f6ren \u2013 nach M\u00f6glichkeit unter einer offenen <a href=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de?page_id=493&amp;db=232&amp;letter=L#41\">Lizenz<\/a> zur Verf\u00fcgung (CC BY-SA). Ausnahmen bestehen nur f\u00fcr Daten, die anderweitig unter restriktiven Lizenzen gef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p><span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> versteht sich als\u00a0konsequent <a href=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de?page_id=493&amp;db=232&amp;letter=D#15\">digitales<\/a> Online-Projekt und betrachtet die traditionellen Publikations- und Kommunikationsgepflogenheiten im Wissenschaftsbetrieb als \u00fcberholt. Das Projekt verzichtet vollst\u00e4ndig auf den Einsatz herk\u00f6mmlicher Drucktechnologie und h\u00e4lt auch den Einsatz von PDF-Dokumenten als eine wenig geeignete Publikationsform, die gegen\u00fcber der Webtechnologie entscheidende Einschr\u00e4nkungen besitzt.<\/p>\n<p>Die zentralen Projektdaten werden im relationalen Datenformat in einer MySQL-Datenbank verwaltet. Als Frontend dient eine generische WordPress-Installation, f\u00fcr die von den Projekt-Informatikern eine Reihe von spezifischen, auf die Projektbed\u00fcrfnisse zugeschnittenen, Plugins entwickelt wurden, die \u00fcber <a href=\"https:\/\/github.com\/VerbaAlpina\/\" target=\"_BLANK\">GitHub<\/a> der Allgemeinheit unter der CC BY-SA-Lizenz zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Das Projektportal ist multifunktional. Es dient gleicherma\u00dfen als Arbeitsinstrument f\u00fcr die Projektmitarbeiter wie auch als Publikations- und Dokumentationsplattform und schlie\u00dflich zur wissenschaftlichen Kommunikation, wobei allerdings letztere Funktionalit\u00e4t noch nicht konsequent ausgebaut ist. Die Idee ist, dass sich Wissenschaftler und Laien auf dem Portal registrieren und das System f\u00fcr den wissenschaftlichen Austausch und auch als Instrument zur Verwaltung eigener Daten verwenden.<\/p>\n<p><span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> unterscheidet nicht zwischen \"Forschungsdaten\" einerseits und auswertenden Daten andererseits, eine Vorstellung, von der offenkundig auch die aktuelle Diskussion des Forschungsdatenmanagements gepr\u00e4gt ist. S\u00e4mtliche Projektdaten sind aufeinander bezogen und somit untrennbar miteinander verbunden. Aus diesem Grund verfolgt <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> das Ziel, die Gesamtheit der Daten, also die gesammelten Sprachdaten sowie alle darauf bezogenen analytischen und erl\u00e4uternden Texte, kartographischen Repr\u00e4sentationen und sonstige Derivate als Ganzes dauerhaft und in zuverl\u00e4ssig zitierbarer Weise zu erhalten. Angesichts st\u00e4ndig ausgebauter Speicherungskapazit\u00e4ten und dem im Vergleich mit mancher naturwissenschaftlichen Disziplin geringem Datenvolumen kann die Datenmenge nicht als Hinderungsgrund betrachtet werden, womit kein Grund erkennbar ist, nicht den kompletten Datenbestand dauerhaft zu bewahren.<\/p>\n<p>Der aus den stets nur auf Teilbereiche des Alpenraums beschr\u00e4nkten Sprachatlanten und W\u00f6rterb\u00fcchern zusammengetragene gleichsam \"historische\" Datenbestand weist notwendigerweise eine ganze Reihe von Inkonsistenzen auf. So sind regionale Unterschiede hinsichtlich Belegdichte und Dokumentation der ausgew\u00e4hlten Konzepte festzustellen. Um diese Inkonsistenzen auszugleichen, wurde von <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> ein Crowdsourcing-Tool entwickelt, das Nutzern im Internet erlaubt, regionale Bezeichnungen f\u00fcr die projektrelevanten Konzepte beizutragen. Aktuell sind auf diesem Weg exakt 11546 (Stand 30.4.19) morpholexikalische Einzelbelege in den Datenbestand von <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> gelangt. Neben dem geographischen und konzeptbezogenen Ausgleich gelangt \u00fcber das Crowdsourcing auch eine (zus\u00e4tzliche, da auch die konventionellen Datenquellen unterschiedliche Zeitr\u00e4ume dokumentieren) diachrone Perspektive in den Datenbestand, die einen Einblick in den Sprachwandel und dessen Dynamik erlaubt.<\/p>\n<p><span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> steht im engen Verbund mit im Wesentlichen zwei an der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span> beheimateten Institutionen: Der <a href=\"https:\/\/www.itg.uni-muenchen.de\/index.html\" target=\"_BLANK\">IT-Gruppe Geisteswissenschaften<\/a> (<span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"ITG\">ITG<\/span>) sowie der <a href=\"https:\/\/www.ub.uni-muenchen.de\/index.html\" target=\"_BLANK\">Universit\u00e4tsbibliothek<\/a> (<span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"UB\">UB<\/span>). Die <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"ITG\">ITG<\/span> besteht seit knapp 20 Jahren und ist urspr\u00fcnglich aus einer Stelle f\u00fcr rechnergest\u00fctzte Forschung an der Fakult\u00e4t f\u00fcr Kulturwissenschaften der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span> hervorgegangen. Sie ist zust\u00e4ndig f\u00fcr und ist getragen von s\u00e4mtlichen geisteswissenschaftlichen Fakult\u00e4ten, wobei ihre zentralen Aufgaben in der Planung und Betreuung der IT-Infrastruktur, der Unterst\u00fctzung bei und der Durchf\u00fchrung von digitaler Forschung und Lehre sowie im Management der von den Wissenschaftlern erzeugten Forschungsdaten liegen. Die bei <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> besch\u00e4ftigten Informatiker sind direkt an der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"ITG\">ITG<\/span> angesiedelt und haben dort die M\u00f6glichkeit zum fachlichen Austausch mit anderen Besch\u00e4ftigten, die in einer ganzen Reihe von weiteren DH-Projekten mit vergleichbaren Aufgaben besch\u00e4ftigt sind. Dieses strukturelle Konzept gew\u00e4hrleistet ein hohes Ma\u00df an Synergieeffekten, von denen auch die anderen an der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"ITG\">ITG<\/span> betriebenen Projekte profitieren k\u00f6nnen. <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> ist bestrebt, die f\u00fcr das Projekt entwickelte Software soweit m\u00f6glich und sinnvoll generisch und modular zu konzipieren, so dass sie mit m\u00f6glichst geringem Aufwand auch in anderen Kontexten weiter- bzw. wiederverwendet werden kann.<\/p>\n<p>Vor allem im Hinblick auf die dauerhafte Bewahrung der Projektdaten spielt wiederum die <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"UB\">UB<\/span> die entscheidende Rolle f\u00fcr <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span>. Generell ist <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> der Meinung, dass vor allem die Bibliotheken die nat\u00fcrlichen Ansprechpartner f\u00fcr alle Fragen der Datenbewahrung sind. Dies ist begr\u00fcndet zum einen durch die jahrhundertelange Tradition der entsprechenden Zust\u00e4ndigkeit, zum anderen durch die feste institutionelle Verankerung, die eine langfristige Bestandsgarantie verspricht, wie sie kaum eine andere Einrichtung in vergleichbarem Umfang besitzt. Hinzu kommt ein hohes Ma\u00df an Kompetenz, das an der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"UB\">UB<\/span> sowohl im Hinblick auf die bibliothekarischen wie auch die informatischen Erfordernisse vorhanden ist. Drittmittelgef\u00f6rderte Projekte mit begrenzter Existenzperspektive erscheinen problematisch, werden von <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> jedoch zus\u00e4tzlich genutzt. So wird aktuell ein Datenexport an das <a href=\"https:\/\/clarin.informatik.uni-leipzig.de\/repo\/\" target=\"_BLANK\">CLARIN-D Centre Leipzig<\/a> vorbereitet, mit dem <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen hat.<\/p>\n<p>\u00dcber den Kontakt zur <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"UB\">UB<\/span> und <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"ITG\">ITG<\/span> ist <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> auch in das vom Bayerischen Staatsministerium f\u00fcr Wissenschaft und Kunst gef\u00f6rderte Projekt <a href=\"https:\/\/www.fdm-bayern.org\/\" target=\"_BLANK\">eHumanities \u2013 interdisziplin\u00e4r<\/a>\u00a0eingebunden. <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> nimmt dort die Rolle eines Pilotprojekts ein, dessen Daten exemplarisch mit Metadaten angereichert und schlie\u00dflich in das institutionelle Repositorium der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"UB\">UB<\/span> (<a href=\"https:\/\/data.ub.uni-muenchen.de\/\" target=\"_BLANK\">Open Data <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span><\/a>) gelangen, wo sie schlie\u00dflich in versionierter Form dauerhaft gesichert und auch zitierbar sind. Die Entwicklung bzw. Anpassung der Metadatenmodelle an die spezifischen Projekterfordernisse erfolgt in enger Zusammenarbeit von <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span>-, <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"ITG\">ITG<\/span>- und <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"UB\">UB<\/span>-Mitarbeitern. Dieser Prozess, der sich als ausgesprochen effizient erweist, ist in dieser Form nur durch die enge lokale Ansiedlung der beteiligten Institutionen m\u00f6glich. Vor dem Hintergrund dieser Erfahrung steht <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> allen Konzepten, die im Hinblick auf das Forschungsdatenmanagement L\u00f6sungen mit spezialisierten zentralen Institutionen favorisieren, die dann unter Umst\u00e4nden sehr weit vom Ort der Projektt\u00e4tigkeit liegen, skeptisch gegen\u00fcber. Demgegen\u00fcber betrachtet <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> die skizzierte enge Verzahnung der beteiligten Akteure als modellhaft. Zumindest theoretisch sollte eine \u00dcbertragung dieses Konzepts auf andere Universit\u00e4tsstandorte angesichts der doch weitgehend fl\u00e4chendeckenden Verbreitung von Universit\u00e4tsbibliotheken m\u00f6glich sein.<\/p>\n<p><span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> steht seit L\u00e4ngerem auch in Kontakt mit dem vom BMBF gef\u00f6rderten Projekt GeRDI, das als Datenaggregator betrachtet werden kann, dessen Ziel es ist, Forschungsdaten der verschiedensten Disziplinen \u00fcber einen zentralen Zugang unter Einsatz von Metadaten zug\u00e4nglich zu machen. Durch die oben beschriebene Kooperation im Rahmen des Projekts eHumanities \u2013 interdisziplin\u00e4r gelangen die <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span>-Daten \u00fcber die <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"UB\">UB<\/span> auch in den Datenbestand von GeRDI.<\/p>\n<p>Im Zusammenhang mit dem Forschungsdatenmanagement wird\u00a0f\u00fcr die Aufbereitung von Forschungsdaten seit einiger Zeit auch die Erf\u00fcllung der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"sogDOT\">sog.<\/span> FAIR-Prinzipien propagiert bzw. bisweilen auch gefordert. Das Projekt <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> h\u00e4lt die in diesem Akronym versammelten Postulate f\u00fcr durch und durch berechtigt und ist bestrebt, diesen Kriterien m\u00f6glichst weitgehend zu entsprechen. Die Auffindbarkeit (<span style=\"text-decoration: underline;\">f<\/span>indable) und Zug\u00e4nglichkeit (<span style=\"text-decoration: underline;\">a<\/span>ccessible) der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span>-Daten ist durch die in Zusammenarbeit mit der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"UB\">UB<\/span> erfolgte Anreicherung um Metadaten mit deren anschlie\u00dfender Einbindung in Kataloge (z.B. OPAC) und Aggregatoren-Dienste (<a href=\"https:\/\/www.gerdi-project.eu\/\" target=\"_BLANK\">GeRDI<\/a>) sowie durch das angewendete offene Lizenzmodell hinreichend gew\u00e4hrleistet. Die Forderung der Interoperabilit\u00e4t (<span style=\"text-decoration: underline;\">i<\/span>nteroparable) und bis zu einem gewissen Grad auch der Nachnutzbarkeit (<span style=\"text-decoration: underline;\">r<\/span>eusable) erscheint nur m\u00f6glich, wenn das vom Projekt gesammelte Datenmaterial in m\u00f6glichst feiner Granulierung vorliegt und auf die einzelnen Datens\u00e4tze \u00fcber eine <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"URL\">URL<\/span> eindeutig referenziert werden kann. Aus diesem Grund wird der Kerndatenbestand von <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> nach Einzelbelegen, morpholexikalischen Typen, Konzepten und Gemeinden gruppiert, die jeweiligen Gruppen mit persistenten Identifikatoren versehen und in dieser Form, zusammen mit allen \u00fcbrigen Projektdaten, versionsweise an die <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"UB\">UB<\/span> \u00fcbertragen. Nach der Anreicherung um Metadaten und der Ablage im institutionellen Repositorium ist es sodann m\u00f6glich, jede einzelne Instanz innerhalb der genannten Gruppierungen \u00fcber eine <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"DOI\">DOI<\/span> anzusprechen. Damit sind de facto projektspezifische Normdaten erzeugt, dar\u00fcberhinaus ist eine der wesentlichen Forderungen erf\u00fcllt, die den Datenbestand von <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> als \"linked open data\" qualifizieren (die Existenz einer persistenten <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"URL\">URL<\/span>). Derzeit fehlen jedoch noch die ebenfalls erforderlichen RDF-Metadaten im XML-Format, deren Erzeugung jedoch geplant ist. Die <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"UB\">UB<\/span> erw\u00e4gt au\u00dferdem, zus\u00e4tzlich zu den DOIs eigene persistente URLs zu erzeugen, deren Vergabe und Betreuung in der alleinigen Verantwortung der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"UB\">UB<\/span> liegen. <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> begr\u00fc\u00dft diese Perspektive, zumal die <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span>-Ressourcen zus\u00e4tzlich zu den DOIs \u00fcber ein weiteres, davon unabh\u00e4ngiges System persistenter Adressen erreichbar sein werden.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung des Forschungsdatenmanagements besteht in der langfristigen Konservierung \"lebender Systeme\", wie das Projektportal von <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> eines ist. <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> betrachtet dieses von ihm entwickelte Projektportal als eine zeitgem\u00e4\u00dfe Publikationsform, die in ihrer prim\u00e4ren Funktion \u2013 der Ver\u00f6ffentlichung\u00a0\u2013 mit der traditionellen Buchpublikation vergleichbar ist, aber nat\u00fcrlich dar\u00fcber hinausgehende M\u00f6glichkeiten bietet. Der Wunsch w\u00e4re, dieses Webportal m\u00f6glichst ad infinitum online verf\u00fcgbar zu halten, vergleichbar mit der Bewahrung eines Buches in einer Bibliothek. Leider stehen diesem Ideal technische Schwierigkeiten entgegen, die struktureller Natur und daher bislang nicht l\u00f6sbar sind. Das Problem besteht haupts\u00e4chlich in der st\u00e4ndigen Weiterentwicklung der Software- konkret: Serverumgebung, innerhalb derer ein solches Projektportal l\u00e4uft. Die projekt- bzw. portalspezifische Software muss in gr\u00f6\u00dferen Abst\u00e4nden immer wieder an die ver\u00e4nderte Umgebung angepasst werden, bedarf also mehr oder minder permanenter Pflege. <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> ist zwar insofern strategisch gut aufgestellt, als das Projektportal von der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"ITG\">ITG<\/span> betreut wird, die \u00fcber eine unbefristete Bestandsperspektive verf\u00fcgt und im Rahmen ihrer personellen M\u00f6glichkeiten die Betreuung des <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span>-Webportals auch \u00fcber das Projektende von <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> hinaus \u00fcbernehmen wird, jedoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass in mittel- bis langfristiger Perspektive derart gro\u00dfer Aufwand f\u00fcr den Fortbetrieb des Portals geleistet werden m\u00fcsste, der die Kapazit\u00e4ten der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"ITG\">ITG<\/span> \u00fcbersteigt. Versuchsweise wurde eine \u00e4ltere Version des <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span>-Webportals auf einem <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"sogDOT\">sog.<\/span> Docker-Image auf einem Server der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"UB\">UB<\/span> abgelegt (<a href=\"https:\/\/verba-alpina-archiv.ub.uni-muenchen.de\/\" target=\"_BLANK\">https:\/\/verba-alpina-archiv.ub.uni-muenchen.de\/<\/a>), jedoch erscheint auch dies nicht als absolut zuverl\u00e4ssige Dauerl\u00f6sung. Als derzeit einzig vern\u00fcnftiges Konzept zur dauerhaften Bewahrung auch des Webportals erscheint nur die von <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> betriebene m\u00f6glichst ausf\u00fchrliche Dokumentation der Funktionalit\u00e4t der Webseite zusammen mit der Archivierung des entwickelten Softwarecodes auf GitHub sowie im institutionellen Repositorium der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"UB\">UB<\/span> (Letzteres wird derzeit noch projektintern diskutiert). Sp\u00e4teren Generationen sollte es dann zumindest theoretisch m\u00f6glich sein, das Gesamtsystem einschlie\u00dflich all seiner Funktionen mit der dann verf\u00fcgbaren Technik \"nachzubauen\".<\/p>\n<h1>2. Teil: Die Perspektive der Bibliothek (Martin Spenger)<\/h1>\n<p>Wie aufgezeigt spielen Bibliotheken eine entscheidende Rolle im Umgang mit Forschungsdaten. Dabei nimmt die bereits an den Einrichtungen vorhandene Expertise in der Erschlie\u00dfung und Zug\u00e4nglichmachung von Informationen eine zentrale Rolle im Prozess des Forschungsdatenmanagements ein.<\/p>\n<p>Neben der Erschlie\u00dfung der Forschungsdaten und der Verkn\u00fcpfung mit Normdaten kann die generische und fachspezifische Anreicherung mit Metadaten als ein Kompetenzbereich der Bibliotheken betrachtet werden. Oft besteht zus\u00e4tzlich eine entsprechende Infrastruktur an den Einrichtungen, die sich mit der Vergabe von persistenten Identifikationen (PID) befasst. Bibliotheken k\u00f6nnen in der Regel auf eine langj\u00e4hrige Erfahrung mit der Vergabe und dem Einsatz von Digital Object Identifiern (<span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"DOI\">DOI<\/span>) und Uniform Resource Names (<span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"URN\">URN<\/span>) zur\u00fcckgreifen.<\/p>\n<p>Diese Aufgabenbereiche bilden die Grundlage, um Daten zug\u00e4nglich und auffindbar zu machen. Neben der Beratung zum Forschungsdatenmanagement finden sich Bibliotheken zudem immer h\u00e4ufiger in der Position des \u201eData Publishers\u201c, also des Datenver\u00f6ffentlichers. Mit der Ver\u00f6ffentlichung von Forschungsdaten \u2013 beispielsweise auf institutionellen Repositorien \u2013 entstehen zus\u00e4tzliche Aufgabenfelder f\u00fcr die Bibliotheken. In der Regel verf\u00fcgen die Publikationsplattformen bereits \u00fcber eine Infrastruktur, die es erm\u00f6glicht, die Metadaten \u00fcber Schnittstellen an weitere Suchmaschinen oder Discovery-Systeme zu liefern. Bibliotheken kennen dabei auch die Recherche- und Nutzungs-Bed\u00fcrfnisse der Forschenden und sorgen daf\u00fcr, dass auch die Forschungsdaten \u00fcber geeignete Plattformen f\u00fcr eine breite Nutzergruppe zug\u00e4nglich sind.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend mit der Vergabe von PIDs bereits eine dauerhafte Zitierbarkeit gegeben ist, m\u00fcssen sich die \u201eData Publishers\u201c auch mit der Frage auseinandersetzen, wie Forschungsdaten langfristig verf\u00fcgbar bleiben k\u00f6nnen. An vielen Bibliotheken bestehen bereits entsprechende Workflows f\u00fcr digitale Publikationen, die sich teilweise auch auf Forschungsdaten \u00fcbertragen lassen. Gem\u00e4\u00df den <a href=\"https:\/\/www.dfg.de\/download\/pdf\/foerderung\/antragstellung\/forschungsdaten\/richtlinien_forschungsdaten.pdf\">Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis<\/a> sollen Daten mindestens zehn Jahre aufbewahrt werden. Dies erscheint jedoch verglichen mit \u201etraditionellen\u201c Best\u00e4nden von Bibliotheken sehr kurz. W\u00e4hrend beispielsweise im Bereich \u201eAltes Buch\u201c Medien bewahrt werden, die mehrere hundert Jahre alt sein k\u00f6nnen, ist es unklar, ob heute erstellte Forschungsdaten in zehn Jahren noch lesbar sind. Es wird daher an verschiedenen L\u00f6sungen gearbeitet, von Technologien wie Bitstream Preservation bis hin zur Langzeitarchivierung, damit auch Informationen aus digitalen Daten langfristig verf\u00fcgbar sind.<\/p>\n<h2>Fallbeispiel Universit\u00e4tsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen<\/h2>\n<p>Die Themen Open Access und Forschungsdaten sind an der Universit\u00e4tsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen (<span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"UB\">UB<\/span> der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span>) Teil des Alltagsgesch\u00e4fts. Neben elektronischen Publikationsplattformen f\u00fcr Zeitschriften (Open Journals <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span>), Hochschulschriften (Elektronische Hochschulschriften) und weiteren wissenschaftlichen Publikationen (Open Access <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span>), werden auch hybride Publikationsformen (z. B. Open Publishing <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span>) angeboten (<a href=\"https:\/\/www.budapestopenaccessinitiative.org\/\">\ud83d\udd17<\/a>). Die Ver\u00f6ffentlichung von Forschungsdaten ist seit 2010 \u00fcber das institutionelle Repositorium Open Data <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span> m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Prim\u00e4r richtet sich das Repositorium an Wissenschaftler\/innen aller Fakult\u00e4ten der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span> sowie kooperierender Institutionen. Die Ausrichtung ist interdisziplin\u00e4r, und es wurden bereits Forschungsdaten aus \u00fcber 15 verschiedenen Fachgebieten ver\u00f6ffentlicht. Nutzer\/innen k\u00f6nnen nach erfolgreicher Registrierung ihre Daten eigenst\u00e4ndig auf den Server hochladen. Eine einheitliche Forschungsdaten-Policy wurde bisher nicht eingef\u00fchrt, es wird aber empfohlen, Daten im Sinne der Budapester Open Access Initiative und der <a href=\"https:\/\/openaccess.mpg.de\/Berliner-Erklaerung\">Berliner Erkl\u00e4rung<\/a> \u00fcber offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen der Allgemeinheit zur Verf\u00fcgung zu stellen.<\/p>\n<p>Das Repositoriums Open Data <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span> l\u00e4uft unter der <a href=\"https:\/\/www.eprints.org\/\">Open-Source-Software EPrints<\/a>. An der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"UB\">UB<\/span> der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span> ist die Version 3.3.15 im Einsatz. EPrints wird in einer Linux-Umgebung aufgesetzt und ben\u00f6tigt Perl sowie eine MySQL-Datenbank. Eine OAI-Schnittstelle erlaubt den Export von Metadaten in vielen Standard-Formaten, darunter DataCite, Dublin Core oder RDF.<\/p>\n<div id=\"attachment_9654\" style=\"width: 981px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/abbildung1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9654\" class=\"wp-image-9654 size-full\" src=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/abbildung1.jpg\" alt=\"\" width=\"971\" height=\"785\" srcset=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/abbildung1.jpg 971w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/abbildung1-150x121.jpg 150w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/abbildung1-300x243.jpg 300w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/abbildung1-768x621.jpg 768w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/abbildung1-624x504.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 971px) 100vw, 971px\"><\/a><p id=\"caption-attachment-9654\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 1: Das institutionelle Repositorium Open Data <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span><\/p><\/div>\n<p>Durch die stetig wachsenden Anforderungen an das Forschungsdatenmanagement wurde an der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"UB\">UB<\/span> der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span> alternative Repositorien-Software evaluiert. Eine Alternative sollte alle Funktionen, die EPrints bietet, beinhalten sowie einen komfortableren und vielseitigeren Umgang mit Forschungsdaten erm\u00f6glichen. Zentrale Anforderungen sind beispielsweise eine hohe Skalierbarkeit sowie die Anbindung an neue Technologien wie Linked Open Data und Semantic Web.<\/p>\n<p>Die Wahl fiel schlie\u00dflich auf <a href=\"https:\/\/duraspace.org\/fedora\/\">Fedora Repositories<\/a>. Fedora ist ebenfalls ein Open Source-Produkt und wird von DuraSpace entwickelt. Hinter der Organisation steht eine gro\u00dfe und aktive Community, die L\u00f6sungen f\u00fcr unterschiedliche Bedarfe anbietet. Das popul\u00e4rste Produkt von DuraSpace ist das Repositorium DSpace, welches mittlerweile zu den am h\u00e4ufigsten eingesetzten Datenrepositorien an deutschen Forschungseinrichtungen z\u00e4hlt. W\u00e4hrend sich DSpace verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig einfach installieren und einrichten l\u00e4sst, fungiert Fedora als Middleware und bedarf tiefer greifender Entwicklungs- und Programmierarbeiten.<\/p>\n<p>Wie genau sich Fedora als Middleware einsetzen l\u00e4sst, zeigt folgende Skizze, die in der Entwicklungsphase an der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"UB\">UB<\/span> der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span> erstellt wurde. Als Pilotprojekt diente dabei das in Teil 1 des Textes erw\u00e4hnte Projekt VerbaAlpina (<span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span>). Die Projektwebseite hat seit 2019 eine <a href=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/?page_id=8844\">Schnittstelle<\/a>, die Forschungsdaten in unterschiedlichen Formaten bereitstellt, wahlweise als csv, xml oder json.<\/p>\n<div id=\"attachment_9656\" style=\"width: 1085px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/abbildung2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9656\" class=\"wp-image-9656 size-full\" src=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/abbildung2.jpg\" alt=\"\" width=\"1075\" height=\"462\" srcset=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/abbildung2.jpg 1075w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/abbildung2-150x64.jpg 150w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/abbildung2-300x129.jpg 300w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/abbildung2-768x330.jpg 768w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/abbildung2-1024x440.jpg 1024w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/abbildung2-624x268.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 1075px) 100vw, 1075px\"><\/a><p id=\"caption-attachment-9656\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 2: vereinfachte Skizze der Infrastruktur<\/p><\/div>\n<p>\u00dcber die Schnittstelle gesammelte Daten werden anschlie\u00dfend um Metadaten angereichert. Dabei arbeiten Metadaten-Experten der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"UB\">UB<\/span> der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span> mit Vertretern aus den Fachdisziplinen zusammen. Im Beispiel von <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> entstand in Zusammenarbeit mit den Projektmitarbeiter\/innen ein detailliertes Datenmodell, das anschlie\u00dfend in ein geeignetes Metadatenschema \u00fcbertragen wurde.<\/p>\n<p>Das Metadaten-Management ist die Kernaufgabe im fr\u00fchen Stadium des Forschungsdatenmanagements und entscheidet dar\u00fcber, wo und von wem die Daten aufgefunden werden k\u00f6nnen. Die <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"UB\">UB<\/span> der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span> verwendet dabei den <a href=\"https:\/\/schema.datacite.org\/meta\/kernel-4.2\/\">Metadaten-Standard von DataCite<\/a>. Dieser Standard kann auch zur Registrierung von DOIs genutzt werden. Zusammen mit der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"ITG\">ITG<\/span> und dem Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften werden in einer Arbeitsgruppe Best-Practice-Empfehlungen f\u00fcr die<br>\nVerwendung des Metadaten-Schemas erarbeitet. Dies ist insofern sinnvoll, da den Forschenden eine Empfehlung gegeben werden kann, wie das Metadaten-Schema in ihrem Fachbereich am besten zu verwenden ist.<\/p>\n<p>Das Thema Granularit\u00e4t spielt hierbei eine ebenso gro\u00dfe Rolle. Je nach Disziplin kann die Granularit\u00e4t stark variieren. Da die M\u00f6glichkeit besteht, PIDs f\u00fcr Forschungsdaten zu vergeben, stellt sich unweigerlich die Frage, auf welcher Ebene dies geschehen soll. Im <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"DOI\">DOI<\/span>-Handbook werden folgende M\u00f6glichkeiten genannt:<\/p>\n<blockquote><p>A <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"DOI\">DOI<\/span> name can be assigned to any object, regardless of the extent to which that object might be a component part of some larger entity. <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"DOI\">DOI<\/span> names can be assigned at any desired degree of precision and granularity that a registrant deems to be appropriate.<\/p>\n<p>For example, for granularity in textual materials, separate <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"DOI\">DOI<\/span> names can be assigned to a novel as an abstract work, a specific edition of that novel, a specific chapter within that edition of the novel, a single paragraph, a specific image, or a quotation, as well as to each specific manifestation in which any of those entities are published or otherwise made available. (<a href=\"https:\/\/www.doi.org\/doi_handbook\/2_Numbering.html#2.3.2\">\ud83d\udd17<\/a>)<\/p><\/blockquote>\n<p>Im Falle von <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> haben die Einzelbelege in der Forschung einen besonderen Status. Deshalb ist im Projektkontext die \u00dcberlegung, PIDs auf Einzeldatensatzebene zu vergeben. Bei <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> handelt sich um ca. 81.000 Datens\u00e4tze. Damit die Unterscheidung und Suchbarkeit der Einzelbelege sinnvoll gestaltet werden kann, flie\u00dfen in die Metadaten auch Sacherschlie\u00dfung und geographische Informationen mit ein. Die in Teil 1 erw\u00e4hnten Verbindungen der Einzelbelege unter den Typen \u201eGemeinden\u201c, \u201emorphololexikalische Typen\u201c und \u201eKonzept\u201c werden ebenfalls in den Metadaten ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<div id=\"attachment_9658\" style=\"width: 1233px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/abbildung3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9658\" class=\"wp-image-9658 size-full\" src=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/abbildung3.jpg\" alt=\"\" width=\"1223\" height=\"747\" srcset=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/abbildung3.jpg 1223w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/abbildung3-150x92.jpg 150w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/abbildung3-300x183.jpg 300w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/abbildung3-768x469.jpg 768w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/abbildung3-1024x625.jpg 1024w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/abbildung3-624x381.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 1223px) 100vw, 1223px\"><\/a><p id=\"caption-attachment-9658\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 3: Transformation der Daten: Von den Roh-Daten aus einer CSV-Datei, \u00fcber das Datenmodell hin zum DataCite-XML<\/p><\/div>\n<p>Die Transformation erfolgt dabei \u00fcber mehrere Schritte. Anhand eines detaillierten Datenmodells werden die Rohdaten der Schnittstelle bearbeitet und um entsprechende Metadaten angereichert. Dies erfolgt in Abstimmung mit den Forschenden. Anschlie\u00dfend wird eine DataCite-XML-Datei erstellt, die alle relevanten Metadaten beinhaltet. Diese XML-Datei wird von der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"UB\">UB<\/span> der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span> auch f\u00fcr die Erstellung von DOIs verwendet.<\/p>\n<p>Fedora bietet an dieser Stelle verschiedene M\u00f6glichkeiten f\u00fcr einen Ingest der Daten. Neben XML besteht auch die M\u00f6glichkeit, RDF-Dateien f\u00fcr das Anlegen der Datens\u00e4tze zu verwenden. Im Testbetrieb wird an der Universit\u00e4tsbibliothek der Import beider Varianten erprobt.<\/p>\n<p>Der Fluss der Forschungs- und Metadaten ist daher sehr komplex. Ein daraus entwickeltes Aufgabenmodell wirft zudem einige Fragen auf, die im Rahmen des Projekts gekl\u00e4rt werden m\u00fcssen:<\/p>\n<div id=\"attachment_9660\" style=\"width: 1149px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/abbildung4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9660\" class=\"wp-image-9660 size-full\" src=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/abbildung4.jpg\" alt=\"\" width=\"1139\" height=\"666\" srcset=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/abbildung4.jpg 1139w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/abbildung4-150x88.jpg 150w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/abbildung4-300x175.jpg 300w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/abbildung4-768x449.jpg 768w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/abbildung4-1024x599.jpg 1024w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/abbildung4-624x365.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 1139px) 100vw, 1139px\"><\/a><p id=\"caption-attachment-9660\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 4: Erweitertes Aufgabenmodell zum FDM in den digitalen Geisteswissenschaften an der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span><\/p><\/div>\n<p>Das erweiterte Aufgabenmodell zeigt, wie die Aufgaben der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"ITG\">ITG<\/span> und der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"UB\">UB<\/span> der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span> zusammenh\u00e4ngen. Die Anreicherung mit Metadaten erfolgt an der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"UB\">UB<\/span> der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span> in enger Zusammenarbeit mit der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"ITG\">ITG<\/span> und den Forschenden aus den Fachdisziplinen. Sobald die Forschungsdaten um entsprechende Metadaten angereichert sind, werden Forschungs- und Metadatens\u00e4tze in das Repositorium Open Data <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span> \u00fcbertragen. An diesem Punkt werden die Forschungsdaten zum ersten Mal \u00fcber das institutionelle Repositorium durchsuch- und auffindbar. Um die Daten einer breiteren Nutzergruppe zur Verf\u00fcgung zu stellen, werden \u00fcber entsprechende Schnittstellen (z. B. OAI-PMH) Metadaten an weitere Dienste geliefert. Daten<br>\nvon Open Data <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span> werden momentan von BASE, Google Dataset Search oder GeRDI indexiert.<\/p>\n<p>Zur Verf\u00fcgbarkeit der Forschungsdaten bietet Open Data <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span> eine sogenannte Bitstream Preservation. Die Daten werden gem\u00e4\u00df den Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis mindestens zehn Jahre aufbewahrt. Mit dem Umstieg auf eine neue Repositorien-Software soll gleichzeitig auch die Strategie der Datenarchivierung \u00fcberarbeitet werden. Zuk\u00fcnftig soll ein Schwerpunkt nicht nur auf die Archivierung von Forschungs-, sondern auch der zugeh\u00f6rigen Metadaten gelegt werden. Eine den <a href=\"https:\/\/www.langzeitarchivierung.de\/\">NESTOR-Richtlinien<\/a>\u00a0folgende Langzeitarchivierung k\u00f6nnte dabei eingerichtet werden. Im Falle des Pilotprojekts <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span> bietet auch die Projektwebseite mit ihrer multimedialen Kartenansicht Informationen, die durch eine reine Ablage der Forschungsdaten verloren gehen k\u00f6nnte. Die <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"UB\">UB<\/span> der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span> arbeitet hier erneut im Tandem mit der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"ITG\">ITG<\/span> und dem <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"VA\">VA<\/span>-Projekt, um die Bedarfe der Wissenschaft zu erkennen und umzusetzen. In der Vergangenheit gab es des \u00d6fteren Kooperationen mit dem LRZ, die sich mit der Archivierung von Daten besch\u00e4ftigt haben. Auch f\u00fcr zuk\u00fcnftige Projekte soll in diesem Bereich kooperiert werden.<\/p>\n<p>F\u00fcr die langfristige Planung wird ebenfalls erwogen, Forschungsdaten \u00fcber bestehende Recherche-Systeme an Bibliotheken auffindbar zu machen. Dies k\u00f6nnte \u00fcber Bibliothekskataloge erfolgen. Dabei ist angedacht, analog zu den oben genannten Discovery-Diensten nur die Metadaten weiterzugeben. Sobald die Infrastruktur um das Fedora-Repositorium zuverl\u00e4ssig im Produktivbetrieb l\u00e4uft, wird diese M\u00f6glichkeit evaluiert.<\/p>\n<p>Die Zusammenarbeit zwischen <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"UB\">UB<\/span> und Wissenschaftler\/innen der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span> hat gezeigt, dass es von gro\u00dfem Vorteil sein kann, auf bestehende Strukturen aufzubauen. Sowohl die Universit\u00e4tsbibliothek, als auch die geisteswissenschaftlichen Institute sind ein fester Bestandteil der Universit\u00e4t und k\u00f6nnen auch l\u00e4ngerfristige Vorhaben besser umsetzen, als beispielsweise Projekte mit begrenzter Laufzeit. Die Zusammenarbeit hat zudem auf beiden Seiten die Kompetenz der Forschungsdaten-Ansprechpartner vergr\u00f6\u00dfert. Dabei spielt auch die Beratung auf verschiedenen Stufen des Forschungsprozesses eine zentrale Rolle, die sowohl von Infrastruktur-, als auch von Wissenschaftspartnern \u00fcbernommen werden kann. Wenn die Universit\u00e4tsbibliothek schon fr\u00fchzeitig in die Planung und Durchf\u00fchrung von Forschungsdatenvorhaben involviert wird, erzeugt dies Synergien, die ein erfolgreiches Vorhaben leichter realisierbar machen. Mit der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"ITG\">ITG<\/span> und der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"UB\">UB<\/span> der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span> besteht zudem ein institutioneller \u201eVerbund\u201c f\u00fcr Forschungsdaten in den Digitalen Geisteswissenschaften an der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span>. Die Zusammenarbeit kann perspektivisch neue Kooperationen und Finanzierungsm\u00f6glichkeiten entstehen lassen.<\/p>\n<h2>Das Modellprojekt \u201eeHumanities \u2013 interdisziplin\u00e4r\u201c<\/h2>\n<p>Die in Teil 1 und Teil 2 genannten Infrastruktur- und Wissenschaftspartner arbeiten nicht nur innerhalb der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span> zusammen, sondern sind auch Teil des Projekts: \u201eeHumanities \u2013 interdisziplin\u00e4r\u201c. Dort arbeiten <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"ITG\">ITG<\/span> und die <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"UB\">UB<\/span> der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span> unter der Federf\u00fchrung der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"UB\">UB<\/span> der Friedrich-Alexander-Universit\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg (<span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"UB\">UB<\/span> der FAU) an Fragestellungen zu Forschungsdaten in den digitalen Geistes- und Sozialwissenschaften. Das Projekt wird vom<br>\nBayerischen Staatsministerium f\u00fcr Wissenschaft und Kunst gef\u00f6rdert und hat eine Laufzeit von drei Jahren (M\u00e4rz 2018 \u2013 M\u00e4rz 2021).<\/p>\n<p>Im Projekt besch\u00e4ftigen sich die Mitarbeiter\/innen mit der Konzeption und Evaluierung neuer Hilfsmittel und der Erarbeitung von Best-Practice-Empfehlungen. Die Verbindung von digitaler Bibliotheksexpertise mit informatischen und fachmethodischen Schnittstellenkompetenzen steht dabei im Vordergrund.<\/p>\n<p>Projektergebnisse werden \u00fcber die <a href=\"https:\/\/www.fdm-bayern.org\">Projektwebseite<\/a> ver\u00f6ffentlicht. Der <a href=\"https:\/\/zenodo.org\/record\/2645935\">Zwischenbericht \u00fcber das erste Projektjahr<\/a>\u00a0wurde bereits ver\u00f6ffentlicht und zuk\u00fcnftige Berichte und Ergebnisse werden ebenfalls mit der Community geteilt. Ziele sind dabei auch, Erfahrungsberichte zu Fedora zu ver\u00f6ffentlichen und Programmierarbeiten \u00fcber die Plattform GitHub zur Verf\u00fcgung zu stellen. Durch die Ver\u00f6ffentlichung von Quellcode in Kombination mit den Berichten soll eine Transferierbarkeit der Projektergebnisse auf weitere Vorhaben und\/oder Disziplinen m\u00f6glich sein.<\/p>\n<p>Bereits nach einem Drittel der Projektlaufzeit hat sich gezeigt, dass die Zusammenarbeit von Infrastruktur- und Wissenschaftspartnern neue Sichtweisen auf altbekannte Probleme erm\u00f6glicht, wie z. B. die Fragen nach der Langzeitarchivierung, Granularit\u00e4t und Auffindbarkeit. Durch eine Kooperation wird zudem vermieden, dass Bibliotheken und Wissenschaftler\/innen Insell\u00f6sungen f\u00fcr ihre Projekte aufbauen. Die Zusammenarbeit sorgt daf\u00fcr, dass sich an der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span> aus Erfahrung mit Pilotprojekten der digitalen Geisteswissenschaften feste Workflows etablieren, von denen alle Teilnehmenden profitieren und durch die wiederkehrende Themen schneller bearbeitet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Bereitstellung von Datenmodellen und das Erarbeiten von Best-Practice-Empfehlungen f\u00fcr Metadatenschemata k\u00f6nnen zudem in Datenmanagementpl\u00e4ne \u00fcbernommen werden. Dies ist ein weiteres Arbeitspaket des Modellprojekts, mit dem sich die <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"UB\">UB<\/span> der FAU besch\u00e4ftigt. Dort wird im Fr\u00fchjahr 2019 eine RDMO-Instanz eingef\u00fchrt, die anschlie\u00dfend auch auf Server der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"UB\">UB<\/span> der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span> \u00fcbertragen werden soll. Um die Wissenschaftler\/innen f\u00fcr das Thema \u201eForschungsdaten\u201c zu sensibilisieren, wird an der <span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"UB\">UB<\/span> der FAU in einem weiteren Arbeitspaket ein digitales Lern- und Informationsangebot erstellt. Die Schulungs- und Videomaterialien werden anschlie\u00dfend als Open Educational Resources auch anderen Interessenten zur Verf\u00fcgung gestellt und in den Digitalen Campus Bayern integriert. Dort k\u00f6nnen sie beispielsweise zum Bestandteil von Curricula im Bereich Digital Humanities werden. Mit leichten Ver\u00e4nderungen sind diese Materialien auch auf andere Institutionen und verwandte Disziplinen transferierbar.<\/p>\n<hr>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-210\" src=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/VA_logo.svg\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9358\" src=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/va_logo_jpg.jpg\" alt=\"\" width=\"96\" height=\"69\" srcset=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/va_logo_jpg.jpg 230w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/va_logo_jpg-150x108.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 96px) 100vw, 96px\"><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ub.uni-muenchen.de\/index.html\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9290\" src=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/ub_logo.jpg\" alt=\"\" width=\"99\" height=\"70\" srcset=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/ub_logo.jpg 184w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/ub_logo-150x106.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 99px) 100vw, 99px\"><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.itg.uni-muenchen.de\/index.html\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-9288 alignleft\" src=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/itg_logo-1-300x277.jpg\" alt=\"IT-Gruppe Geistesschwissenschaften (ITG) der LMU\" width=\"73\" height=\"68\" srcset=\"https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/itg_logo-1-300x277.jpg 300w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/itg_logo-1-150x138.jpg 150w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/itg_logo-1-768x709.jpg 768w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/itg_logo-1-624x576.jpg 624w, https:\/\/www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/itg_logo-1.jpg 964w\" sizes=\"auto, (max-width: 73px) 100vw, 73px\"><\/a><\/p><div id=\"ABR_ITG\" style=\"display: none;\">IT-Gruppe Geisteswissenschaften (<span class=\"vaabr\" data-vaabr=\"LMU\">LMU<\/span> Center for Digital Humanities)<div id=\"ABR_LMU\" style=\"display: none;\">Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen<\/div><\/div><div id=\"ABR_UB\" style=\"display: none;\">Universit\u00e4tsbibliothek<\/div><div id=\"ABR_LMU\" style=\"display: none;\">Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen<\/div><div id=\"ABR_VA\" style=\"display: none;\">VerbaAlpina<\/div><div id=\"ABR_sogDOT\" style=\"display: none;\">sogenannt<\/div><div id=\"ABR_URL\" style=\"display: none;\">Uniform Resource Locator<\/div><div id=\"ABR_DOI\" style=\"display: none;\">Digital Object Identifier<\/div><div id=\"ABR_URN\" style=\"display: none;\">Uniform Resource Name<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorbemerkung Der nachfolgende Text stellt die Ausarbeitung des am 28.3.2019\u00a0auf den e-Science-Tagen in Heidelberg von Stephan L\u00fccke und Martin Spenger gemeinsam\u00a0gehaltenen Tandem-Vortrags dar. Der Text ist die Vorlage der in den Kongressakten publizierten Version (PDF-Version), die inhaltlich identisch ist. 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