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Rätische Inschriften (Zitieren)

Die neuzeitliche Verteilung der Sprachfamilien im Untersuchungsgebiet lässt die Alpen als eine Barriere, gewissermaßen als gewaltigen Sperrriegel erscheinen, insofern sie grosso modo den deutschsprachigen Raum (nördlich) vom romanisch- und slawischsprachigen Raum (südlich) trennt (Link). Das über den Alpenhauptkamm hinweg deutlich nach Süden ausgreifende,  bairischsprachige Südtirol wirkt beinahe als Sonderfall. Diese 'Ansicht' ist in historischer Perspektive irreführend. Schon die ältesten sprachlichen Zeugnisse, Inschriften aus vorrömischer Zeit, sind in einem weitestgehend identischen Alphabet verfasst:


(Quelle)

 Die Verbreitung dieser sogenannten 'rätischen' Texte reicht von den Nordalpen (Steinberg am Rofan, in der Nähe des Achensees) bis nach Padua; sie lässt sich nur vor dem Hintergrund eines die Alpen überschreitenden kulturellen Zusammenhangs verstehen: rätische_inschrftn In diesem Alphabet wurden, grosso modo, auch die uns erhalten Dokumente des Etruskischen geschrieben; es geht offensichtlich auf eine antike westgriechische Schrift zurück. Obwohl der Lautwert der Zeichen einigermaßen klar ist, konnte die Bedeutung der Texte bis heute nicht entschlüsselt werde. Es ist weiterhin dunkel, ob der antike Name Raetii 'Räter' im Sinne einer spezifischen Kultur- und/oder Sprachgemeinschaft oder als Sammelbegriff für ganz unterschiedliche alpine Ethnien zu verstehen ist (vgl. dazu Rageth 2012). Jedenfalls kann man feststellen, dass sich das Verbreitungsgebiet der genannten Inschriften durchaus nicht mit der römischen Provinz Raetia deckt. Dasselbe gilt für die von den Archäologen als meist als 'rätisch' identifizierte Fritzens-Sanzeno-Kultur, deren charakteristische Keramik im Westen des heutigen Kantons Graubünden fehlt, obwohl diese Gebiete zur Raetia gehörten, andererseits jedoch an etlichen Orten in der östlich anschließenden Provinz Noricum gesichert wurden (vgl. Lang 1992, Rageth 1992, Marzatico 1992).



(auct. Thomas Krefeld)



Rätoromanisch  (Zitieren)

Im Einklang mit der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft wird hier der Ausdruck 'Rätoromanisch' für die romanischen Varietäten Graubündens benutzt, die traditionell nicht zum Italienischen gerechnet werden (vgl. Gross 2004 und Liver 2010). Damit soll aber keineswegs die Zusammengehörigkeit dieses Bündnerromanischen mit dem Dolomitenladinischen und Friaulischen im Sinne einer gemeinsamen 'Sprache' behauptet werden; eben für dieses, heute nicht mehr tragbare Konzept wurde der Ausdruck 'Rätoromanisch' im 19. Jahrhundert von der Sprachwissenschaft ursprünglich geprägt. Die Idee als solche hat Graziadio Isaia Ascoli entwickelt und auf Italienisch als 'ladino' bezeichnet.

(auct. Thomas Krefeld)

Tags: Linguistik



Relationales Datenmodell  (Zitieren)

Das relationale Datenmodell organisiert Informationen in Gestalt von einer oder mehreren Tabellen. Die Bezeichnung rührt daher, dass Tabellen in der Fachsprache auch als „Relationen“ bezeichnet werden. Die Zeilen einer Tabelle werden auch „Datensatz“ oder „Tupel“ genannt, anstatt von Spalten spricht man auch von „Feldern“, „Attributen“ oder „Eigenschaften“. Eine Tabelle kann, zumindest theoretisch, eine unbegrenzte Anzahl von Zeilen und Spalten besitzen. Eine bestehende Tabelle kann jederzeit sowohl um neue Zeilen wie auch um neue Spalten erweitert werden. Eine Sammlung mehrerer Tabellen kann als Datenbank bezeichnet werden. Für die Verwaltung einer solchen Tabellensammlung/Datenbank werden sog. Datenbankmanagementsysteme (DBMS) wie z. B. MySQL oder PostgreSQL eingesetzt. Die Administration der Daten sowie deren Analyse erfolgt mittels einer spezifischen formalen Sprache, der sog. Structured Query Language (SQL), die speziell für den Einsatz über Daten im relationalen Format entwickelt wurde und unter anderem in einer von der ISO standardisierten Version vorliegt (Wikipedia).
Für die Abbildung von Informationen im relationalen Datenmodell existieren eigene Regeln, die de facto eine Wissenschaft für sich darstellen (z. B. die sog. Normalisierung). Gleichzeitig ist die konkrete Wahl der Modellierung anwendungsabhängig und die Einhaltung bestehender Modellierungsregeln in manchen Fällen aus der Perspektive der Nutzbarkeit und Performanz eher hinderlich. In der Praxis stellt jede Datenmodellierung einen Kompromiss zwischen den Vorgaben des theoretischen Regelwerks, technischen Erfordernissen und Nutzerfreundlichkeit dar. Darüber hinaus kann ein einmal gewähltes Datenmodell jederzeit geändert und an veränderte Erfordernisse angepasst werden.

(auct. Stephan Lücke)

Tags: Linguistik