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Aktualisierung der Daten für die Visualisierung (Zitieren)

Um den durchgehenden Betrieb der interaktiven Karte möglichst zu gewährleisten, werden die Tabellen der Datenzugriffsschicht und die zugehörigen Hilfstabellen nur einmal täglich aktualisiert. Somit werden Änderungen in den sprachlichen Kerndaten bzw. den Daten der sprachbezogenen Peripherie im Normalfall erst am nächsten Tag auf der Karte sichtbar. Für eine sofortige Aktualisierung können die entsprechenden Prozeduren direkt in der Datenbank über SQL-Statements aufgerufen werden:

Sprachliche Kerndaten:
CALL zling();

Daten der sprachbezogenen Peripherie:
CALL zgeo();



Alpenkonvention (Zitieren)

Die Alpenkonvention ist ein völkerrechtlich bindender Vertrag, der im Jahr 1991 zwischen den Anrainerstaaten des Alpenraums geschlossen wurde (eine Ausnahme stellt Slowenien dar, das aufgrund der politischen Umbrüche erst zwei Jahre später dem Abkommen beigetreten ist). Im Wesentlichen geht es um die grenzüberschreitende Entwicklung des Alpenraums in einer Reihe von definierten Sektoren bei gleichzeitigem Schutz des Naturraums. Innerhalb der Alpenkonvention existiert für jeden der definierten Sektoren ein sog. Durchführungsprotokoll, durch das die Planung von Maßnahmen innerhalb des jeweiligen Sektors erfolgt. Insgesamt bestehen zur Zeit (2018) knapp zehn Durchführungsprotokolle, z.B. für die Bereiche Tourismus, Berglandwirtschaft oder Naturschutz und Landschaftspflege. Jedes Durchführungsprotokoll muss von den Mitgliedsstaaten der Alpenkonvention gesondert ratifiziert werden. Bislang haben nicht alle Mitgliedsstaaten sämtliche Durchführungsprotokolle ratifiziert. Das beschlussfassende Organ der Alpenkonvention ist die sog. Alpenkonferenz, die im Schnitt alle zwei Jahre tagt. Alle zwei Jahre wechselt auch der Vorsitz in der Alpenkonvention von einem Mitgliedsstaat zu einem anderen. Ständiges koordinierendes Organ der Alpenkonvention ist das "Ständige Sekretariat" mit Sitz in Innsbruck und einer Außenstelle in Bozen/Bolzano.
Die Alpenkonvention ist einer der offiziellen Kooperationspartner von VerbaAlpina. Aus methodischer Sicht besitzt die Alpenkonvention für VerbaAlpina insofern eine besondere Bedeutung, als die von der Alpenkonvention vorgenommene geographische und auf administrativen Grenzen basierende Definition des Alpenraums ("Perimeter der Alpenkonvention") von VerbaAlpina übernommen und als Untersuchungsraum festgelegt wurde. Diese technisch-bürokratische Abgrenzung ist aus methodischer Sicht unumgänglich, auch wenn man angesichts fließender Übergänge der sprachlichen und kulturellen Realität auf diese Weise in vielfacher Hinsicht nicht wirklich gerecht wird. Als Beispiel sei hier das in der Schweiz gelegene Emmental genannt, das sich knapp außerhalb der Grenzen der Alpenkonvention befindet und daher nicht von VerbaAlpina berücksichtigt wird, obwohl es mit seiner Milchwirtschaft den entsprechenden Wirtschaftsformen des Alpenraums sehr ähnlich ist. Auf der anderen Seite reicht das Gebiet der Alpenkonvention gerade im bayerischen Alpenvorland weit in die Ebene und damit in Regionen hinaus, die weit weniger mit den Verhältnissen im gebirgigen Bereich der eigentlichen Alpen vergleichbar sind als etwa das Emmental.



API (Zitieren)

API steht für "application programming interface", zu Deutsch ‚Anwendungsprogrammierschnittstelle'. Eine solche stellt VerbaAlpina unter der Adresse https://www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de/?api=1 zur Verfügung. Eine ausführliche Dokumentation der dort zu verwendenden Syntax findet sich in folgendem Beitrag: https://www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de/?page_id=8844. Die API erlaubt es, gezielt bestimmte Inhalte aus der VA-Datenbank (VA_DB) in definierten Formaten über einen Browser abzurufen. Die Auswahl der Daten und das Ausgabeformat werden dabei durch URL-Parameter gesteuert.



Datenstrukturierung (Zitieren)

s. Datenmodellierung



Metadaten (Zitieren)

Beim Umgang mit Daten wird gerne zwischen Primärdaten und Metadaten unterschieden. Als Metadaten gelten alle Daten, die die Primärdaten beschreiben. Anstelle von "Metadaten" können auch die bedeutungsidentischen Bezeichnungen "Attribute" oder "Merkmale" verwendet werden. Im Zuge der Datenmodellierung wird festgelegt, welche Primärdaten durch welche Metadaten beschrieben werden müssen oder können. Die Kategorie "Metadatum" zerfällt wiederum in einzelne Metadatenkategorien. Für jede Metadatenkategorie werden außerdem die jeweils zulässigen Werte definiert.

Am besten ist dieses System an einem Beispiel zu demonstrieren. Die gegebenen Primärdaten seien Personen. Jede Person sei durch ihren Namen, Vornamen, Geburtsort, Geburtsdatum sowie ihre Augenfarbe beschrieben. Die zulässigen Werte könnten wie folgt beschrieben werden:

Name: Zeichenkette, bestehend aus Buchstaben
Vorname: Zeichenkette, bestehend aus Buchstaben
Geburtsort: Zeichenkette, bestehend aus Buchstaben
Geburtsdatum: Datum in der Form JJJJ-MM-TT
Augenfarbe: Ein Wert aus der Liste "braun, grün, blau"

Jedes Individuum sollte durch die Summe aller Werte in den verschiedenen Metadatenkategorien eindeutig beschrieben werden. Sobald der Fall auftritt, dass eine Duplizität im Datenbestand auftritt, also zwei Individuen mit vollkommen identischen Werten in allen Metadatenkategorien auftreten, muss das Metadatenschema als unzulänglich betrachtet und modifiziert werden.



Mitmachen! (Zitieren)

VerbaAlpina freut sich über jede Unterstützung und bietet unterschiedliche Möglichkeiten für eine aktive Beteiligung an der Projektarbeit.

Es geht z. B. darum, Daten aus gedruckten Quellen wie vor allem Sprachatlanten und Wörterbüchern zu transkribieren und strukturiert in einer Datenbank zu erfassen, vorhandene Transkriptionen auf Korrektheit zu überprüfen oder auch bereits transkribiertes Material zu typisieren und lexikalischen Lemmata zuzuordnen. Willkommen sind auch Kommentare, z. B. zu Herkunft und Verbreitung von Wörtern bzw. Worttypen.

Sehr interessiert sind wir auch an aktuellem Sprachmaterial, das nicht in publizierten Quellen wie den genannten Sprachatlanten und Wörterbüchern dokumentiert ist. Wenn Sie Kenntnisse eines im Alpenraum gesprochenen Dialekts haben, dann würden wir uns freuen, wenn Sie spezielle Ausdrücke dieses Dialekts in den Datenbestand von VerbaAlpina eintragen würden. Auf diese Weise wird es möglich, den in den gedruckten Quellen überlieferten Datenbestand zunächst anzureichern und in der Folge z.B. dynamische Prozesse des Sprachwandels zu erkennen und zu beobachten. Das funktioniert umso besser, je mehr Personen sich an unserem Projekt in dieser Weise beteiligen. – Sie haben Bilder von alpentypischen Objekten? Etwa Fotos von Almen, Hütten, Flora, Fauna, Bergen und Landschaft? Dann laden Sie diese doch in unsere Mediathek und halten fest, wo das Bild wann entstanden ist, was darauf zu sehen ist und – sofern Ihnen bekannt – geben einen spezifischen Dialektausdruck zur Bezeichnung für das Abgebildete an.

Parallel zur gezielten Mitarbeit bei VerbaAlpina können Sie sich in unserem System eine eigene Forschungsumgebung einrichten, die Sie für die Sammlung von, hauptsächlich, Sprach- jedoch durchaus auch anderen Daten verwenden können. Voraussetzung ist lediglich, dass diese georeferenziebar sind. Sie haben die Möglichkeit, diese Daten gleichsam ausschließlich für Ihre persönliche Verwendung unter Verschluss zu halten, können sie jedoch auch für den Zugriff anderer Nutzer freigeben, um sie zur Diskussion zu stellen und kommentieren zu lassen. Wir möchten Sie dazu ermuntern, möglichst viel von Ihren Daten der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Nur auf diese Weise kann sich das Potenzial der datenbank- und netzwerkgestützten Technologien voll entfalten.

Um VerbaAlpina zu unterstützen und/oder das System für eigene Interessen zu nutzen, ist es nötig, sich auf unserem Portal zu registrieren: https://www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de/wp-login.php?action=register



Onomasiologische Einteilung (Zitieren)

Um die Konzepte in funktionale Kategorien einzuteilen, werden sie in Produkte, Prozesse, Personen, Geräte und Gefäße eingeteilt. Sie können wie folgt charakterisiert werden:

Produkte
Sind im weitesten Sinne Bestandteile des Produkts, d.h. auch Milch kann in diese Gruppe gefasst werden. Desweiteren sind beispielsweise Rahm, Buttermilch sowie Reste wie Molke auch Produkte, aus dem wieder weitere Produkte entstehen.

Prozesse
Über Prozesse werden aus einem wieder andere Produkte (z.B. Molke -> Ziger).

Personen
Meistens sind Personen an Prozessen beteiligt, z.B. der Senner.

Geräte
Die Personen verwenden Geräte, um Produkte in einem Prozess zu verarbeiten. Es wird dazu verwendet, um ein Produkt von dem einen in einen anderen Zustand zu bringen (z.B. die geronnene Milch mithilfe einer Käseharfe zu brechen). Beim Einsatz eines Geräts ist auch immer eine Form von Energie beteiligt, z.B. Muskelkraft oder elektrischer Strom. Die Trennschärfe zum Gefäß ist nicht immer gegeben. Ein Gefäß, das für einen Reifungsprozess vorgesehen ist oder mit dem Flüssigkeit durch Schwerkraft aus einem Produkt, z.B. der Käsemasse entzogen wird, stellt demnach auch ein Gerät dar. Ähnlich ist es mit den verschiedenen Formen von Butterfässern. Sie fassen zwar den Rahm, deren Zweck ist aber nicht die Lagerung, sondern die Verwendung für den Prozess, den Rahm in Butter und Buttermilch zu trennen.

Gefäße
Sind nur für die Lagerung eines Produkts oder für dessen Transport in Verwendung. Das beste Unterscheidungskriterium zum Gerät ist jenes, dass ein Gefäß in der Hinsicht keine Rolle bei einem Prozess spielt, als dass das Produkt dadurch verändert wird.








Rätische Inschriften (Zitieren)

Die neuzeitliche Verteilung der Sprachfamilien im Untersuchungsgebiet lässt die Alpen als eine Barriere, gewissermaßen als gewaltigen Sperrriegel erscheinen, insofern sie grosso modo den deutschsprachigen Raum (nördlich) vom romanisch- und slawischsprachigen Raum (südlich) trennt (Link). Das über den Alpenhauptkamm hinweg deutlich nach Süden ausgreifende,  bairischsprachige Südtirol wirkt beinahe als Sonderfall. Diese 'Ansicht' ist in historischer Perspektive irreführend. Schon die ältesten sprachlichen Zeugnisse, Inschriften aus vorrömischer Zeit, sind in einem weitestgehend identischen Alphabet verfasst:


(Quelle)

 Die Verbreitung dieser sogenannten 'rätischen' Texte reicht von den Nordalpen (Steinberg am Rofan, in der Nähe des Achensees) bis nach Padua; sie lässt sich nur vor dem Hintergrund eines die Alpen überschreitenden kulturellen Zusammenhangs verstehen: rätische_inschrftn In diesem Alphabet wurden, grosso modo, auch die uns erhalten Dokumente des Etruskischen geschrieben; es geht offensichtlich auf eine antike westgriechische Schrift zurück. Obwohl der Lautwert der Zeichen einigermaßen klar ist, konnte die Bedeutung der Texte bis heute nicht entschlüsselt werde. Es ist weiterhin dunkel, ob der antike Name Raetii 'Räter' im Sinne einer spezifischen Kultur- und/oder Sprachgemeinschaft oder als Sammelbegriff für ganz unterschiedliche alpine Ethnien zu verstehen ist (vgl. dazu Rageth 2012). Jedenfalls kann man feststellen, dass sich das Verbreitungsgebiet der genannten Inschriften durchaus nicht mit der römischen Provinz Raetia deckt. Dasselbe gilt für die von den Archäologen als meist als 'rätisch' identifizierte Fritzens-Sanzeno-Kultur, deren charakteristische Keramik im Westen des heutigen Kantons Graubünden fehlt, obwohl diese Gebiete zur Raetia gehörten, andererseits jedoch an etlichen Orten in der östlich anschließenden Provinz Noricum gesichert wurden (vgl. Lang 1992, Rageth 1992, Marzatico 1992).





Wikidata (Zitieren)

Wikidata ist eine freie Wissensdatenbank, die Daten ihrer Wikimedia-Schwesterprojekte (Wikipedia, Wikivoyage, Wikisource) als eine Art zentraler Speicher in strukturierter Form bereitstellt. Die Daten auf Wikidata werden unter einer freien Lizenz zur Verfügung gestellt (Creative Commons Public Domain Dedication 1.0) und können in bis zu 111 verschiedenen Einzelsprachen und Dialekten erstellt, verwendet und durchsucht werden. Im Unterschied zu Wikipedia sind auf Wikidata keine vollständigen Artikel, sondern lediglich einzelne Konzepte gelistet, die alle über eine eigene Q-ID verfügen. So hat das Konzept MOLKE z.B. die Q-ID 185009 (vgl. Wikidata). Wenngleich die Nachhaltigkeit dieses Katalogs nicht im strengen Sinn garantiert wird, ist damit aus sprachwissenschaftlicher Sicht de facto die Grundlages eines sehr nützlichen onomasiologischen Referenzsystems entstanden.

Den Konzepten von VerbaAlpina werden die entsprechenden Q-IDs von Wikidata zugewiesen. Dies ist für VerbaAlpina vor allem hinsichtlich der Kooperation mit dem Projekt GeRDI von Relevanz. So wird Wikidata von GeRDI als Wissensdatenbank (knowledge base) verwendet, um eine disziplinübergreifende Suche in unterschiedlichen Sprachen gewährleisten zu können. Auf diese Weise wird ermöglicht, dass z.B. bei Eingabe eines Suchbegriffs auf Italienisch zugleich auch Ergebnisse in anderen Sprachen gefunden werden.

Konzepte, die auf Wikidata noch nicht erfasst sind, werden von VerbaAlpina dort neu angelegt. Zu diesem Zweck wurde auf Wikidata ein Projektaccount für VerbaAlpina eingerichtet. Als Default-Sprache gilt Englisch. Es können jedoch Übersetzungen des jeweiligen Konzepts in allen auf Wikidata verfügbaren Sprachen eingegeben werden.



Wording (Zitieren)