Methodologie

Bislang existiert für die in der Methodologie publizierten Beiträge noch keine Volltextsuche. Eine solche befindet sich in Planung und Entwicklung und wird in einer der nächsten VerbaAlpina-Versionen zur Verfügung stehen. Bis dahin kann behelfsmäßig, nach Aufruf von "Alle Einträge anzeigen", die Volltextsuche der Browser (meist Strg+F) verwendet werden.
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Identifikatoren

Alle in VerbaAlpina verwendeten zentralen Datenelemente werden an der Oberfläche mit eindeutigen IDs versehen. Diese setzen sich aus einem von der Datenkategorie abhängigem Präfix und einer Nummer zusammen. Die Nummer entspricht dabei jeweils dem Primärschlüssel des Eintrags in der entsprechen Datenbanktabelle im Modul VA_DB.

Identifikatoren werden nicht neu vergeben. In den seltenen Fällen, in denen bestehende IDs entfernt werden (z.B. bei Duplikaten), stehen die freigewordenen Nummern nicht mehr zur Verfügung. Die Entfernung von IDs wirkt sich nur auf die jeweils aktuelle Arbeitsversion und alle folgenden Versionen aus. Ältere VA-Versionen sind davon unberührt, die Datensätze der getilgten IDs dort nach wie vor verfügbar.

Für die Präfixe der IDs gibt es folgende Möglichkeiten:

Präfix Kategorie
C Konzepte
L Morpho-lexikalische Typen
B Basistypen
A Geographische Einheiten (z. B. Gemeinden)
S Tokens
G Tokengruppen (vgl. Mehrwortlexie)
E Ergänzende Daten

Die Daten der beiden letztgenannten Kategorien unterscheiden sich strukturell nicht, da beide einen einzelnen Sprachbeleg beschreiben. Der Grund für die unterschiedlichen Präfixe ist allein dem Umstand geschuldet, dass sie in unterschiedlichen Datenbank-Tabellen geführt werden.

Im Kontext der API werden die Identifkatoren leicht abweichend verwendet: Die IDs von Tokens sowie Tokengruppen bezeichen auch dort den jeweiligen Sprachbeleg, die IDs von Konzepten, morpho-lexikalischen Typen und Gemeinden dagegen einen Datensatz, der aus allen Sprachbelegen besteht, die diesem Objekt zugeordnet sind. Die Abfrage des Konzepts C1 gibt also nicht einen Datensatz zurück, der das Konzept C1 beschreibt, sondern alle Sprachbelege, die die entsprechende Bedeutung haben.

(auct. Florian Zacherl)

Tags: Informationstechnologie Webseite



Induktive Kulturraumforschung

Das Projekt fokussiert die Alpen als einen einzigen kulturräumlichen Komplex, da es von der Erwartung gemeinsamer kultureller Techniken im gesamten Alpenraum ausgeht. Die Grundlage dafür liegt in der Adaptation an identische oder zumindest sehr ähnliche Lebensbedingungen im Hochgebirge und in der damit verbundenen, selbstverständlichen Verbreitung entsprechender Fertigkeiten und Traditionen. Da sich diese Gemeinsamkeiten in entsprechenden Bezeichnungen sprachlich deutlich manifestieren, ist es nicht angemessen, alpine Sachkultur sozusagen top down im verengten Rahmen einzelner Sprachgemeinschaften, d.h. über ein festes Netz von Erhebungspunkten in a priori festgelegten Sprach- oder Dialektregionen zu beschreiben; dies entspricht meist den Absichten der Dialektologie, die auf möglichst vollständige Beschreibung einzelner Gebiete und idealerweise spezifischer Varietäten zielt. In der hier eingenommenen sprachgrenzüberschreitenden Perspektive einer interlingualen Geolinguistik sollen die Verbreitungsgebiete kultureller Traditionen und ihrer sprachlichen Bezeichnungen dagegen bottom up, d.h. aus der Akkumulation möglichst zahlreicher lokaler Befunde induktiv freigelegt werden.
Das Grundprinzip besteht darin, ausschließlich mit georeferenzierbaren Daten zu operieren und – abgesehen von der Zugehörigkeit der Orte zur Alpenkonvention – keinerlei großräumige Kategorien vorzugeben. Zur kulturräumlichen Profilierung des Alpenraums können die ergänzenden Daten beitragen, die aktuelle oder historische Informationen über die soziale Organisation der Einwohner und/oder über deren infrastrukturelle Erschließung und Bewirtschaftung des Raums liefern. Im Hinblick auf die historische Rekonstruktion des alpinen Kulturraums ist es erstrebenswert, die Gebiete archäologischer Persistenz mit den Arealen sprachlicher Relikte abzugleichen und quantitativ in Gestalt einer kombinierter Sach- und Sprachschichtenkartographie zu visualisieren; vgl. dazu aus archäologischer Sicht allgemein Häuber/Schütz 2004a sowie den modellhaften Kölner Stadtschichtenatlas (vgl. Häuber/Schütz/Spiegel 1999 und Häuber u.a. 2004).

(auct. Thomas Krefeld)

Tags: Linguistik



Informant

Der Ausdruck wird in VerbaAlpina technisch verstanden, denn er fasst je nach Quelle zwei unterschiedliche Dinge zusammen: In den Atlanten sind alle Sprachdaten in der Regel bis ‘hinunter’ zum Sprecher transparent; in der Datenbank sind diese Informanten über eine individuelle Nummer identifizierbar (ID). Sie sind weiterhin über das Jahr der Erhebung chronoreferenziert und über den Ort der Erhebung georeferenziert. In georeferenzierbaren Wörterbücher ist es dagegen in aller Regel unmöglich, konkrete Sprecher zu identifizieren. Aus datenbanktechnischen Gründen werden aber auch den Quellen dieser Gattung fiktive Informanten zugeschrieben. Jeder Informant ist einer Sprachfamilie zugeordnet; diese Sprachzuweisung wird an alle auf ihn zurückgehenden Sprachdaten ‘vererbt’.

(auct. Thomas Krefeld)

Tags: Webseite



Inputdaten

In VerbaAlpina werden ausschließlich Daten verwandt, die mindestens im Gebiet einer politischen Gemeinde, wenn möglich aber noch genauer (wie z. B. Photos von Almen) georeferenziert sind. Im Blick auf die besonders wichtigen sprachlichen Daten sind zwei Typen zu unterscheiden: einerseits solche, die unmittelbar auf Äußerungen einzelner Informanten zurückgehen – wie etwa die Belege mancher, insbesondere romanischer Sprachatlanten oder auch der Bayerischen Dialektdatenbank (BayDat); diese Äußerungen werden in ihre konstitutiven Bestandteile, die so genannten Tokens zerlegt. Andererseits liefern manche Atlanten, wie etwa der SDS oder der VALTS, sowie alle Wörterbücher keine Sprecheräußerungen, sondern Formen, die von den Herausgebern bereits typisiert wurden, so dass es nicht möglich ist, bis auf die Tokens zurückzugehen.

(auct. Thomas Krefeld)

Tags: Linguistik



Interlinguale Geolinguistik

Zu den Zielen dieses Portals gehört es, die prägende Kraft des Sprachkontakts und speziell seine ethnolinguistische Konditionierung bei der Entwicklung des alpinen Sprachraums herauszuarbeiten. Die Konzeption der Datenbank wird es erlauben, die erfassten Entlehnungen auch quantitativ in ihrer lokalen Kumulation abzubilden, denn sie ergeben sich automatisch dann, wenn die Zugehörigkeit des Informanten zu einer der drei Sprachfamilien nicht mit derjenigen des Etymons übereinstimmt.
Es sind, genauer gesagt, drei Sprachfamilien, die den neuzeitlichen Alpenraum in Gestalt unterschiedlich großer und vor allem unterschiedlich stark differenzierter Dialektkontinua prägen; die Verbreitungszonen der drei Sprachfamilien lassen sich übrigens nicht auf spezifische Staaten abbilden vgl. aktuelle Sprachgebiete. Das Germanische ist durch alemannische und bairische Varietäten vertreten, die der plurizentrischen deutschen Sprache zugerechnet werden; allerdings ist der gemeinsame Bezug auf die schweizerische, deutsche und österreichische Standardvarietät, der die Zugehörigkeit zu ein und derselben Sprachgemeinschaft überhaupt erst stiftet, bei manchen walserischen und altbairischen (zimbrischen) Sprachinseln auf der Alpensüdseite eigentlich nicht mehr gegeben.
Im Unterschied zum germanischsprachigen Teilgebiet kann man die Varietäten des romanischen Kontinuums mehreren Sprachen zuordnen; neben dem Französischen und Italienischen handelt es sich dabei nach Maßgabe der politischen Anerkennung in der Schweiz und in Italien um Okzitanisch, Frankoprovenzalisch, Rätoromanisch (im Sinne von Bündnerromanisch), Dolomitenladinisch und Friaulisch.
Das Slawische ist durch slowenische Dialekte vertreten, die außer in Slowenien auch in etlichen italienischen und österreichischen Gemeinden gesprochen werden. Zu den Zielen von VerbaAlpina gehört es jedoch nicht, die Dialekte des Alpenraums möglichst vollständig zu beschreiben, die lokalen oder regionalen Dialektgrenzen herauszuarbeiten und den Raum so gewissermaßen als Mosaik von Varietäten darzustellen. Vielmehr sollen durch die großräumige Anlage gerade die (vor allem lexikalischen) Merkmale hervortreten, die über die einzelnen Dialekt- und Sprachgrenzen hinweg verbreitet sind und so die ethnolinguistischen Gemeinsamkeiten hervortreten lassen.





Da Dialekte in sich vollständige sprachliche Systeme bilden, darf man im Hinblick auf die gemeinsame Untersuchung der drei 'genetisch' verschiedenen Kontinua sagen, dass der Sprachkontakt hier in Gestalt einer interlingualen Geolinguistik untersucht wird (vgl. ausführlicher Krefeld 2018d und Krefeld 2021k).

(auct. Thomas Krefeld)

Tags: Linguistik



Interoperabilität

Im gegebenen Kontext der vom Projekt betriebenen online-Lexikographie versteht VerbaAlpina unter dem "Begriff" Interoperabilität die technische Möglichkeit, über das Internet in standardisierter Weise auf Datenbestände zugreifen bzw. diese verknüpfen zu können. Die Gewährleistung von Interoperabilität ist eines der vier Postulate, die im Akronym FAIR zusammengefasst sind. Voraussetzung für eine effiziente Datenverknüpfung und somit für Interoperabilität ist im Wesentlichen eine feine Granulierung des Datenbestandes, der jedes einzelne digitale Objekt basierend auf einem einheitlichen URL-Schema individuell adressierbar macht. Das Datenmodell von VerbaAlpina unterscheidet im Kern die folgenden drei Entitäten: morpholexikalische Typen (sprachliche Instanz), Konzepte/Begriffe (außersprachliche Instanz) sowie politische Gemeinden (räumliche Instanz). Jedes einzelne Datenobjekt innerhalb einer dieser drei Instanzen ist mit einer individuellen Nummer versehen, die in die folgenden URL-Schemata eingesetzt und somit abgerufen werden können. Die Nummerierung der genannten Entitäten folgt diesem Schema: Morpholexikalische Typen haben das Präfix L, Konzepte C und Ortschaften A (vgl. Identifikatoren). Wesentlicher Bestandteil der URLs ist stets die Angabe der Datenbankversion von VA_DB, wodurch Stabilität und Zitierbarkeit gewährleistet sind. Die Versionsnummern bestehen jeweils aus drei Ziffern, von denen die beiden ersten für das Kalenderjahr und die dritte für das Halbjahr stehen. Die Versionsnummer 172 verweist demnach auf die Ende des Jahres 2017 erzeugte Version.

Eine Liste sämtlicher in einer VA-DB-Version vorhandenen Nummern ist jederzeit über die API von VerbaAlpina abrufbar. Die auf diese Weise gefundenen Nummern können u.a. in die folgenden URL-Schemata eingesetzt werden, die jeweils auf unterschiedliche Funktionsbereiche von VerbaAlpina führen:

Interaktive Online-Karte (nur morpholexikalische Typen und Konzepte):
https://www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de/?page_id=133&db=[VERSIONSNUMMER]&single=[VA-ID]

Lexicon Alpinum (nur morpholexikalische Typen und Konzepte):
https://www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de/?page_id=2374&db=[VERSIONSNUMMER]#[VA-ID]

API (morpholexikalische Typen, Konzepte und Gemeinden):
https://www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de/?api=1&action=getName&id=[VA-ID]&version=[VERSIONSNUMMER]

Die gelisteten Ressourcen können auch unter Verwendung der DOI des VerbaAlpina-Portals angesprochen werden. Dazu muss der Domainname "www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de" jeweils durch "doi.org/10.5282/verba-alpina" ersetzt und die URL-Parameter (hinter .../? ...) mit dem Parameter "urlappend=" eingeleitet sowie Gleichheitszeichen (=), Ampersand (&) und Hash (#) durch die jeweiligen Hexadezimalwerte der Unicode-Tabelle in der Schreibweise %3D, %26 und %23 ersetzt werden:
https://doi.org/10.5282/verba-alpina?urlappend=%3Fpage_id%3D2374%26db%3D[VERSIONSNUMMER]%23[VA-ID] (für Einträge im Lexikon Alpinum)

Beispiele:

ALMHÜTTE (Eintrag zum Konzept ALMHÜTTE (WIRTSCHAFTSGEBÄUDE AUF DER ALM) im Lexicon Alpinum)
babeurre (m.) (roa.) (Darstellung der Verbreitung des morpholexikalischen Typs L1435, “babeurre (m.) (roa.)“, auf der interaktiven Online-Karte von VA)
ALMHÜTTE (Darstellung der Verbreitung von Bezeichnungen für das Konzept C612, ALMHÜTTE, auf der interaktiven Online-Karte von VA)
https://www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de/?api=1&action=getRecord&id=L1435&version=182&format=xml&empty=0 (Abruf der Metadaten des morpholexikalischen Typs L1435, “babeurre (m.) (roa.)“, über die API im XML-Format)
https://doi.org/10.5282/verba-alpina?urlappend=%3Fpage_id%3D133%26db%3D191%26single%3DL1435 (DOI-Link auf die Darstellung der Verbreitung des morpholexikalischen Typs “babeurre (m.) (roa.)“ auf der interaktiven Online-Karte von VA [s.o.])

Nicht nur der Kerndatenbestand von VerbaAlpina ist feingranular über individuelle, stabile URLs adressierbar. Auch für von registrierten Nutzern angelegte Datensynopsen auf der interaktiven Online-Karte können stabile, dauerhaft verfügbare Zitierlinks abgerufen werden, die anschließend in externe Online-Dokumente eingesetzt werden können und bei Aufruf exakt die vom Nutzer erzeugte Kartenansicht anzeigen (Beispiel: https://www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de?page_id=133&db=172&tk=2352 [synoptische Karte mit Visualisierung der Verbreitung der Basistypen butyru(m) und Schmalz).

(auct. Stephan Lücke)

Tags: Informationstechnologie