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Zur Konzeption
Funktionsbereich (1): Dokumentation
Funktionsbereich (2): Kooperation
Funktionsbereich (3): Publikation
Funktionsbereich (4): Datenerhebung durch Crowdsourcing
Funktionsbereich (5): virtuelles Forschungslabor
VerbaAlpina (VA) dokumentiert die dialektale Variation innerhalb eines ethnographisch (und weder sprachlich noch national) definierten Raums, und genau in diesem Sinne ist die Konzeption durchaus ethnolinguistisch; aus rein pragmatischen Gründen wird das Untersuchungsgebiet mit dem Geltungsbereich der so genannten Alpenkonvention gleichgesetzt.
Im Vordergrund steht das Lexikon, und der onomasiologische Rahmen für die Selektion des projektrelevanten Ausschnitts wird durch kulturelle Techniken und Lebensformen abgesteckt, die sich unter den jeweils spezifischen, auch kulturunabhängigen Umweltbedingungen konventionalisiert haben. Dergleichen Räume, die durch die Alpen in prototypischer Weise repräsentiert werden, konnten die sprachwissenschaftlichen Forschungstraditionen nicht angemessen erfassen, da sich die Teildisziplinen, die sich systematisch mit der Konstitution von Räumen beschäftigen – also die Sprachgeographie, bzw. Dialektologie oder auch Geolinguistik -, beinahe ausnahmslos an vorgegebenen politischen und/oder (einzel)sprachlichen Grenzen orientieren. Der räumliche Zuschnitt zentraler und in mancher Hinsicht bis heute maßgeblicher Unternehmungen ist zwar nachzuvollziehen (vgl. etwa den AIS und das FEW) – zustimmen mag man jedoch oft nicht. Gerade die besonders faszinierenden mehrsprachigen Kulturräume, also z.B. die Pyrenäen, Korsika und Sardinien im Verbund oder aber das Gebiet zwischen der montenegrinisch-albanischen Adriaküste und der Donau, fallen daher durch das Raster der etablierten, durch nationalphilologische Voreinstellungen gesteuerten Forschung. Der ambitioniert geplante Atlante linguistico mediterraneo hätte ein richtungweisendes Großprojekt werden können; er ist jedoch über Ansätze niemals hinausgekommen.
VerbaAlpina zielt auf den Alpenraum; das Projekt will aber weder Sprach- noch Dialektgrenzen herausarbeiten (vgl. Auer 2004) und keineswegs das Mosaik gegeneinander abgegrenzter Varietäten (Dialekte) abbilden. Vielmehr wird eine Interlinguale Geolinguistik entwickelt, die untersucht, inwieweit spezifische Varianten, nämlich die für den alpinen Kulturraum charakteristischen Bezeichnungstypen, gerade den Dialekten gemeinsam sind und sie womöglich über die Grenzen der Sprachfamilien hinaus verbinden. Die relative Änlichkeit der lokalen Dialekte ergibt sich induktiv aus den Daten selbst. Die einzige vorgegebene Gliederung des Alpenraums, die der Kartographie von vornherein unterlegt wird, betrifft die aktuellen Grenzen zwischen den drei großen Sprachfamilien (Germanisch, Romanisch, Slawisch).
Die Verteilung der Varianten in diesen dialektalen Großräumen impliziert vielfältige, mehr oder weniger weit zurückliegende Kontaktbeziehungen; daher kann die übergreifende Perspektive des Projekts nur eine historische sein. Im Blick auf den skizzierten Untersuchungsraum versteht sich VerbaAlpina allerdings nicht als Beitrag zur nationalen Sprachgeschichtsschreibung der involvierten Sprachen, sondern als Versuch, die Stratigraphie eines mehrsprachigen kommunikativen Raums exemplarisch zu rekonstruieren.
Dabei wird ausschließlich bottom up verfahren, das heißt auf Grundlage von Daten, die lokal georeferenzierbar sind. Die minimale und by default geltende Referenzeinheit ist die politische Gemeinde, genauer gesagt ein Geopunkt, der die Gemeinde als Ganze repräsentiert, oder aber die gesamte Gemeindefläche. Im Bedarfsfall kann die Georeferenzierung jedoch einerseits bis auf wenige Meter präzisiert oder aber, andererseits, regional erweitert werden: Die Präzisierung gestattet grundsätzlich (mikro)toponomastische Anwendungen und die regionale Zusammenfassung erlaubt insbesondere in quantitativer Hinsicht nützliche synthetische Darstellungen.
VerbaAlpina kann als eine webbasierte Forschungsumgebung beschrieben werden, die in den digital humanities angesiedelt ist. Dieses Format wird bestimmt durch die aktuellen Rahmenbedingungen, die sich ganz erheblich von der traditionellen Wissenschaftskommunikation unterscheiden. So eröffnen sich in ganz selbstverständlicher Weise fünf unterschiedliche, aber eng miteinander verflochtene Funktionsbereiche.
Das Untersuchungsgebiet von VerbaAlpina erscheint in geolinguistischer Hinsicht auf den ersten Blick gut erschlossen. Allerdings klafft im zentralen und östlichen Teil Österreichs eine gewaltige Datenlücke.


Karte 1: Erschließung des alpinen Sprachraums durch Atlanten
Durch Berücksichtigung der Daten des WBÖ, die ja größtenteils lokal erhoben wurden, kann diese Lücke bis zu einem gewissen Grad nun geschlossen werden. Die folgende Karte zeigt, dass alle Erhebungsorte des WBÖ inzwischen georeferenziert wurden, so dass bald Wörterbuchdaten aufgenommen werden können; VerbaAlpina wird jedoch die literarischen Belege des WBÖ systematisch ausblenden.

Karte 2: Erhebungsnetz des WBÖ
Bei genauerem Hinsehen sind die Verhältnisse allerdings einigermaßen ernüchternd; die folgende, mit dem quantitativen Kartierungstool von VerbaAlpina erzeugte Karte zeigt die Dichte aller Erhebungspunkte des italienischen Staatsgebietes unabhängig von der Sprachzugehörigkeit. Wie man sieht, ist die Erschließung sehr ungleichmäßig; die Regionen mit Minderheitensprachen erweisen sich als klar privilegiert. – Andere, geolinguistisch hochkomplexe Gegenden, wie zum Beispiel das okzitanisch-piemontesisch-ligurische Übergangsgebiet sind dagegen absolut unterrepräsentiert.
Den Zugang zur Dokumentation vermitteln zunächst unterschiedliche Filter. Sie erlauben es dem Nutzer, aus den verfügbaren Daten eine gezielte Auswahl zu treffen und kartographisch darzustellen.

Filter zum interaktiven Kartenaufbau


Karte 4: Bezeichnungen des Konzepts BUTTER, nach Häufigkeit geordnet
Linguistische Datenaufbereitung
Bei Aktivierung ('Klick') eines Punktsymbols auf der Karte öffnet sich ein Fenster mit den jeweils für den Ort verfügbaren sprachlichen Daten. Alle Daten werden quellentreu wiedergegeben (als phonetisch transkribierter Einzelbeleg, wie im vorstehenden Beispiel, oder in orthographisch typisierter Form) und allgemeineren Typen zugeordnet; die abstrakteste Kategorie wird durch den etymologisch definierten Basistyp vertreten. Außerdem wird auf Referenzwörterbücher verlinkt, die – wenn möglich – auf standardsprachliche Äquivalente verweisen (hier die Symbole C und T). Das folgende Beispiel zeigt die Bezeichnung des Konzepts RAHM in Bergün (Graubünden):

Karte 5: Präsentation und Typisierung der Sprachdaten im Belegfenster der interaktiven Karte
Wenn standardsprachliche Entsprechungen fehlen, wird auf dialektale Referenzwörterbücher verlinkt (z.B. das Schweizerische Idiotikon). Die Zuweisung jedes Sprachdatums einer Quelle zu einem Typ gestattet es, Quellen ganz unterschiedlicher Art zu kombinieren, ohne ihre erheblichen qualitativen Divergenzen zu verwischen.
Nicht selten sind in den ausgewählten Kategorien bereits zahlreiche sprachliche Ausdrücke verfügbar; die Suche nach dem 'Konzept' BUTTER führt zu 1449 Belegen. Es wird daher die Möglichkeit gegeben, alle relevanten Ausdrücke nach unterschiedlichen Kriterien zu gruppieren und sortieren.
Komplementär zur Punktsymbolkarte wird eine interaktive Flächensymbolisierung vorbereitet, um eine gute Visualisierung quantitativer Verhältnisse zu ermöglichen. Dabei sollen einerseits die georeferenzierten Gemeindeflächen zu Grunde gelegt werden (wie auf Karte 3); zusätzlich sollen jedoch alle Gemeinden durch 'Waben' identischer Größe repräsentiert werden; wegen der sehr unterschiedlichen Gemeindegrößen wird die optische Wahrnehmung dadurch unwillkürlich verfälscht. Im Fall gleichgroßer Karteneinträge müsste diese Form der Visualisierung (im Unterschied zum echten Voronoi-Verfahren) allerdings auf die Georeferenzierung verzichten. Hier eine mögliche Kartierung:

Bislang wurden einige georeferenzierbare Wörterbücher (wie etwa der ALTR), vor allem jedoch Sprachatlanten ausgewertet. Dabei wurden im wesentlichen drei Techniken eingesetzt:
Bereits auf gedruckten Karten publiziertes Material wurde mit einem speziell entwickelten Tool neu transkribiert und in die VA-Datenbank eingelesen, so im Fall der allermeisten Atlanten (SDS, AIS, TSA usw.). Im Einzelnen sind die Prozeduren für die Digitalisierung jedoch aufwändig und kaum, wenn überhaupt, zu automatisieren. Sie setzen zunächst eine rigorose Trennung der unterschiedlichen Informationen voraus, die eine analoge Sprachkarte liefert. Diese Informationen werden von VerbaAlpina in einem Wissenshorizont strukturiert, der durch die drei Dimensionen der außersprachlichen Realität, der Konzepte und der sprachlichen Ausdrücke abgesteckt wird.
Man vergleiche etwa den allgemeinen Kommentar zum Stimulus MILCH-, KÄSEKELLER, der drei Bautypen (A, E, S) unterscheidet und sie bei den Einzelbelegen um weitere Informationen ergänzt (rot Pfeile).

Alle diese Hinweise werden von VerbaAlpina in abfragbare Unterkonzepte verwandelt, wie die folgende Abbildung zeigt:

So wird eine differenzierte semantische Analyse der erfassten Ausdrücke ebenso möglich wie eine onomasiologische Untersuchung der Konzeptbezeichnungen.
Die folgende Abbildung zeigt die Oberfläche, auf der gedrucktes Material transkribiert wird:

Das von VA entwickelte Transkriptionstool
Bereits auf gedruckten Karten publiziertes Material, das jedoch im Original schon digital vorliegt, wurde so konvertiert und algorithmisch neu transkribiert, dass es in die VA-Datenbank eingelesen werden konnte. Dieses Verfahren wurde für den ALD-II und den ALTR praktiziert.
Noch nicht publiziertes Material anderer Projekte wird direkt aus deren Erhebungsbögen transkribiert bzw. digital übernommen; einen Auszug aus einem Erhebungsbogen des SAO veranschaulicht die direkte Übernahme, die mit dem selben Tool erfolgen kann, das für den Quellentyp (1) benutzt wird.

Fragebuchauszug aus dem SAO – Typ: 'Milchkammer' (Graphik: Stephan Lücke)
Die Datenbankeingabe der Quellentypen (1)-(3) geschieht nun zunächst mit Hilfe eines technischen Betacodes auf der Basis von ASCII-Zeichen und in einem zweiten Schritt mit einer automatischen Umsetzung der technischen Transkription in das Internationale Phonetische Alphabet (IPA), wie zwei Beispiele aus dem AIS und dem SAO zeigen:

(Graphik: Stephan Lücke)

(Graphik: Stephan Lücke)
Die Entsprechungen von Input (Quelle), Betacode und Output (Weboberfläche) werden in einer mittlerweile umfangreichen Codepage (CODEPAGE FÜR ALLE) dokumentiert.
Bei den Materialien, die bereits in digitaler Kodierung vorliegen, kann die Umsetzung in IPA im Idealfall durch entsprechende Programmierung automatisiert werden. Das war etwa im Fall der ALD-Daten möglich.

ALD-Kodierung 'edelvais' (Graphik: Stephan Lücke)
Die Quellentypen (1)-(3) ergeben oft ein inkonsistentes und wenig ausgeglichenes Bild, da nicht alle Stimuli offenkundig mit derselben Präzision abgefragt wurden; extrem sind z.B. die Details, mit denen die Bezeichnungen des ALMSTALLS in der Erhebung des AIS spezifiziert wurden. Dem übergeordneten Prinzip der Quellentreue folgend, werden die unterschiedlichen Gewichtungen in der Dokumentation von VerbaAlpina erhalten (Link --> Konzept --> Gebäude --> Almstall), idealerweise können sie jedoch durch Neuerhebungen ausgeglichen oder wenigstens reduziert werden.
Der Erhebung neuen Materials ist der 'Funktionsbereich (4)' gewidmet (s.u.).
Für ein umfassendes Verständnis der sprachhistorischen Prozesse ist es unbedingt wünschenswert, die sprachlichen Daten um andere, historisch relevante Daten zu ergänzen; das kann VerbaAlpina nur sehr bedingt leisten; immerhin sind manche relevante Daten in der 'Interaktiven Karte' über den Filter 'Außersprachliches' abrufbar. Der folgende Kartenausschnitt zeigt in synoptischer Zusammenschau einerseits die
Andererseits wurden die Reflexe von drei lateinischen, genauer: zwei lateinischen und einem latinisierten aber mutmaßlich vorrömischen Basistypen aufgerufen:

Karte 6: Synopse zur lateinischen Epigraphik, den Tabula Peutingeriana-Orten und den Basistypen casearia, cellarium und baita in einem Teil des deu. und slow. Raums (vgl. die Legende oberhalb der Karte)
Die unübersehbare Kongruenz oder wenigstens Affinität der Distributionen dürfte kaum einem Zufall geschuldet sein.
Ein Beispiel aus den romanischsprachigen Westalpen, d.h. hier grosso modo aus dem Gebiet zwischen dem Rhônetal im Westen und dem Ossolatal im Osten, soll nun exemplarisch das sprachgeschichtliche Potential der webbasierten geolinguistischen Dokumantation zeigen.
Die lokalen Mundarten dieses Gebiets werden durch mehrere, teils ganz kleinräumige (CLAPie) und teils erst initial (APV, ALEPO) publizierte Sprachatlanten dokumentiert (vgl. Karte 1). Die Idiome dieses westalpinen Kontinuums werden von der Dialektologie in mehreren großräumigen Gruppen klassifiziert, die als 'Okzitanisch', 'Frankoprovenzalisch', 'Ligurisch' und 'Piemontesisch' bezeichnet werden. Die beiden zuerst genannten sind deutlich grenzüberschreitend – ganz im Gegensatz zu den entsprechenden Atlanten, die nur in Ausnahmefällen über die Staatsgrenzen hinausgehen: der ALF mit 8 Erhebungspunkten in Italien; der ALJA mit einem Erhebungspunkt in Italien und der APV mit je 2 Erhebungspunkten in Italien und in der Schweiz. Man beachte also, dass sowohl ALEPO als auch CLAPie und ALP im Wesentlichen okzitanische Mundarten erfassen, und dass ALJA und APV auf das Frankoprovenzalische zielen.
Es ist daher dringend wünschenswert, die Daten zusammenzuführen und synoptisch zu kartieren, wie es zumindest für spezifische Ausschnitte des Wortschatzes im Projekt VerbaAlpina geschieht:

Karte 7: Geolinguistische Erschließung der Westalpen
Für eine detaillierte Sprachgeschichtsschreibung kann es im Übrigen nützlich, ja notwendig sein, eine weit über den eigentlich fokussierten Ausschnitt des Kontinuums hinausreichende räumliche Perspektive einzunehmen, so dass auch sekundär entstandene Migrationsvarietäten berücksichtigt werden können. Im Fall der Westalpen sind die süditalienischen und sizilianischen Kolonien von großem Interesse. Dazu das folgende, nicht ganz unbekannte Beispiel: In den Westalpen ist der morpholexikalische Typ tomme verbreitet; er geht etymologisch auf gall. toma (vgl. FEW 13, 20 f.) zurück. Als generische Bezeichnung des Konzepts KÄSE ist er weitgehend synonym mit dem Typ fra. fromage/ita. formaggio.

Karte 8: Verbreitung von tomma/tuma

Karte 9: Die Madonie; das Erhebungsgebiet von Sottile 2002
"tuma GA ['tuma], GE → etn., AL → etn., CA → etn., IS. → etn., PO → etn. ['tuma],['tumwa] f. prodotto caseoso che si ottiene rompendo la cagliata. 2. formaggio fresco non sottoposto a sterilizzazione nella scotta. 3. formaggio fresco, immerso direttamente nella scotta senza essere pressato nelle fiscelle.
Rotta la cagliata (→ quagghiata) nella → tina, la massa caseosa che precipita sul fondo e che viene raccolta (→ accampari, → arricampari) e sistemata a scolare nel → tavulìeri è ormai detta tuma. La tuma, poi, facoltativamente tagliata a cubetti, viene sistemata in fiscelle (→ ntumari, → ntumalora) perché possa scolare ulteriormente. Tuma è, inoltre, chiamato il formaggio che non viene sottoposta a sterilizzazione nella scotta (cfr. GE) e che generalmente viene consumato subito [...]
Etn[otesto]. GE [a Geraci; TK] a tuma un ci â d'èssiri misa nâ → vasceɖɖa, si ssi parra di tuma.
Trad. «la 'tuma' non va messa [raccolta] nelle fiscelle, se parliamo della 'tuma' ». [...]
Etn. IS [a Isnello, TK] a tuma jeni u prodottu che si ffa ppoi u → formàggiu
Trad. «La 'tuma' è il prodotto [la pasta caseosa] che [con cui] si fa il formaggio». [...]" ((Sottile 2002, 168), 168)
In Sizilien haben sich also beide Typen in ihren ursprünglichen und spezifischen Bedeutungen erhalten, die im Fall von fromaggiu sogar noch motiviert ist. Ebenfalls noch motiviert ist der siz. Diminutiv tumazzu (vgl. Sottile 2002, 168), der für zwar feste und geformte, aber daher auch reduzierte, eher kleine Käselaibe steht (wie die Produkte, die heute in Frankreich und in der Westschweiz als tomme vermarktet werden).
Neben den gleichsam historischen Sprachdaten, die in Sprachatlanten und Wörterbüchern dokumentiert sind, werden weitere, nicht selten aktuellere, Sprachdaten aus dem Alpenraum von Sprachforschern verschiedener akademischer Institutionen gesammelt, verwaltet und publiziert. Aus Sicht von VerbaAlpina spielen diese Daten in mehrfacher Weise eine bedeutende Rolle. Zum einen erlauben sie unter Umständen, Beleglücken onomasiologischer und/oder geographischer Art zu schließen, die die systematische Erfassung des Atlanten- und Wörterbuchmaterials zurückgelassen hat. Gerade wenn es sich um rezentes Sprachmaterial handelt, eröffnet sich daneben jedoch auch eine diachrone Perspektive, die durch den Vergleich mit dem historischen Material einen Blick auf Sprach- und unter Umständen auch auf einen dahinter stehenden Kulturwandel ermöglicht. Aus diesem Grund hat sich VerbaAlpina um den Abschluss von Kooperationsvereinbarungen mit einer ganzen Reihe von Projektpartnern bemüht. Die immer noch anwachsende Liste von Institutionen aber auch von Einzelpersonen ist auf dem VerbaAlpina-Portal einsehbar. Derzeit bestehen über 30 derartige Kooperationsvereinbarungen.
Zentraler Gegenstand der entsprechenden Vereinbarung ist der wechselseitige (!) Austausch von Sprachmaterial, d.h. VerbaAlpina stellt seinerseits seinen Projektpartnern das gesamte in der VerbaAlpina-Datenbank (VA_DB) zusammengetragene Material zur Verfügung. Wesentlicher Bestandteil der Kooperationsvereinbarung ist die allseitige Verpflichtung, bei der Verwendung von Sprachmaterial im Rahmen von Publikationen grundsätzlich die ursprüngliche Quelle der jeweiligen Daten zu nennen.
Durch die Vielzahl an Kooperationsvereinbarungen ist zunächst de iure, nach und nach jedoch auch de facto eine Vernetzung bislang voneinander getrennter Datenbestände entstanden, die es allen Beteiligten ermöglicht, die eigenen Daten in einem erweiterten Kontext zu sehen bzw. auch darzustellen. Zwar ist diese Art der Vernetzung aktuell, dem thematischen Focus von VerbaAlpina entsprechend, auf den Alpenraum beschränkt; eine Ausweitung über die Grenzen des Projekts und seinen geographischen Rahmen hinaus ist aber natürlich sehr sinnvoll und entsprechend wünschenswert. Aus diesem Grund wurde damit begonnen, Kooperationspartner auch außerhalb der Alpenregion zu suchen. Aktuell laufen Gespräche mit Vertretern des Atlante linguistico della Sicilia (ALS), und in einem kleinen Versuchsrahmen wurden auch schon Daten aus Sizilien in unser geolinguistisches System integriert. Es existiert auch bereits ein entsprechendes Portal, über die diese sizilianischen Daten in ganz ähnlicher Weise wie bei VerbaAlpina abgerufen, visualisiert und analysiert werden können:

Daten des Atlante Linguistico della Sicilia auf einer online-Karte (http://www.als-online.gwi.uni-muenchen.de/carta/)
Das Erscheinungsbild lässt deutlich erkennen, dass hier die selbe Technologie zum Einsatz kommt wie bei VerbaAlpina. Auch wenn man nicht von einem generischen System im engeren Sinne bzw. von modularer Verwendung sprechen kann, so ist die Realisierung eines solchen Ablegers, der sich im Wesentlichen nur durch die geographische Verortung unterscheidet, aus rein technischer Sicht kein großes Problem. Und dadurch, dass die eigentlichen Daten im selben Backend und – ganz wesentlich – in einer kompatiblen Struktur verwaltet werden, sind problemlos regionsübergreifende Zusammenhänge erkenn- und darstellbar. Die sprachwissenschaftliche Relevanz dieser Möglichkeit wurde gerade vorhin illustriert am Beispiel der morpholexikalischen Typen Tomme/Toma und Fromage/Formaggio.
Das Ziel besteht letztlich darin, eine geolinguistische Forschungsplattform zu etablieren, an der sich Sprachwissenschaftler unterschiedlichster Fachrichtungen und Interessen beteiligen können.
Für die Erzielung möglichst weitreichender Akzeptanz sind verschiedene Faktoren von Bedeutung. Einer dieser Faktoren wurde bereits genannt: Die allseitige Verpflichtung, bei der Verwendung fremden Materials grundsätzlich dessen ursprüngliche Herkunft zu nennen. Eine weitere wichtige Voraussetzung ist, dass einerseits Standards hinsichtlich Datenstrukturierung und Zeichenkodierung vereinbart und eingehalten werden, andererseits alle Beteiligten ein Maximum an individueller Freiheit hinsichtlich eben dieser Standards behalten. Was widersprüchlich klingt, lässt sich durch ein Schnittstellenmodell zumindest konzeptionell problemlos realisieren: Für jede Datenstruktur und Kodierung wird eine eigene Schnittstellenprozedur entworfen, die die Daten von der individuellen Gestalt in die definierten Standards überführt.
VerbaAlpina stellt jedem Partnerprojekt eine eigene relationale Datenbank auf einem MySQL-Server-Cluster zur Verfügung:

Die Datenbanken der VerbaAlpina-Partner (PVA) auf dem MySQL-Cluster der ITG (Stand: 2016-11-22)
Die Projektpartner sind hinsichtlich der konkreten Ausgestaltung ihrer Datenbank im Hinblick auf Strukturierung und Zeichenkodierung vollkommen frei. Lediglich VerbaAlpina sowie sämtliche Kooperationspartner, die sich durch die Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung zur Einhaltung der genannten Regeln verpflichtet haben, besitzen Leserechte auf die Partnerdatenbanken. Nach außen hin ist der Zugang zu den Datenbanken passwortgeschützt, kann auf Wunsch der Eigentümer jedoch individuell oder für jedermann, vollständig oder in Teilen, freigegeben werden. Folgende Grafik gibt, unter anderem, einen Überblick über die Zugriffsrechte auf die einzelnen Module von VerbaAlpina. Mit Zugriffsrechten sind hier stets Leserechte, keine Schreibrechte, gemeint:

Die Daten der Projektpartner werden von der IT-Gruppe Geisteswissenschaften (ITG) der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München in einer, z.T. an das Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) angebundenen, professionellen IT-Infrastruktur gehalten. Die ITG garantiert hohe Ausfallsicherheit sowie, selbstverständlich, die regelmäßige Anfertigung von Backups. Auch die langfristige Archivierung der Daten der Projektpartner auf den Archivierungsservern des LRZ ist möglich.
Aus Sicht der Kooperationspartner könnte ein wichtiger Aspekt die institutionelle Absicherung der ITG sein. Es geschieht leider nicht selten, dass großangelegte Projekte, die über viele Jahre hinweg finanziert und betrieben wurden und die z.T. große Mengen an Material zusammengetragen haben, nach Ende der Finanzierung vor dem Aus stehen und es keine Möglichkeit gibt, die Projektdaten zu bewahren bzw. auch weiterhin zur Verfügung zu stellen. Dieses Problem ist weit verbreitet und nicht auf einzelne Länder beschränkt. Erst jüngst berichtete die Inhaberin der Humboldt-Professur für die Alte Geschichte des Nahen und Mittleren Ostens, Karen Radner (übrigens eine Österreicherin), von ihrer Erfahrung mit einer Datenbank mit Keilschrifttexten. Diese Datenbank war über Jahrzehnte hinweg an der Universität Helsinki erarbeitet worden. Nachdem der verantwortliche Wissenschaftler in den Ruhestand gegangen war, habe sich an der Universität Helsinki niemand für diesen einzigartigen Datenbstand interessiert. Zum Glück konnte Karen Radner den Datenbestand übernehmen und das Projekt fortführen.
Der Umgang mit elektronischen Datenbeständen ist im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Nachnutzbarkeit eine große Herausforderung für den gesamten Wissenschaftsbetrieb. Neben Fragen der Standardisierung von Kodierungen und Strukturierungen ist dabei ganz wesentlich die Frage, welche Institution(en) die Verantwortung für Bewahrung, Verfügbarkeit und Pflege dieser Art von Daten übernehmen sollen. Prädestiniert für diese Aufgabe erscheinen eigentlich die Bibliotheken, die seit Jahrhunderten für die Bewahrung von Wissen zuständig gewesen sind, und tatsächlich beschäftigen sich etliche Bibliotheken mit dieser Frage. Parallel entstehen andere Strukturen, die sich in ähnlicher Weise derselben Aufgabe widmen. Zu nennen wären hier z.B. sog. Repositorien wie etwa der Clarin-Verbund oder auch die D-Grid-Initiative, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, "eine nachhaltige Grid-Infrastruktur in Deutschland [aufzubauen], um Informations- und Wissenstechnologien dezentral für die Wissenschaft nutzbar zu machen".
In gewisser Weise symptomatisch ist, dass ausgerechnet die im Wikipedia-Artikel "D-Grid" zitierten Portaladressen von D-Grid, http://www.d-grid.de/ und http://www.d-grid-ggmbh.de/, dort als "Offizielle Webpräsenz der D-Grid-Initiative" bezeichnet, nicht mehr erreichbar sind (Aufruf am 22.11.2016, vormittag):

Natürlich kann dergleichen aus technischen Gründen immer wieder passieren, und auch wir sind davor nicht gefeit. Dass allerdings auch eine Google-Suche nach "D-Grid" die offizielle Webpräsenz nicht (oder bestenfalls unter ferner liefen) zutage fördert, stimmt dann doch bedenklich. Schließlich handelt es sich um eine Initiative der Bundesrepublik Deutschland, die mit über 70 Millionen Euro gefördert worden ist (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/D-Grid, 2016-11-22). Dieses Beispiel illustriert sehr schön, wie wichtig die dauerhafte institutionelle Verankerung einer verantwortlichen Institution in diesem Umfeld ist. Es ist allerdings, fairer Weise, darauf hinzuweisen, dass die Teilprojekte von D-Grid wie z.B. Textgrid nach wie vor im Internet erreichbar sind (https://textgrid.de/). Man kann nur hoffen, dass sie nicht in absehbarer Zeit ebenso verschwinden wie das Dach-Portal.
Die Lage ist unübersichtlich, und es ist schwer zu sagen, welche Institution sich für welche Art von Daten zuständig fühlt, wie die jeweiligen Perspektiven aussehen und, überhaupt, welche Lösung sich am Ende durchsetzen wird. Im Moment kann es daher nur darum gehen, eine geeignete Institution zu finden, die erstens bereit und dazu in der Lage ist, Daten über einen längeren Zeitraum sachgerechet zu speichern, verfügbar zu halten und zu pflegen, und die überdies über eine unbefristete Existenzperspektive verfügt. Diese Kriterien erfüllt z.B. die ITG. Sie ist eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung der LMU, zuständig für die sechs geisteswissenschaftlichen Fakultäten, und ausgestattet mit derzeit, jeweils unbefristeten, vier wissenschaftlichen und drei technischen Personalstellen. Nicht zuletzt aus diesem Grund kann VerbaAlpina mit seiner Anbindung an die ITG seinen Partnern einen wichtigen Dienst leisten.
Wo immer Webtechnologie zum Einsatz kommt, verliert der Begriff der ‘Publikation’ seine Selbstverständlichkeit. Strenggenommen sind schon ein offener Quellcode ('open source') und die Datendokumentation im Internet Publikationsformen, ungeachtet der Tatsache, dass sie nicht immer dazugezählt werden. Darüber hinaus versteht sich VerbaAlpina aber auch als Instrument zur Veröffentlichung von projektbezogenen Texten. Dafür sind Im Wesentlichen drei Formate vorgesehen.
Da Webpublikationen im genannten Sinn leicht modifizierbar sind und vor allem im Fall von aktiven Projekten auch kontinuierlich modifiziert werden (sollten), ist es unerlässlich, eine verlässliche Zitierweise zu ermöglichen, die in ihrer Verlässlichkeit dem Standard gedruckter Literatur entspricht. Der Projektinhalt von VerbaAlpina wird daher von Zeit zu Zeit in stabilen Zitierversionen 'eingefroren', die von der jeweils aktuellen und sich verändernden Arbeitsversion unterschieden werden müssen. Jedem Beitrag zur Projekt Methodologie ist daher mit einem entsprechenden Zitierhinweis versehen, der die jeweilig Version automatisch präzisiert; im folgenden Beispiel handelt es sich also um den Beitrag 'Typisierung' der Version 16/1:

Hinweis zur Zitierweise
Außer durch die Datenbestände von Projektpartnern können die bereits angesprochenen Inkonsistenzen hinsichtlich der onomasiologischen oder geographischen Abdeckung auch durch das sog. Crowdsourcing ausgeglichen werden. Mit Crowdsourcing ist laut Wikipedia "die Auslagerung traditionell interner Teilaufgaben an eine Gruppe freiwilliger User, z. B. über das Internet" (Quelle) gemeint und wird dort als Anlehnung an den Begriff "Outsourcing" bezeichnet. Die Funktion des Crowdsourcing im Rahmen von VerbaAlpina ist jedoch vielleicht besser durch die Kernbedeutung des Wortes "source" beschrieben. Die Nutzer des Internets sollen als Daten-QUELLE dienen und ihre Kenntnisse der Dialekte des Alpenraums in den Datenbestand von VerbaAlpina einbringen.
In diesem Zusammenhang stellen sich die folgenden Probleme bzw. Herausforderungen:
1) Bezirksbäuerinnentag (Südtiroler Bäuerinnenorganisation), 28.01.2017, Bozen
2) Alpsennenkurs (AVA, Alpwirtschaftlicher Verein im Allgäu e.V.), 26.04.2017, Immenstadt
3) Österreichische Almwirtschaftstagung (Steirischer Almwirtschaftsverein), 28.-30.06.2017, Krieglach (Dachorganisation: Almwirtschaft Österreich)
4) Deutscher Bauerntag (Deutscher Bauernverband), 28.-29.06.2017, Ort noch unbekannt
5) Käseolympiade (Tourismusverband Galtür), 23.09.2017, Galtür
6) Oberbayerischer Almbauerntag (AVO, Almwirtschaftlicher Verein Oberbayern), 7./8.10.2017, Samerberg
Adressenliste mit derzeit rund 4000 Einzelpersonen (darunter auch 150 Almen; Tabelle `crowdkontakte` in VA_DB) und Institutionen im ganzen Alpenraum (A, D, F, I, SLO)

Ein- bis zweimal im Monat eine Meldung, z.B. eine spezielle, vielleicht nicht so bekannte Bezeichnung für ein bestimmtes Konzept. Evtl. auch interessante Abbildungen aus der Lebenswelt der Almen.
Bindung: Möglichkeit, sich zu registrieren (Motivation: Crowder kann sehen, wieviel er bislang beigetragen hat, auch im Vergleich zu anderen)


Come lavoriamo noi …
Usiamo un certo modo di organizzare i dati. Quello si chiama il modello relazionale. Nella terminologia informatica la parola "relazione" significa semplicemente una tabella. Al punto dove stiamo adesso – voglio dire nella fase della transizione dal mondo analogo al mondo digitale – la sfida consiste nella digitalizzazione di dati pubblicati in un modo analogo, vuol dire in libri come dizionari e atlanti per nominare il genere il più importante per il nostro lavoro. Questa digitalizzazione non consiste soltanto nel uso di un computer, ma richiede un cambio della metodologia.
Cominciamo con un esempio preso dal libro di Roberto Sottile che è dedicato al vocabolario del mondo pascolare nelle Madonie. Suppongo che conoscete bene quel libro e mi sembra superfluo spiegare che esso contiene due capitoli con contenuto reciproco, uno di cui organizzando il lessico pastorale dal punto di vista semasiologico e l'altro dal punto di vista onomasiologico.
Ho scelto un esempio dalla parte onomasiologica per mostrare come arrivare dalla rappresentazione analoga nel libro alla struttura relazionale già menzionata che è necessaria per l'analisi dei dati in un modo veramente digitale.
Roberto Sottile ci ha trasmesso un file Word che è stato creato su un computer del tipo Apple/Macintosh. L'esempio è preso da questo file e precisamente dal campo della lavorazione del latte perché è quello che attualmente sta nel centro del lavoro a VerbaAlpina .
Ecco una schermata / un fermo-immagine del concetto "piccola forma di formaggio" preso dalla parte onomasiologica del libro:

Per il lettore umano i significati delle singole parti dello scritto sono proprio chiari: La prima linea contiene un titolo, indicando che di seguito vengono elencati concetti e significati connessi con questo campo. Nella seconda linea si trova la descrizione del concetto e le linee successive presentano le singole parole che indicano quel concetto. La coerenza semantica delle parole portando lo stesso significato viene sottolineata tramite le lettere nerette. Dopo ogni parola seguono le sigle dei nomi degli abitati in cui viene usata la parola rispettiva.
Dal punto di vista del computer tutte le informazioni appena spiegate e contenute in un modo immanente non sono chiare per niente. Per arrivare alla possibilità di analizzare col computer anche quelle informazioni immanenti ci vuole una modificazione della rappresentazione dei dati. Come già detto una tale possibilità può – ed ormai vorrei sottolineare il *può* perché ci sono anche altri modi di procedere – può essere il modello relazionale. Nel modello relazionale si potrebbe organizzare le informazioni come di seguito. E dico "potrebbe" perché nel dettaglio ci sono sempre parecchi varianti, la scelta di cui dipende dallo scopo della ricerca. Il nostro scopo è chiaro: Vogliamo analizzare i dati in una prospettiva geolinguistica. Allora, ecco come si potrebbe procedere:
| Denominazione | concetto | campo di concetti | luoghi |
| pricintinu | piccola forma di formaggio | FORME DI FORMAGGIO | GA |
| pizzuḍḍa | piccola forma di formaggio | FORME DI FORMAGGIO | GE |
| squadatu | piccola forma di formaggio | FORME DI FORMAGGIO | GA,GE,PS,CA,PO |
| tumazzunìeḍḍu | piccola forma di formaggio | FORME DI FORMAGGIO | GE,CA |
Abbiamo creato una tabella con le denominazioni. Ogni riga della tabella contiene una denominazione. Nelle colonne della tabella si trovano gli attributi delle parole. È da sottolineare che il modello relazionale permette l'illimitata addizione di righe e di colonne.
Dal punto di vista informatico la struttura scelta presenta almeno una offesa contro le regole: i campi dell'ultima colonna non contengono valori cosiddetti "atomici" ma in alcuni casi una concatenazione di valori. Lo svantaggio diventa ovvio se si tenta di assortire i valori secondo l'alfabeto. La soluzione la più facile sarebbe di copiare le righe riguardante e di distribuire i singoli valori sui righe nuove. Ecco il risultato:
| Denominazione | concetto | campo di concetti | luoghi |
| pricintinu | piccola forma di formaggio | FORME DI FORMAGGIO | GA |
| pizzuḍḍa | piccola forma di formaggio | FORME DI FORMAGGIO | GE |
| squadatu | piccola forma di formaggio | FORME DI FORMAGGIO | GA |
| squadatu | piccola forma di formaggio | FORME DI FORMAGGIO | GE |
| squadatu | piccola forma di formaggio | FORME DI FORMAGGIO | PS |
| squadatu | piccola forma di formaggio | FORME DI FORMAGGIO | CA |
| squadatu | piccola forma di formaggio | FORME DI FORMAGGIO | PO |
| tumazzunìeḍḍu | piccola forma di formaggio | FORME DI FORMAGGIO | GE |
| tumazzunìeḍḍu | piccola forma di formaggio | FORME DI FORMAGGIO | CA |
Purtroppo la soluzione del primo problema comporta un nuovo problema: Adesso informazione identica è moltiplicata, vuol dire: la tabella contiene sempre la stessa quantità di informazione ma ormai è diventata più larga. In conseguenza, se per qualsiasi motivo sarebbe necessario cambiare qualcosa, per esempio l'ortografia della denominazione "squadatu", occorre ripetere il cambio in tutti i campi col valore "squadatu". Nel caso che si deve gestire una tabella molto più grande di quella attuale la ridondanza di informazione comporta gravi problemi riguardanti la "performance". Allora ci vuole un'altra modificazione della struttura finora ottenuta. Ormai dobbiamo individuare cosiddetti "entità", vuol dire classi di oggetti nel complesso dei dati rappresentati nella tabella, che sono definiti tramite una gamma di attributi specifici. Per ogni entità ci vuole una tabella propria. Il collegamento logico tra gli elementi salvati nelle tabelle viene elencata attraverso numeri identificativi:

Abbiamo già menzionato la possibilità di arricchire le tabelle di righe e colonne addizionali. Per dare un esempio abbiamo aggiunto colonne supplementari alla tabella 3, marcate col colore blu, in cui si trova la liste dei comuni. Omai sono elencati il nome della comune, i dati necessari per la georeferenziazione, dunque i gradi di longitudine e di latitudine, e infine il numero degli abitanti. Tutto quello che abbiamo fatto finora, nella terminologia informatica, si chiama "normalizzazione" di una banca dati.
Per calcolare in quali comuni viene usata la denominazione "tumazzunìeḍḍu" per significare il concetto "piccola forma di formaggio" ci vuole combinare i numeri identificativi: La denominazione "tumazzunìeḍḍu" nella tabella 1 porta il numero 4 (marcato in rosso). Nella tabella 4 troviamo due righe con questo numero 4 nel campo chiamato "id_denom". Nelle stesse righe nel campo "id_luogo" accanto si trovano i numeri identificativi dei comuni in cui la denominazione viene usata. Quei numeri infine rimandano alla tabella 2 dove sono elencati i dati riguardanti i comuni. Presento qui i dati combinati in questo modo:

Al più tardi ormai siamo arrivati ad un punto dove la struttura dei dati è diventata così complessa, che abbiamo bisogno del aiuto dalla parte tecnica per gestirla. A ciò esistono sistemi cosiddetti, in inglese, "Database Management Systems", abbreviato DBMS. Il forse più noto di quei sistemi è MySQL.
Ecco come si presentano le tabelle nel sistema MySQL:
Sulla parte superiore della schermata si vede un esempio della lingua formale/artificiale, chiamata SQL (Structured Query Language) e costruita in particolare per la gestione di dati in struttura relazionale. Sulla parte sinistra della schermata si trova la lista delle tabelle che abbiamo creati. E, finalmente sul fondo della schermata si vede il risultato dell'istruzione SQL.
Abbiamo preparato qualche altro esempio di istruzioni SQL (archivio scaricabile), solo per dare un idea della capacità. Nella lista vengono elencati gli istruzioni SQL e il risultato rispettivo:
/* crea una lista dei luoghi che indica la quantità dei denominazioni
usati per significare il concetto "piccola forma di formaggio" */
SELECT
luoghi.nome,
count(*) as quantità,
group_concat(denominazioni.Denominazione) as `denominazioni`
FROM denominazioni
join x_denom_luoghi on denominazioni.id_denom = x_denom_luoghi.id_denom
join luoghi on x_denom_luoghi.id_luogo = luoghi.id_luogo
group by luoghi.sigla
order by quantità DESC
;
Risultato:

/* trova i luoghi in cui si usano più di una denominazione sola
per significare il concetto "piccola forma di formaggio" */
SELECT
luoghi.nome,
count(*) as quantità,
group_concat(denominazioni.Denominazione) as `denominazioni`
FROM denominazioni
join x_denom_luoghi on denominazioni.id_denom = x_denom_luoghi.id_denom
join luoghi on x_denom_luoghi.id_luogo = luoghi.id_luogo
group by luoghi.sigla
having quantità > 1
;
Risultato:

/* crea una lista di denominazioni simile a quella
che si trova nel libro di Roberto Sottile */
select
concat(
sq.campo,
'\n\n',
sq.concetto,
'\n',
group_concat(denominazioni separator '\n')
) as `testo scorrevole, non strutturato`
from
(
SELECT
concetti.`campo di concetti` as campo,
concetti.concetto,
concat(
denominazioni.Denominazione,
' ',
GROUP_CONCAT(luoghi.sigla)
) as denominazioni
FROM denominazioni
join x_denom_luoghi on denominazioni.id_denom = x_denom_luoghi.id_denom
join luoghi on x_denom_luoghi.id_luogo = luoghi.id_luogo
join x_denom_concetti on denominazioni.id_denom = x_denom_concetti.id_denom
join concetti on x_denom_concetti.id_concetto = concetti.id_concetto
group by denominazioni.Denominazione
) as sq
group by sq.campo, sq.concetto
;
Risultato:
/* crea un documento KML usabile ad esempio col programma Google Earth */
SET SESSION group_concat_max_len = 1000000;
select
concat(
'
<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<kml xmlns="http://www.opengis.net/kml/2.2" xmlns:gx="http://www.google.com/kml/ext/2.2" xmlns:kml="http://www.opengis.net/kml/2.2" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom">
<Document>
<name>',sq.concetto,'.kml</name>
<Style id="s_ylw-pushpin">
<IconStyle>
<scale>1.1</scale>
<Icon>
<href>http://maps.google.com/mapfiles/kml/pushpin/ylw-pushpin.png</href>
</Icon>
<hotSpot x="20" y="2" xunits="pixels" yunits="pixels"/>
</IconStyle>
</Style>
<StyleMap id="m_ylw-pushpin">
<Pair>
<key>normal</key>
<styleUrl>#s_ylw-pushpin</styleUrl>
</Pair>
<Pair>
<key>highlight</key>
<styleUrl>#s_ylw-pushpin_hl</styleUrl>
</Pair>
</StyleMap>
<Style id="s_ylw-pushpin_hl">
<IconStyle>
<scale>1.3</scale>
<Icon>
<href>http://maps.google.com/mapfiles/kml/pushpin/ylw-pushpin.png</href>
</Icon>
<hotSpot x="20" y="2" xunits="pixels" yunits="pixels"/>
</IconStyle>
</Style>',
group_concat(XML separator '\n'),
'</Document>
</kml>'
) as `KML`
from
(
SELECT
concetti.`campo di concetti` as campo,
concetti.concetto,
concat(
'<Placemark>
<name>', luoghi.nome, '</name>
<description>',GROUP_CONCAT(denominazioni.Denominazione),'</description>
<LookAt>
<longitude>',luoghi.`grado di longitudine`,'</longitude>
<latitude>',luoghi.`grado di latitudine`,'4</latitude>
<altitude>0</altitude>
<heading>3.792984664259817</heading>
<tilt>0</tilt>
<range>30917.97286332985</range>
<gx:altitudeMode>relativeToSeaFloor</gx:altitudeMode>
</LookAt>
<styleUrl>#m_ylw-pushpin</styleUrl>
<Point>
<gx:drawOrder>1</gx:drawOrder>
<coordinates>',luoghi.`grado di longitudine`,',',luoghi.`grado di latitudine`,',0</coordinates>
</Point>
</Placemark>'
) as XML
FROM denominazioni
join x_denom_luoghi on denominazioni.id_denom = x_denom_luoghi.id_denom
join luoghi on x_denom_luoghi.id_luogo = luoghi.id_luogo
join x_denom_concetti on denominazioni.id_denom = x_denom_concetti.id_denom
join concetti on x_denom_concetti.id_concetto = concetti.id_concetto
group by luoghi.sigla
) as sq
group by sq.campo, sq.concetto
;
Risultato:
archivio KML, usabile per esempio col programma Google Earth. La schermata qui sotto mostra la superficie di Google Earth dopo l'apertura del file KML:
Finora abbiamo presentato teoricamente la nostra metodologia. Ma siamo in un Workshop ed ormai passiamo al lavoro pratico che faremo insieme durante le due o tre ore seguenti. E rimaniamo sempre al vocabolario pascolare delle Madonie e al libro di Roberto Sottile.
Siamo riusciti di estrare dal Word-File tutti i tipi morfologici del lessico e li abbiamo inserito in una banca dati molto simile a quella di cui abbiamo parlato finora. Ci siamo ristretti al campo della produzione del formaggio. Nella banca dati adesso si trovano 512 tipi morfologici. Sono anche registrati gli informazioni sulla provenienza e sul significato. Questi dati sono gia disponibili su una cartina online che è accessibile al indirizzo http://www.als-online.gwi.uni-muenchen.de/carta/:
Purtroppo i tipi phonetici trascritti nel alfabeto fonetico internazionale (IPA) nel word-file sono, diciamo, "danneggiati" in un modo che non sono leggibili. Per questo è necessario digitare i tipi fonetici nella banca dati a mano usando il sistema X-SAMPA che permette digitare i singoli segni del IPA usando esclusivamente segni disponibili su una tastiera europea. Un elenco del sistema X-SAMPA si trova qui: https://commons.wikimedia.org/wiki/X-SAMPA?uselang=it
Diamo un esempio come procedere. Ecco il tipo lessicale "scacciuni" dal lessico di Roberto Sottile:
Al inizio del primo paragrafo si trova il lemma, vuol dire il tipo lessicale. Dopo il lemma sono elencati i tipi fonetici rappresentanti quel tipo lessicale. Le sigle indicano le comuni in cui i tipi fonetici relativi sono attestati.
Sistema didattico: http://dhvlab.gwi.uni-muenchen.de/mgmt/labuser/signup
Accesso al sistema banca dati: http://dhvlab.gwi.uni-muenchen.de/sql
Documentazione X-SAMPA: https://commons.wikimedia.org/wiki/X-SAMPA?uselang=it
, DH
, Digital Humanities
, Ethnolinguistik
, Geolinguistik 

La cornice del nostro seminario è fornita da un progetto etnolinguistico sul lessico tipicamente alpino (VerbaAlpina [VA]). Al di là della zona indagata, esso rappresenta un nuovo formato di lavoro scientifico che apre molte forme di cooperazione ed è proprio l'idea del nostro incontro di iniziare una piattaforma di continua cooperazione.
Si potrebbe obiettare che la cooperazione scientifica è sempre esistita – in un certo senso, la scienza è cooperativa in sè stessa, perchè non fa altro che accumulare il sapere disponibile, cioè già accumulato da altri. Negli ultimi tempi, però, la situazione è stata rivoluzionata. Adesso siamo in grado di lavorare nel contempo sugli stessi dati, da luoghi diversi e distanti e usando lo stesso database. In un certo senso, viviamo una situazione che richiama all'etica della ricerca. Non ha più senso sviluppare soluzioni tecniche locali e isolate.
Si aggiunga subito che una collaborazione di VerbaAlpina e dell'Atlante linguistico della Sicilia non si limita affatto ad aspetti teorici e tecnologici. Certe zone delle Alpi e della Sicilia sono anche legate dal punto di vista linguistico (per le parlate e varianti galloitaliche) e, oltre a ciò, le parti montagnose della Sicilia e le Alpi hanno delle tecniche culturali fondamentali in comune, nella fattispecie la caseificazione. Dal confronto etnolinguistico risulteranno dunque numerose informazioni sull'età e l'origine di certi arnesi, prodotti ('cose') e delle loro designazioni ('parole').
VerbaAlpina è un ambiente di ricerca geolinguistica digitale e online; è realizzato esclusivamente con tecnologie web e offre diversi ambiti di funzione:
In gran parte dei dialetti alpini occidentali il tipo tomme/toma designa il concetto FORMAGGIO. Esso risale a un etimo gall. toma (cf. FEW 13, 20 f.). In quanto si tratta di una designazione generica è sinonimica con il tipo fra. fromage/ita. formaggio.

Però, l'etimologia di fromage/formaggio dal participio latino formaticu(m) 'formato' ci dice chiaramente che il significato generico risulta da una generalizzazione semantica che passa da 'massa caseosa messa in forma e indurita' a 'qualsiasi prodotto caseario' – ossia, in termini astratti, da uno spostamento tassonomico dal livello iponimo a quello iperonimo.
Importante nella prospettiva di una rete geolinguistica sovraregionale risulta la diffusione dello stesso tipo morfo-lessicale tomme/toma in Sicilia, come la mostra la carta seguente:

Distribuzione di tuma nelle Madonie, secondo Sottile 2002
La variante siciliana tuma, venuta senza dubbio con i parlanti galloitalici, ci mostra invece, che anche il siginificato generico 'qualsiasi prodotto caseario' del tipo alpino tomme/toma e risultato secondario di un processo semantico. In Sicilia significa 'massa caseosa fresca' in opposizione a fromaggiu che ha conservato il significato etimologico:
"tuma GA ['tuma], GE → etn., AL → etn., CA → etn., IS. → etn., PO → etn. ['tuma],['tumwa] f. prodotto caseoso che si ottiene rompendo la cagliata. 2. formaggio fresco non sottoposto a sterilizzazione nella scotta. 3. formaggio fresco, immerso direttamente nella scotta senza essere pressato nelle fiscelle.
Rotta la cagliata (→ quagghiata) nella → tina, la massa caseosa che precipita sul fondo e che viene raccolta (→ accampari, → arricampari) e sistemata a scolare nel → tavulìeri è ormai detta tuma. La tuma, poi, facoltativamente tagliata a cubetti, viene sistemata in fiscelle (→ ntumari, → ntumalora) perché possa scolare ulteriormente. Tuma è, inoltre, chiamato il formaggio che non viene sottoposta a sterilizzazione nella scotta (cfr. GE) e che generalmente viene consumato subito [...]
Etn[otesto]. GE [a Geraci; TK] a tuma un ci â d'èssiri misa nâ → vasceɖɖa, si ssi parra di tuma.
Trad. «la 'tuma' non va messa [raccolta] nelle fiscelle, se parliamo della 'tuma' ». [...]
Etn. IS [a Isnello, TK] a tuma jeni u prodottu che si ffa ppoi u → formàggiu
Trad. «La 'tuma' è il prodotto [la pasta caseosa] che [con cui] si fa il formaggio». [...]" ((Sottile 2002, 168), 168)
Pare dunque che i significati originali dei due tipi lessicali si siano conservati in Sicilia; l'esistenza del tipo sic. tumazzu 'formaggio' (Sottile 2002, 168) mostra però che il tipo galloitalico era già polisemico quando è arrivato in Sicilia in modo che entrambi i significati iponimi venissero distinti grazie al derivato diminutivo.

, Historische Linguistik
, Sprachgeschichte
, Okzitanisch 

Die Architektur der gegenwärtigen europäischen Sprachen besteht im Wesentlichen aus zwei Etagen, nämlich aus mehr oder weniger zahlreichen lokalen Dialekten, deren Zusammengehörigkeit durch den Bezug auf eine gemeinsame Standardvarietät gestiftet wird. Sowohl die Dialekte als auch der Standard sind in sich vollständige und potentiell selbstgenügsame sprachliche Systeme (und in diesem Sinn SPRACHEN). Die Standardvarietäten finden ihren prototypischen Gebrauch in der Schriftlichkeit, deren Erschließung als 'Ausbau' bezeichnet wird. Sprachen mit einer solch ausgebauten Standardvarietät werden verkürzend oft 'Ausbausprachen' genannt.

Die zweistöckige Architektur einer Ausbausprache
Metaphorisch wird die hierarchische Relation der beiden Etagen seit Heinz Kloss 1978 metaphorisch als 'Überdachung' bezeichnet; nicht metaphorisch ist jedoch die räumliche Implikation des Ausdrucks: Diese, für ihre Historizität elementare Dimension der Einzelsprachen, ihre konkrete Verbreitung in spezifischen Räumen, wird in der zweistöckigen Modellierung evident; sie darf bei der Beschreibung und historischen Rekonstruktion nicht vernachlässigt werden.
In Erweiterung zu Kloss ursprünglicher Auffassung muss präzisiert werden, dass auch dominant oder ausschließlich mündlich gebrauchte und nicht standardisierte Varietäten, wie etwa eine Koinè, eine Überdachungsfunktion übernehmen können.

Ausbausprachen mit doppeltem Dach
In sprachräumlicher Hinsicht lassen sich nun grundsätzlich zwei Überdachungskonstellationen unterscheiden. Im Fall vollkommen unterschiedlicher, d.h. genetisch nicht nahverwandter Sprachen sind die Unterschiede auf beiden Ebene eindeutig, so dass Dialekte der einen Sprachen unmöglich Dialekte der anderen sein könnten; ein Beispiel wären ungarische, rumänische und deutsche Dialekte in Siebenbürgen. Kloss spricht hier von 'Abstandsprachen'; in der folgenden Graphik wird die unmissverständliche Zusammengehörigkeit der jeweiligen Dialekte untereinander und mit der entsprechenden Standardvarietät farblich symbolisiert (gelb vs. rot vs. blau).

Drei ausgebaute Abstandsprachen
Dieser Fall ist jedoch im geschlossenen romanischen Sprachgebiet Mittel- und Westeuropas, der so genannten Romania continua, nirgends gegeben. Vielmehr ist die Zugehörigkeit der lokalen Dialekte zu Standardvarietäten und damit auch die sprachräumliche Architektur der Einzelsprachen weithin dem historischen Zufall geschuldet. Keineswegs ist diese Zugehörigkeit jedoch in einer besonders ausgeprägten Ähnlichkeit (d.h. in besonders geringem Abstand) der Dialekte untereinander begründet. Auch weit entfernte Dialekte, die zu ganz unterschiedlichen Einzelsprachen gehören, weisen gemeinsame Merkmale auf, die auch durchaus nicht immer im gesamten Kontinuum zwischen diesen Dialekten belegt sein müssen, wie zum z.B. der Umlaut ('Metaphonie') im Romanischen; es gibt mit anderen Worten auf der Ebene der Dialekte keine scharfen Grenzen, die sich auf die Verbreitung der Standardvarietäten abbilden ließen. Andererseits unterscheiden sich die Standardvarietäten auf Grund ihrer Reglementierung und geringen Variationstoleranz sehr klar – gerade auch dann, wenn der Abstand zwischen ihnen quantitativ nicht sehr groß ist; schon wenige, womöglich ganz oberflächliche, wie etwa orthographische, aber hochfrequente Merkmale sind hinreichend. Im Hinblick auf geolinguistische Kontinua, die über die territoriale Geltung von Standardsprachen zoniert werden, ist das Kriterium des sprachlichen Abstands daher weithin irrelevant. Dazu das folgende Schema:

Drei Ausbausprachen auf der Grundlage eines geolinguistischen Kontinuums
Vor diesem Hintergrund lassen sich nun gewissermaßen drei zentrale Aufgabenbereiche der romanischen Sprachgeschichtsschreibung formulieren; sie zielen im Wesentlichen auf die folgenden Komplexe:
(1) die Entstehung und Entwicklung des dialektalen Kontinuums, d.h. des dialektalen Abstands ('Ausgliederung');
(2) den Ausbau und die Entstehung und Entwicklung der Standardvarietäten;
(3) die Überdachungsprozesse mit der nachfolgenden Konsolidierung einzelsprachlicher Architekturen und der dadurch ausgelösten Varietätendynamik (Erosion und Verdrängung von Dialekten oder älteren Ausbauvarietäten; Herausbildung plurizentrischer 'Dächer', d.h. komplementärer Standardvarietäten u.a.).
Wenn man nun die drei soeben umrissenen Felder auf die romanistische Forschungstradition abbildet, zeigen sich klare Präferenzen und Defizite. Sprachgeschichtliche Arbeit wurde bislang ganz überwiegend im Bereich (2) geleistet. Dafür sind unterschiedliche, aber miteinander verflochtene Faktoren verantwortlich, in vorderster Linie wohl die Tatsache, dass die philologischen Disziplinen in der Zeit der Nationalstaatengründungen universitär institutionalisiert wurden sowie die Ausrichtung dieser Disziplinen auf die Schriftlichkeit, genauer gesagt: auf Texte von besonderer nationaler Bedeutung, noch genauer: auf Texte, denen sich eine solche Bedeutung zusprechen ließ und die daher im nationalphilologischen Sinn vereinnahmt werden konnten (vgl. Krefeld 2007). So werden die ältesten Schriftzeugnisse, mit eindeutigem Bezug zum nachmaligen Territorium der Standardsprachen, wie zum Beispiel die Straßburger Eide, auch sofort zum ältesten Dokument 'der' Nationalsprache stilisiert (vgl. den programmatischen Titel La naissance du français von Cerquiglini 1991) – selbst dann, wenn sich die Sprache des Textes, wie im Fall der Straßburger Eide, weder an eine bekannte dialektale Varietät anschließen lässt, noch als Basis nachfolgender Ausbau- oder Überdachungsprozesse angesehen werden kann.
Vor und jenseits der Standardisierung und territorialen Überdachung, die beide wesentlich die Schriftlichkeit betreffen, verliert die nationalphilologische Perspektive ihren Sinn. Allenfalls der Bereich (3) kommt noch in den Blick, aber Bereich (1) erfordert zweifellos eine andere Modellierung, die sich nicht an rezenten, 'nationalen' Territorien orientiert. Zu einer raumbezogenen Sprachgeschichtsschreibung von solchen Gebieten, die der nationalstaatlichen Zonierung nicht oder nur bedingt entsprechen, ist es jedoch höchstens ansatzweise gekommen. Gerade die Ausschnitte des geolinguistischen romanischen Kontinuums, die in die Territorien mehrerer Dachsprachen fallen (wie die Pyrenäen, die Westalpen, das spanisch-portugiesische Grenzgebiet u.a.), oder deren 'nationale' Dachsprache gewechselt hat (Sizilien/Süditalien, Sardinien, Korsika, Katalonien), sind jedoch von besonderem sprachwissenschaftlichen Interesse. Selbst eine der wenigen und wichtigen Ausnahmen, Rohlfs 1970, lässt in ihrer widersprüchlichen Titelei den prägenden Druck des nationalphilologischen Musters erkennen: Während der Untertitel ganz im Sinne seiner geolinguistischen Absicht und völlig zutreffend von Études de philologie pyrénéennes spricht, wird im Obertitel Le gascon fokussiert.
Parallel zur diskursiv verfassten Sprachgeschichtsschreibung ist eine starke und erfolgreiche Tradition explizit geolinguistischer Sprachdokumentation entstanden; sie hat einerseits Atlanten hervorgebracht und andererseits Wörterbücher, deren Materialien – ganz im Geiste der Sprachatlanten – oft in einem dichten Netz von Ortspunkten erhoben wurden (vgl. GPSR, DRG, LSI). Besonders erwähnenswert ist die spezifisch romanistische Konzeption etymologischer Wörterbücher (FEW, LEI), die mit Einschluss der Dialekte ausdrücklich exhaustiv angelegt sind.
Diese dokumentarische Forschungslinie lässt sich nur bedingt, sozusagen oberflächlich als nationalphilologisch apostrophieren, insofern die Grenzen der Dokumentation staatlichen bzw. staatssprachlichen Kriterien folgen; die entsprechenden Einschränkungen sind ein wenig inkonsistent, im Wesentlichen jedoch rein pragmatisch begründet: Das FEW wird im Untertitel als Eine darstellung des galloromanischen sprachschatzes spezifiziert; dieses Prädikat identifiziert grundsätzlich einen Ausschnitt des geolinguistischen Kontinuums, insofern alle französischen, frankoprovenzalischen und okzitanischen Dialektdaten aus Frankreich und Italien berücksichtigt werden; es schließt aber die als galloitalisch bezeichnete Teilmenge des 'Galloromanischen' ebenso aus, wie den katalanischen Wortschatz, der zwar geographisch auf der Iberischen Halbinsel bzw. den Balearen verortet ist, aber vom gallroromanischen Okzitanischen sachlich gesehen nicht getrennt werden kann. Eindeutiger ist der Ausschluss des nicht, oder nur oberflächlich galloromanischen Korsischen, das wiederum durch den LEI erfasst wird, für den sich ähnliche und wiederum vor allem pragmatisch zu bewertende Abgrenzungsfragen stellen; das Dolmitenladinische wird berücksichtigt, das Bündnerromanische und das Friaulische jedoch nicht usw.:
"Lo scopo del LEI consiste nella raccolta e nella interpretazione scientifica del materiale pubblicato concernente la lingua italiana e i suoi dialetti. Saranno incluse le documentazioni dei dialetti del territorio nazionale (compreso il ladino centrale) e di quelli della Corsica, della Svizzera italiana e dei territori italofoni della Jugoslavia. Escluse sono quelle del provenzale e del francoprovenzale (rappresentati nel FEW), del friulano (studiato da G.B. Pellegrini e dai suoi collaboratori) e del sardo (riunito del DES da M.L. Wagner). Sono ugualmente escluse le zone alloglotte […]" (LEI I, Introduzione, o.S.)
Am Beispiel der romanischsprachigen Westalpen, d.h. hier grosso modo des Gebiets zwischen dem Rhônetal im Westen und dem Ossolatal im Osten, soll nun exemplarisch gezeigt werden, auf welche Voraussetzungen eine regionale Sprachgeschichtsschreibung bereits zurückgreifen kann, und welche Datenlücken erst geschlossen werden müssten.
Die lokalen Mundarten des skizzierten Gebiets werden durch mehrere, teils ganz kleinräumige (CLAPie) und teils erst initial (APV, ALEPO) publizierte Sprachatlanten dokumentiert (vgl. Karte 1). Die Idiome dieses westalpinen Kontinuums werden von der Dialektologie in mehreren großräumigen Gruppen klassifiziert, die als 'Okzitanisch', 'Frankoprovenzalisch', 'Ligurisch' und 'Piemontesisch' bezeichnet werden. Die beiden zuerst genannten sind deutlich grenzüberschreitend – ganz im Gegensatz zu den entsprechenden Atlanten, die nur in Ausnahmefällen über die Staatsgrenzen hinausgehen: der ALF mit 8 Erhebungspunkten in Italien; der ALJA mit einem Erhebungspunkt in Italien und der APV mit je 2 Erhebungspunkten in Italien und in der Schweiz. Man beachte also, dass sowohl ALEPO als auch CLAPie und ALP im Wesentlichen okzitanische Mundarten erfassen, und dass ALJA und APV auf das Frankoprovenzalische zielen.
Es ist daher dringend wünschenswert, die Daten zusammenzuführen und synoptisch zu kartieren, wie es zumindest für spezifische Ausschnitte des Wortschatzes im Projekt VerbaAlpina geschieht:

Karte 1
Für eine detaillierte Sprachgeschichtsschreibung kann es im Übrigen nützlich, ja notwendig sein, eine weit über den eigentlich fokussierten Ausschnitt des Kontinuums hinausreichende räumliche Perspektive einzunehmen, so dass auch sekundär entstandene Migrationsvarietäten berücksichtigt werden können. Im Fall der Westalpen sind die süditalienischen und sizilianischen Kolonien von großem Interesse. Dazu das folgende, nicht ganz unbekannte Beispiel: In den Westalpen ist der morpholexikalische Typ tomme verbreitet; er geht etymologisch auf gall. toma (vgl. FEW 13, 20 f.) zurück. Als generische Bezeichnung des Konzepts KÄSE ist er weitgehend synonym mit dem Typ fra. fromage/ita. formaggio.


Die Madonie; das Erhebungsgebiet von Sottile 2002
"tuma GA ['tuma], GE → etn., AL → etn., CA → etn., IS. → etn., PO → etn. ['tuma],['tumwa] f. prodotto caseoso che si ottiene rompendo la cagliata. 2. formaggio fresco non sottoposto a sterilizzazione nella scotta. 3. formaggio fresco, immerso direttamente nella scotta senza essere pressato nelle fiscelle.
Rotta la cagliata (→ quagghiata) nella → tina, la massa caseosa che precipita sul fondo e che viene raccolta (→ accampari, → arricampari) e sistemata a scolare nel → tavulìeri è ormai detta tuma. La tuma, poi, facoltativamente tagliata a cubetti, viene sistemata in fiscelle (→ ntumari, → ntumalora) perché possa scolare ulteriormente. Tuma è, inoltre, chiamato il formaggio che non viene sottoposta a sterilizzazione nella scotta (cfr. GE) e che generalmente viene consumato subito [...]
Etn[otesto]. GE [a Geraci; TK] a tuma un ci â d'èssiri misa nâ → vasceɖɖa, si ssi parra di tuma.
Trad. «la 'tuma' non va messa [raccolta] nelle fiscelle, se parliamo della 'tuma' ». [...]
Etn. IS [a Isnello, TK] a tuma jeni u prodottu che si ffa ppoi u → formàggiu
Trad. «La 'tuma' è il prodotto [la pasta caseosa] che [con cui] si fa il formaggio». [...]" ((Sottile 2002, 168), 168)
In Sizilien haben sich also beide Typen in ihren ursprünglichen und spezifischen Bedeutungen erhalten, die im Fall von fromaggiu sogar noch motiviert ist. Ebenfalls noch motiviert ist der siz. Diminutiv tumazzu (vgl. Sottile 2002, 168) der für zwar feste und geformte, aber daher auch reduzierte, eher kleine Käselaibe steht (wie die Produkte, die heute in Frankreich und in der Westschweiz als tomme vermarktet werden).
Eindeutige Zuordnungen, oder klare Abgrenzbarkeit der genannten vier Sprach- bzw. Dialektgruppen ('Okzitanisch', 'Frankoprovenzalisch', 'Ligurisch' und 'Piemontesisch') darf man allerdings besonders auf italienischer Seite nicht erwarten, wie die Karte 2 exemplarisch zeigt; sie bezieht sich auf das ausschließlich in Italien lokalisierte Ortsnetz des ALEPO und wurde auf Grundlage der noch ein wenig intuitiven und bislang quantitativ weder über Produktionsdaten ('Merkmale') noch perzeptiv abgesicherten Einschätzungen der Orte seitens der Herausgeber des Alepo, Sabina Canobbio und Tullio Telmon, angefertigt.

Karte 2
Die klassifikatorischen Schwierigkeiten der Linguistik spiegeln sich unmittelbar in den Sprachnamen wider, mit denen die Sprecher selbst ihre lokalen Varietäten bezeichnen. In einem Teil der Orte werden regional unspezische Glottonyme verwandt, die in der sozialen Identität der Sprechergemeinschaft ('auf unsere Art'/'wie wir') oder in der fehlenden Standardisierung ('patois') motiviert sind; vgl. dazu Karte 3:

Karte 3
In einem anderen Teil werden hochspezifische Namen gebraucht, die vom Ortsnamen abgeleitet sind oder auf ein Schibboleth verweisen, vgl. Karte 4:

Karte 4
Auf der Ebene der überdachenden Varietäten werden ebenfalls die Grenzen der staats- bzw. nationalsprachlichen Territorien überschritten. Das so gennannte Frankoprovenzalische, das mehrheitlich und das Okzitanische das sogar ganz dominant in Frankreich angesiedelt ist, stehen rechtlich und institutionell gesehen in Italien aktuell deutlich besser da, denn sie werden auch als Sprachen kleiner Minderheiten durch die Legge 482 aus dem Jahre 1999 ausdrücklich als lokal/regional gleichwertig anerkannt.

Karte 5: Pramollo
In diachroner Perspektive sind die Überdachungsverhältnisse durch eine bemerkenswerte Dynamik gekennzeichnet, wie Tullio Telmon 2016 am Beispiel des eindeutig okzitanischen Pramolles (it. Pramollo) exemplarisch herausgearbeitet hat.
Der Ort gehört zu den drei traditionell von protestantischen Waldensern bewohnten Tälern, die ita. als valli valdesi bezeichnet werden, die val Pellice, die val Germanasca und die bassa val Chisone. Die geographische Lage dieser drei Täler wird durch das Ortsnetz von CLAPie gut abgebildet, wie Karte 6 zeigt:

Karte 6
Dort lassen sich komplexe, im Blick auf die Einbettung in den italienischen Nationalstaat gegenläufige Tendenzen erkennen, die in ähnlicher Weise auch andernorts zu vermuten sind: Während das Französische als geschriebene Dachsprache kontinuierlich gegenüber dem Italienischen an Gewicht verloren hat, hat die ebenfalls 'italienische', mündliche Dachvarietät des Piemontesischen offenkundig deutlich an Prestige verloren. Das lokale Okzitanische scheint dagegen in der Wertschätzung wieder gestiegen zu sein, wie sich im Übrigen auch in den Homepages mancher Gemeinden zeigt).

Unabhängig von der sich verändernden Gewichtung darf man hier zweifellos von einem "plurilinguismo come patrimonio identitario" (Telmon 2016; vgl. auch Rivoira 2012) reden.
Das bedeutet jedoch selbstverständlich nicht, dass man bei allen Angehörigen der Sprechergemeinschaft ein identisches mehrsprachiges Repertoire voraussetzen dürfte. Vielmehr ist die Komplexität offenbar von der L1 abhängig, wie wiederum Tullio Telmon am bei Beispiel des benachbarten Ortes San Germano Chisone gezeigt hat. Hier ergibt sich die folgenden Implikatur:

Plurilinguismus und L1 in den Valli valdesi am Beispiel von San Germano Chisone (aus Telmon 2016, 347)
Die Westalpen fallen also deutlich in den Gestandsbereich der 'italienischen' und der 'französischen' Sprachgeschichtsschreibung; eine nationalphilologische Modellierung kommt für diesen Raum daher weder im Hinblick auf die 'philologische' noch auf die 'nationale' Komponente in Frage. Erforderlich ist vielmehr eine mehrdimensionale digitale Rekonstruktion dieses kommunikativer Raums.
Sie sollte daher in einer umfassenden digitalen Kommunikationsraumforschung aufgehoben werden. Hier können ganz unterschiedlich Datentypen zusammengeführt werden, etwa retrodigitalisierte Atlas- und Wörterbuchdaten (ALF, ALJA, ALP, APV, CLAPie, AIS), raumbezogene Textkorpora, sowie raumbezogene nicht sprachliche Daten, etwa zur Infrastruktur, zur Demographie (inkusive der Sprechermobilität), zur Konfession und staatlichen Verfasstheit (Römisches Reich, Savoyen, Frankreich, Italien).
Hier sind unter Umständen Datenbestände von Interesse, die zu ganz anderen Zwecken angelegt wurden, wie zum Beispiel die telefonbuchbasierten Portale zur Verbreitung der Familiennamen. Es wär ja sehr nützlich, die in den beiden folgenden Karten nebeneinander gezeigten Distributionskarten Frankreichs und Italiens systematisch zu integrieren.

Grenzüberschreitende Distribution von Familiennamen in Frankreich und Italien : Beispiel Pons

Grenzüberschreitende Distribution von Familiennamen in Frankreich und Italien: Beispiel Rivoire/Rivoira
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Gehen Sie auf die VerbaAlpina-Seite (https://www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de/wp-login.php?redirect_to=https%3A%2F%2Fwww.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de%2Fwp-admin%2F&reauth=1) und melden Sie sich dort an. Falls Sie sich noch nicht registriert haben, registrieren Sie sich bitte zunächst (https://www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de/wp-signup.php). Ihre Registrierung wird innerhalb eines Werktages von uns freigegeben; anschliessend können Sie sich mit dem gewählten Benutzernamen sowie dem Passwort anmelden.

2. Sprache WordPress
Sie gelangen auf die WordPress-Oberfläche auf Deutsch. Falls Sie die Sprache ändern möchten, können Sie dies oben links (Flagge Deutschland) tun.

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3. Tagungsbeitrag erstellen
- Gehen Sie nun in der Seitenleiste auf "Tagungs-Beiträge" und dort klicken Sie auf den Button "Erstellen".

- Geben Sie den Titel Ihres Beitrags (Feld "Titel hier eingeben") ein (jederzeit noch änderbar) und klicken Sie auf "Kapitel hinzufügen".

- Geben Sie dem Kapitel einen Namen (Feld "Titel"), aber KEINE Nummer. Die Kapitel werden automatisch nummeriert.
- Schreiben Sie nun Ihren Text in das Feld bei "Inhalt".

- Sie können den Text mit dem Menü unterhalb "Inhalt" formatieren:
Schriftarten:

Aufzählungen nummeriert/mit Spiegelstrichen:

Links einfügen:

Tabellen einfügen:

- Möchten Sie ein Kapitel 2. Ordnung erstellen, klicken Sie auf den Button "Unterkapitel hinzufügen", möchten Sie ein weiteres Kapitel hinzufügen, klicken Sie auf "Kapitel hinzufügen".

WICHTIG: Sie müssen Ihren Beitrag speichern, bevor Sie die Seite wechseln/verlassen. Dies geschieht oben rechts unter "Veröffentlichen". Klicken Sie dort auf den Button "Speichern". Die Änderungen werden NICHT automatisch gespeichert!

4. Grafiken/Bilder einfügen
Sie können Ihrem Beitrag Grafiken hinzufügen. Dies machen Sie wie folgt:
- Gehen Sie auf "Dateien hinzufügen" (Button direkt unter "Inhalt").

- Laden Sie die Datei hoch.

- Wählen Sie die gewünschte Datei dann in der Mediathek aus und klicken Sie unten rechts auf "In den Beitrag einfügen".

5. Bibliographie
Im Lauftext erfassen Sie Verweise auf Literatur wie folgt:

Die einzelnen Titel für die Bibliographie am Ende tragen Sie direkt unten im Beitrag unter "Bibliographie" ein:

Tragen Sie bitte jeden Autor einzeln ein und geben Sie im Feld "Herausgeber" an, ob es sich um einen Hrsg. handelt (anklicken). Der Titel des Aufsatzes/Buches kommt ins Feld "Titel", der Publikationsort in "Ort", das Publikationsjahr in "Jahr", Bandnr. in "Band", Seitenzahlen in "Seitenzahlen" und der Verlagsname in "Verlag". Existiert der Aufsatz/das Buch online, können Sie auch den Link einfügen.
In das Feld "Enthalten in" tragen Sie bitte entweder den Namen der Zeitschrift mit Bandnummer ein ODER die Herausgeber einer Publikation mit Erscheinungsjahr und zwar wie folgt:
Bitte erfassen Sie ZUSÄTZLICH einen "Bibliographischen Eintrag" für den Sammelband selbst: Also Autoren mit dem Feld "Herausgeber" angekreuzt, Titel des Sammelbandes, Jahr, Ort, Verlag.
6. Fussnoten
Fussnoten erfassen Sie, indem Sie den Fussnotentext direkt an die Stelle im Text einfügen, wo er hingehört und zwar in folgender Form
Blindtextblindtextblindtext 1 und hier schreiben Sie einfach weiterBlindtextBlindtext.

Das sieht dann im veröffentlichten Beitrag vorläufig wie folgt aus: https://www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de/?post_type=tagung&p=3323 bzw.

7. Beispiel eines Beitrags (Blindtext)
8. Vorschau und Veröffentlichung
Um eine Vorschau auf Ihren Beitrag zu bekommen, klicken Sie oben rechts auf "Vorschau". Wenn Sie den Beitrag abgeschlossen haben, klicken Sie auf "Veröffentlichen" und schreiben Sie bitte ein Mail an Christina Mutter (Christina.Mutter@itg.uni-muenchen.de).
Fussnotenblindtext Fussnotenblindtext ↩
1. Iscrizione/registrazione per WordPress
Andate sul sito di VerbaAlpina (https://www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de/it/wp-login.php?redirect_to=https%3A%2F%2Fwww.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de%2Fit%2F%3Fpage_id%3D21%26noredirect%3Dit_IT) e accedete lì. Se non siete ancora registrate, registratevi per favore prima (https://www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de/wp-signup.php). La registrazione sarà terminata da parte nostra entro un giorno feriale. Poi potrete accedere con il nome utente e la password scelta.

2. Lingua WordPress
Potete cambiare la lingua di WordPress cliccando sulla bandiera in alto a sinistra:

(Se non vedete questo sito accedendo, dovete andare col mouse su "I miei siti" in alto a sinistra, cf. foto seguente:)

3. Aggiungere un articolo
- Andate su "Tagungs-Beiträge" e cliccate su "aggiungi nuovo" per cominciare a scrivere il vostro articolo.

- Inserite il titolo del contributo nel campo sotto "Add new Tagungs-Beitrag" (può essere cambiato a qualsiasi momento) e cliccate su "Kapitel hinzufügen".

- Date un nome al capitolo Geben Sie dem Kapitel einen Namen (campo "Titel"), ma nessun numero! I capitoli saranno numerati automaticamente!

- Ora scrivete il vostro testo nel campo "Inhalt".

- Potete anche formattare il testo con la barra dei menu sotto "Inhalt":
Dimensione/forma di carattere:

Enumerazioni numerate/con punti di enumerazione:

Inserire link:

Inserire tabelle:

- Se volete aggiungere un sottocapitolo, cliccate su "Unterkapitel hinzufügen". Se invece volete aggiungere un altro capitolo, cliccate su "Kapitel hinzufügen".

IMPORTANTE: Dovete salvare il contributo prima di cambiare/lasciare il sito. Va fatto in alto a destra sotto "Pubblica". Cliccate su "Salva bozza". I cambiamenti nel contributi NON vengono salvati automaticamente!

4. Inserire grafiche
Potete aggiungere grafiche al vostro contributo. Lo fate com'è descritto di seguito:
- Andate su "Aggiungi media" (direttamente sotto "Inhalt").
- Caricate la grafica:

- Scegliete il file che desiderate inserire nella mediateca e cliccate sotto a destro su "Inserisci nell'articolo".

5. Bibliografia
Nel testo stesso scrivete i riferimenti per citazione come segue:

I singoli titoli vengono inseriti alla fine nella bibliografia (singolarmente):

Inserite tutti gli autori singolarmente e cliccate sul campo "Herausgeber" (nella casella) se il nome inserito è quello di un editore. Inserito il titolo dell'articolo/del libro nel campo "Titel", il luogo in "Ort", l'anno in "Jahr", il volume in "Band", le pagine in "Seitenzahlen" e la casa editrice in "Verlag" e se l'articolo/il libro è disponibile online, inserite anche il link.
Nel campo "Enthalten in" scrivete p.f. l'abbreviazione per una miscellanea nel modo seguente:
Inoltre dovete aggiungere un "Bibliographischer Eintrag" separato per ogni miscellanea: cioè gli editori in "Autoren" con il campo "Herausgeber" scelto, titolo della miscellanea, anno, luogo, casa editrice. Questo ci vuole per poi inserire la miscellanea giusta.
6. Note il calce
Inserite le note in calce scrivendo il testo che ci deve stare direttamente al posto nel testo dove dovrà essere inserita la nota nella forma seguente:
Testotestotesto 1 e qui continuate semplicemente con testotesto

Per ora, le note verrano pubblicate così: https://www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de/?post_type=tagung&p=3323 risp.

7. Esempio di un contributo (con testo senza senso)
https://www.verba-alpina.gwi.uni-muenchen.de/?post_type=tagung&p=3323
8. Anteprima e pubblicazione
Potete cliccare in alto a destra su "Anteprima" per vedere un'anteprima del vostro contributo. Quando avete finito di scrivere il contributo, cliccate su "pubblica" (in alto a destra) e scrivete una mail a Christina Mutter (Christina.Mutter@itg.uni-muenchen.de).
testonotatestonotatestonota ↩
Beispiel:
Einbindung --> Bild&Objekt
Überblick: wieviele Bilder ohne Konzeptzuweisung?
Tauchen in der Interaktiven Karte nur solche Konzepte mit Belegen auf oder auch solche ohne Belege, nur mit Bildern?
Nutzerführung direkte über Bilder (ohne Konzepte anzubieten)?
wie ist das in anderen Sprachen?
Tagging Bilder --> Verhältnis (1) 'Gegenstand' | (2) 'Konzept', manchmal (1) genauer als (2),
Beispiel: 
entsprechende spezifische Konzepte anlegen: --> FUTTERRAUFE, FREISTEHEND, BEIDSEITIG, FÜR SCHAFE UND ZIEGEN
in der Tabelle 'Medien' die Spalte 'Gegenstand' durch 'Konzeptbeschreibung' ersetzen?
wo taucht in 'Medien' > 'Kategorien' die Quelle auf?
Das Konzept BUTTERFASS, speziell das so genannte STOSSBUTTERFASS wird mit zahlreichen Geosynonymen bezeichnet.

Manche Bezeichnungen weisen im Stamm eine so auffällige lautliche Ähnlichkeit auf, dass man ihre Zusammengehörigkeit kaum in Frage stellen kann:
Morphologisch und semantisch liegt es somit nahe, an eine Gefäßbezeichnung pigna als Basistyp zu denken. Für einen solchen Grundtyp, als Bezeichnung des allgemeinen Konzept BUTTERFASS, d.h. GEFÄSS ZUM BUTTERN spricht auch der Bezeichnungstyp:
Sachkundlich von Interesse ist, dass das archaisch erscheinende STOSSBUTTERFASS gemessen an seinen Bezeichnungen eben nicht die älteste Technik darstellt, wie seine spezifizierten bündnerromanischen Bezeichnungen panaglia lunga, wörtlich 'langes Butterfass', und panaglia dret sü, wörtlich 'aufrechtes Butterfass' (Unterengadin), zeigen (vgl. AIS 1206).
Allerdings kann die für ita. pignatta vorgeschlagene Rückführung auf ita. pigna 'Pinienzapfen' (< lat. *pīnea[m]) – "prob. [...] per la somiglianza di forma delle più antiche pignatte con una pigna" (link) – semantisch nicht überzeugen; zwar mag die konische Form mancher Terracotta- und auch Bronzetöpfe durchaus an Pinienzapfen erinnern (vgl. DELI#). Aber ein für die Wortgeschichte entscheidender sachgeschichtlicher Hinweis lässt sich der bereits genannten AIS-Karte 955 LA PENTOLA (PIGNATTA) DI TERRACOTTA entnehmen: Sie enthält nämlich auch eine Liste mit Bezeichnungen des BRONZETOPFS (AIS 955_2), die insbesondere im alpinen Raum teilweise sekundär darauf übertragen wurden, da sie auf ein ganz anderes Material zu Herstellung von Kochtöpfen zurückgehen, nämlich auf den so genannten Speckstein, ita. laveggio, dt. auch Lavetz(stein) (vgl. AIS 963 Komm. LA MARMITTA, AIS 970 IL VASO PER LO STRUTTO; zum antiken und mittelalterlichen Abbau des Materials in den Alpen vgl. Bachnetzer et al. 2015) . Dieses vielseitig und wegen seiner geringen Härte vergleichsweise leicht nutzbare Material, das vor allem in den Tessiner und lombardischen Bergen abgebaut wurde, diente auch zur Fertigung von anderen Gegenständen, wie zum Beispiel von Öfen, die auf bündnerromanisch ebenfalls als pegna, engad. pigna bezeichnet werden (HWbR, 571; LRC, 798; zu pigna, pegna 'Ofen aus Speckstein' vgl. AIS 937, Kommentar); diese Öfen sind übrigens "annähernd kubisch" (AIS 937, Kommentar) und haben nicht die geringste Ähnlichkeit mit einem Pinienzapfen.
Hier handelt es sich demnach um einen klaren Fall von metonymischer Polysemie (und nicht von Homonymie); pigna 'Ofen' und pigna 'Gefäss zum Butterschlagen' werden nach dem Material benannt, aus dem beide Dinge hergestellt wurden – dem Specksein. Es ist jedoch nicht unbedingt nötig, ein vorrömisches Etymon anzunehmen, wie Alexi Decurtins im LRC, 798#) für bündnerromanisch pegna | pigna 'Ofen' vorschlägt, sondern formal käme als Etymologie durchaus das von G. B. Pellegrini vorgeschlagene *pinguia (zu lat. pĭnguis 'fett') in Frage – allerdings nicht elliptisch aus pinguia(m) (ollam) im Sinne eines 'Gefäßes (= lat. olla) für Fett' ("Recipiente particolare per conservare il grasso, fosse esso strutto, sugna, o burro cotto, oppure un arnese elementare per fare il burro" ([1976, p. 171 zit. DELI 928]), sondern im Sinne eines hinsichtlich seines Aussehens und seiner Konsistenz fettähnlichlichen Minerals bzw. Gesteins (vgl. analog motiviertes deu. Speckstein). Als Basistyp für (1)-(5) wird daher lat. *pinguia (petra) 'Speckstein' vorgeschlagen.
Die vielen Formen mit Stammvokal [ ɐ, a] zeigen eine starke und onomasiologisch naheliegende Beeinflussung durch das etymologisch zu trennende panna 'Rahm'. Nicht zu diesem Typ gehört dagegen
(6) lombardisch pench, bündnerrom. paintg 'Butter',
die besser direkt auf pĭnguis 'fett' zurückgeführt wird (HR. Bei
(7) bündnerrom. penn 'Buttermilch'
könnte es sich immerhin um eine Rückbildung auf Basis von pigna 'Butterfass' handeln. Die Buttermilch wird ja daraus abgelassen.
Das folgende Schema zeigt die Wortfamilie (grüne Pfeile) sowie die belegten Bedeutungen (rote Pfeile).

Im Hinblick auf die metonymische Motivation der Polysemie lässt sich also die Übertragung der Bezeichnungen vom natürlichen Rohstoff auf daraus hergestellte Artefakte zunehmender Komplexität (einfaches Gefäß -> mechanisches Gerät) und schließlich auf die damit verbundene Funktion feststellen.
(auct. Thomas Krefeld)